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ASP & Herzfeind in Osnabrück

Zum wiederholten Male machten am vergangenen Donnerstag die Musiker der „Gothic Novel Rock Band“ ASP während ihrer Maskenball-Tour halt in Osnabrück. Mit in die Halle Gartlage brachten sie nicht nur Stücke ihres neuen Albums „Maskenhaft„, sondern auch die Band Herzfeind, ein Nebenprojekt der zwei Dreadful Shadows-Mitglieder André Feller und Juliane Richter.


Pünktlich um acht ging es los mit dem zuvor recht unbekannten „Elektropunkmonster“ Herzfeind. Die Möglichkeit, dort ihr Können unter Beweis zu stellen, erhielten sie durch ein Online-Voting, bei dem die Fans für jedes der 19 Konzerte der aktuellen ASP-Tour andere Künstler als Vorband wählen konnten. Dementsprechend dankbar und motiviert nahmen Herzfeind diese Aufgabe auch wahr, das Publikum blieb dennoch eher statisch – zu Unrecht. Künstlerisch mal gewogener, mal härter, spielten sie sich professionell und gekonnt durch die 42 Minuten, die ihnen zur Verfügung standen. Mich persönlich erinnerten die beiden tonangebenden Menschen, André und Juliane, zeitweise entfernt an eine softe Gothic-Version von Atari Teenage Riot, was in erster Linie an den abwechselnd weiblichen und männlichen Gesangsparts gelegen haben mag. Für große Überraschung sorgte dann kurz vor Schluss die Ansage, dass ihr Gitarrist früh morgens krankheitsbedingt absagen musste und die Gitarrenriffs daher vom Laptop gekommen seien. Kannte man die Band vorher nicht, ist es nicht mal aufgefallen – was durchaus für die Klasse dieser Künstler spricht.

Nach kurzer Pause folgte dann der Auftritt, für den die meisten Zuschauer an diesem Abend die Halle Gartlage betreten haben: ASP. Der Unterschied war auch direkt spürbar, nicht nur musikalisch, sondern vor allem im Publikum. Blieb dieses vorher noch oft still verharrend vor der Bühne, kam jetzt deutlich mehr Bewegung ins Spiel, was nicht zuletzt auch an den bestechlichen Entertainmentkünsten des Sängers liegen mag. Eingestimmt wurde durch das Intro des neuen Albums, „Augenaufschlag„, bevor man über fast zwei Stunden verteilt eine bunte Mischung aus den Stücken des neuen Albums, wie auch bereits bekannten Klassikern der Band präsentierte. Aufällig war auch, dass diesmal deutlich weniger Publikum vor Ort war als man eigentlich von ASP-Konzerten gewohnt ist – sind es beim letzten Auftritt in Osnabrück noch gut 1500 verkaufte Tickets gewesen, gingen dieses Mal im Vorverkauf nur ca. 450 über die Theke. Der Stimmung auf und vor der Bühne tat das aber keinen Abbruch. Spätestens als die auch über die Szene hinaus bekannten Stücke „Krabat„, „Ungeschickte Liebesbriefe“ und „Ich will brennen“ aus den Boxen schallten, gab es kein Halten mehr. Gekonnt sympathisch ließ es sich Mastermind Alexander „ASP“ Speng auch nicht nehmen, das Publikum sowohl gesanglich, als auch körperlich mit einzubeziehen. Sogar so weit, dass er sich zwischenzeitlich dazu genötigt fühlte, augenzwinkernd etwas klarstellen zu müssen: man werde enttäuscht sein, wenn man denke, es käme jetzt der lustige Teil des Abends … immerhin sei man bei einer Gothic-Band.

Alles in allem ein gewohnt musikalisch eindrucksvoller Auftritt der Garanten für unterhaltsame Gruselgeschichten, der keinen der Fans enttäuscht zurückließ. ASP bleiben einfach immer eine Reise wert, und ihre Konzerte sind uneingeschränkt zu empfehlen, auch für eigentlich der Gothic-Szene nicht immer zugewandten Menschen.