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Anasarca – Survival Mode

ANASARCA dürften den wenigsten der jüngeren Metaller bekannt sein, denn die Truppe aus dem Friesland hatte ihre Hochphase um die Jahrtausendwende und ist seit über 10 Jahren leider sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden. Dabei hatte diese Band im Jahre 2001 mit dem Album „Moribund“ seinerzeit einen absolut unterbewerteten Death Metal-Klassiker veröffentlicht: Ein sehr hörens- und lesenswertes Konzeptalbum über das Thema Todesstrafe, deren Texte aus der Feder von diversen Todeskandidaten stammt.

Anasarca – Survival ModeMusikalisch widmete man sich US-amerikanisch geprägten Todesstahl, stets garniert mit einer optimal abgestimmten Mixtur aus Aggression und Melodie. Ich kann jedem, egal welche Stilrichtung des Metals er/sie bevorzugt, nur empfehlen, sich dieses Album anzuschaffen – sollte dazu mal die Gelegenheit bestehen.

Umso größer war dann meine Freude, als ich in einer einschlägig bekannten Fachgazette von einem neuen Lebenszeichen der Jungs lesen durfte. Ich habe umgehend die Band kontaktiert und hier liegt es nun vor mir, diese erste Demo seit der Neuformierung, die den Titel „Survival Mode“ trägt.

Jawohl, Wiederformierung – denn Sänger und Basser Mike hat eine völlig neue Mannschaft um sich gesammelt, um alten Ruhm zu neuem Glanz zu verhelfen. Die Umbesetzung hört man den vier Titeln plus Intro aber überhaupt nicht an – es scheint viel mehr, als wäre die Zeit einfach stehen geblieben. Das Gespür für ihre ureigenen Melodien, als auch das typische Songwriting scheint von genau der Fraktion vorgetragen zu werden, die vor etwas mehr als 10 Jahren die drei Full-Length Alben aufnahm. Also entweder ist die Wissenschaft mit dem Klonen wesentlich weiter, als ich mir hätte träumen lassen, oder Mike hat seine Jungs ultrabrutal auf den alten Stil eingeschworen. Zwar hat der Sound (gerade im Drumbereich) noch nicht ganz den vollen Druckumfang der alten Tage erlangt, aber man liegt immer noch weit über dem Mittel dessen, was manch anderer Verein heutzutage als fertiges Debut präsentieren.

Das Werk offenbart sich auch nach mehreren Durchläufen immer wieder neu, da die Songs ein wenig komplexer geworden sind. Doch keine Angst, von seelenloser Ego-Solo-Wichserei ist man meilenweit entfernt. Hin und wieder schorbelt man etwas wie alte Dismember, oder es schimmert mal ein Hauch Deicide durch. Dennoch wirkt alles frisch, als wäre hier ein Haufen junger Spunde mit gewaltig vielen Hummeln im Arsch am Werk.

Das Teil macht Spaß, ist mit einem mächtigen Batzen Nostalgie verbunden und kann für absolut lohnenswerte 6 Mark 50 (Porto inklusive) direkt hier bestellt werden: https://www.facebook.com/anasarcadeathmetal

Ganz ehrlich: wers versäumt, ist eine arme Sau!

 

Tracklist:
1. Intro
2. Survival Mode
3. 571
4. The Donner Party
5. Blue John

Wertung: 8 von 10