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Booze Control – Heavy Metal

Jawoll, es gibt ihn noch, den straighten und ehrlichen Heavy Metal. Das beweisen Booze Control mit ihrem Debütalbum „Heavy Metal“ eindrucksvoll. Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich sagen, dass der Vierer aus Braunschweig eigentlich durch ein verunglücktes Zeitsprung-Experiment aus den Achtzigern schnurstraks ins Jahr 2013 katapultiert wurde. Tatsächlich besteht die Band aber erst seit 2009. Und nachdem Booze Control in den vergangenen Jahren schon etwas Bühnenerfahrung sammeln durften (unter anderem mit Ensiferum und Destruction) schmeißen die Jungs jetzt ihr Debüt auf den Markt.


Und das hat es wirklich in sich. Auf einer Gesamtlänge von gut 40 Minuten bieten Booze Control zehn Stücke auf, die der Genre-Bezeichnung „Heavy Metal“ voll und ganz würdig sind. Die melodiösen Gitarrenleads fressen sich sofort in die Gehörgänge und haben dabei einen unglaublichen Groove. Ganz besonders die Rhythmusfraktion macht hier einen verdammt guten Job. Sehr schön hört man das im Opener „Night of the drinking dead“ und im kurzweiligen „Strike the Earth“. Dazu kommen einfach geile Hooklines wie zum Beispiel in „Outlaw“ oder „Swim with the shark“, die nicht zuletzt durch die teils zweistimmig gespielten Gitarren einen schon fast epischen Charakter bekommen. Und als Tüpfelchen auf dem I sind dann da noch die Vocals. Hier zeichnet sich Sänger David Kuri durch seinen großen Stimmumfang und seine authentische Stimmfärbung aus. Sowohl die tiefen rauen Parts wie auch die in Kopfstimme gesungenen hohen Stellen meistert er problemlos. Als Anspieltipp sei in diesem Zusammenhang der Song „We are the booze“ genannt.

Was das Tempo angeht bewegen sich die Songs überwiegend im Midtempo-Bereich. Mitunter wird das Gaspedal aber auch mal durchgedrückt, wie zum Beispiel bei „Hellspawn“, welches ein wenig an Blind Guardian in ihrer Frühphase erinnert. Verspielte Soli und knallharte Riffs sorgen für zusätzliche Abwechslung. In Bezug auf die Lyrics wage ich mal vorauszusagen, dass die Jungs in zwanzig Jahren mal auf dieses Album zurückschauen und sagen werden „oh man, was für einen Quatsch haben wir uns denn da zusammengeschrieben“. Auf der anderen Seite spiegelt das aber auch die jugendliche Frische und Unverbrauchtheit der Band wieder. Und ohne eine ordentliche Portion Kitsch geht im klassischen Heavy Metal ja sowieso nichts. Produktion und Mix sind für ein Debüt absolut in Ordnung und dass die Jungs ihre Instrumente beherrschen ist absolut offensichtlich.

Alles in allem also ein sehr starkes Album, wenn man in Betracht zieht, dass es sich hier um das Debüt-Album handelt und alle Bandmitglieder noch relativ jung sind. Da steckt noch ein großes Potential drin und ich bin mir sicher, dass wir auch in Zukunft noch von Booze Control hören werden. Wer also Spaß an klassischem Heavy Metal hat, eingängige Melodien und mitreißende Riffs mag, der sollte hier auf jeden Fall zuschlagen.

Tracklist:

  • 01. Night of the drinking dead
  • 02. Thunder Child
  • 03. Strike the Earth
  • 04. Outlaw
  • 05. Powertrain
  • 06. Grusome Twosome
  • 07. Hellspawn
  • 08. Atlantis
  • 09. We are the Booze
  • 10. Swim with the shark
Wertung: 9 von 10