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Agathodaimon – In Darkness

Die in letzter Zeit etwas veröffentlichungsscheuen Agathodaimon melden sich nach vier Jahren Pause mit ihrem sechsten Studio-Album zurück. Zurück ist dabei ein gutes Stichwort, denn: es geht hörbar back to the roots!


Wer Licht sät, wird Dunkelheit ernten. So oder zumindest so ähnlich könnte das Fazit bezüglich der letzten Alben aus dem Hause Agathodaimon ausfallen. Denn wo sich der langlährige Fan der deutschen Dark Metaller düsteren Blickes ganz offenkundig und sehnsüchtig die harten, schwarzen Anfangstage, wie etwa die Zeiten der „Blacken The Angel“, zurückwünschte, drangen die Mainzer mehr und mehr in lichtdurchflutetere Gefilde vor. Einige Alben des aktuelleren Backing-Kataloges, „Serpent’s Embrace“ beispielsweise, gerieten stellenweise derart überladen elektronisch, dass man sich fast fragen musste, ob man nicht versehentlich die falsche Scheibe in den Player gelegt hat.

Doch offensichtlich war es inzwischen nicht nur den Anhängern der Band, sondern auch den Mannen um Mastermind Sathonys selbst zu viel gekünsteltes Tamtam aus dem Computer, denn anders ist der musikalische Rundumschlag, den es auf dem brandneuen, passenderweise „In Darkness betitelten, Longplayer zu bestaunen gilt, nicht zu erklären. Mit neuer Frische und wohlgemutes besinnen die Deutschen sich ihrer Anfangstage und frönen unüberhörbar ihren dunklen Wurzeln – endlich ist man geneigt zu sagen. Das Keyboard spielt nur noch zweite Geige, vergessen sind allgegenwärtige Elektroparts. Vielmehr sind die Tasten wieder dezenter, wenn auch nachwievor starker, Atmosphärenmaler, der Ashs überwiegend bitterbösen Laute liebevoll unterstützt, ohne sie in ihrem Ausdruck zu zügeln.

Bei all der Euphorie über die schwarze Wurzelbehandlung muss jedoch gesagt sein, dass Agathodaimon nachwievor Raum für ruhige Momente einfordern und auch Sathonys Klargesang bleibt etabliertes Trademark, dass sich mit Ashs sehr variablen Vocals stimmig ergänzt. Die ausgewogene Mischung aus neuen und alten Tugenden der hauseigenen Diskografie erhebt „In Darkness“ in Gänze betrachtet zu einem Düsterwerk mit intensiver Atmosphäre. Die neue, alte Härte in Verbindung mit vielen Melodien, die ins Ohr gehen und dort auch bleiben völlig, ohne sich gängigen Szeneklischees anzubiedern, machen Agathodaimon zu einem echten Jahreshighlight für all jene, die in der Dunkelheit auch ein kleines Licht für melodiöse Wohlklänge übrig haben.

Tracklist:

  • 1. In Darkness (We Shall Be Reborn)
  • 2. I’ve Risen
  • 3. Favourite Sin
  • 4. Oceans Of Black
  • 5. Adio
  • 6. Somewhere Somewhen
  • 7. Dusk Of An Infinite Shade (Amurg)
  • 8. Höllenfahrt der Selbsterkenntnis
  • 9. Adio – Acoustic Version (Bonustrack)
Wertung: 8 von 10