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Atlantean Kodex – The White Goddess

Wow, was servieren uns die Jungs von Atlantean Kodex denn da? „The White Goddess“ heißt das aktuelle Werk, welches in dieser Form ein mehr als würdiger Nachfolger des auch schon verdammt starken Debuts „The Golden Bough“ (2010) ist. Kraftvoll, manchmal düster und melancholisch, dann wieder melodiös und erhaben. Auf jeden Fall aber eins, episch.


Nach dem getragenen Intro „Trumpets of Doggerland“ zeigen sich Atlantean Kodex mit „Sol Invictus“ zunächst von ihrer harten metallischen Seite. Im Mittelpunkt steht die charismatische Stimme von Sänger Markus Becker. Aber auch das musikalische Beiwerk in Form von fett arrangierten Gitarren und einem treibenden Schlagzeug ist nicht von schlechten Eltern. Immer wieder wird geschickt das Tempo gewechselt, was für zusätzliche Spannung sorgt. Damit liegt die Messlatte schon mal verdammt hoch.

Und die Band kann dieses Level halten, denn auch das ungemein kraftvolle „Heresiarch“ zieht den Hörer in seinen Bann. Deutlich ruhiger, aber dafür auch noch um einiges ausladender kommt dieser Song daher. Mit der gekonnt eingesetzten Hammond Orgel im Hintergrund und den an Siebzigerjahre Ikone erinnernden Gitarrenriffs ein absolutes Glanzlicht auf dem Album. Mein persönliches Highlight ist allerdings das dann folgende „Twelve Stars and an Azure Gown“. Der Anfang ist sehr balladesk gestaltet und verbreitet eine extrem mitreißende Atmosphäre. Das hätten auch Deep Purple oder Uriah Heep nicht besser hinbekommen. Und der bombastische, mehrstimmige Refrain ist einfach nur zum Niederknien.

Doch damit nicht genug, denn mit „Enthroned in Clouds and Fire“ entführen uns die Bayern noch einmal in eine Welt, die nicht von dieser ist. Nur wenige Songs vereinen in sich so gut den Spagat zwischen Erhabenheit, Epik, Melancholie und Härte. Ein Vergleich mit Bathory erscheint hier mehr als angebracht. Abgeschlossen wird das Album dann mit „White Goddess Unveiled“, welches noch einmal alle Qualitäten der Band in einem Song vereint, und mit versöhnlichen Piano-Klängen ausklingt.

Insgesamt haben Atlantean Kodex also gar nicht so viel am bewährten Konzept geändert. Allerdings wirkt das Album wesentlich professioneller als das Debut. Der Sound ist fetter und klarer und die Produktion deutlich wuchtiger. Mit den kurzen Intermezzos „Trumpets of Doggerland“, „Bilwiss“ und „Der Untergang der Stadt Passau“ werden die fünf wirklich großartigen Epen gekonnt miteinander verbunden und so wirkt das Album wie aus einem Guss.

Ein Meisterwerk.

Tracklist:

  • 01.Trumpets of Doggerland
  • 02.Sol Invictus
  • 03.Bilwis
  • 04.Heresiarch
  • 05.Twelve Stars and an Azure Gown
  • 06.Der Untergang der Stadt Passau
  • 07.Enthroned in Clouds and Fire
  • 08.White Goddess Unveiled
Wertung: 10 von 10