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Broilers & Giuda – Noir Live Tour 2014

Ein Nummer Eins Album, größtenteils ausverkaufte Live Shows und eine überwiegend positive Presse. So könnte man kurz und knapp das Jahr 2014 für die Broilers zusammenfassen. Die Düsseldorfer Punk Rocker haben sich zu einer echten Institution in Deutschland entwickelt. Und deshalb verwundert es nicht, dass auch die heutige Show in Oldenburg bereits seit Wochen ausverkauft ist.


Bei eisigem Wind warten die Fans brav vor der Halle und fiebern dem Einlass entgegen. Auch die Polizei ist mit einem starken Aufgebot vor Ort und zeigt Präsenz. Bei der Sicherheitskontrolle, die sich ganz schön hinzieht, fällt auf, dass das Personal nicht nur auf verbotene Gegenstände kontrolliert, sondern auch einen kritischen Blick auf die T-Shirts der Fans wirft. Auf meine Frage, ob Übergriffe von rechter Seite befürchtet würden, erhalte ich die simple Antwort: „ Nein, wir haben keine Angst, denn diese Typen bleiben direkt draußen!“ Es liegt aber doch eine gewisse Angespanntheit bei der Security und der Polizei in der Luft.

In der Halle ist davon glücklicherweise nichts zu spüren. Die Organisation von Garderobe, Merchandise und Getränken ist gut und man kommt gut an seine Getränke. Auch der Sound ist äußerst anständig als gegen 20:00 Uhr die Vorband Giuda aus Rom die Bühne betritt. Ihre Interpretation von Glam Rock kommt knackig aus den Boxen und sorgt sogleich für einen ersten kleinen Moshpit. Auch das Licht ist gut ausgesteuert und so kommt die Band gut rüber. Der kräftige Gesang gepaart mit den Rock’N’Roll lastigen Gitarren und dem treibenden Schlagzeug verleiten unweigerlich zum Kopfnicken. Auf Dauer wirkt das Ganze dann aber doch ein wenig eintönig und gleichförmig. Außerdem ist eines vollkommen klar: Alle warten eh nur auf die Broilers. Nach gut 30 Minuten geht dann der Auftritt zu Ende und die Band wird mit Anstandsapplaus verabschiedet.

Während der Umbaupause wird dann ein weißer Vorhang vor die Bühne gehangen, der alles dahinter liegende verdeckt. Kurze Zeit später plärrt dann die obligatorische Sham69 Punk Klamotte „When the Kids are united“ aus den Boxen. Von diesem Moment an kommt Bewegung in die Meute vor der Bühne. Die ersten Stimmen erheben sich und es wird sich schon mal ein wenig warm geklatscht. Es folgt das „Vanitas Preludio“, womit noch einmal zusätzlich Spannung aufgebaut wird. Diese entlädt sich dann natürlich mit einem Paukenschlag im Opener „Zurück zum Beton“, bei welchem auch der Vorhang herunter fällt. Es folgt eine Kanonade von Broilers Partyknallern die allesamt vom Publikum abgefeiert werden. Hierbei fällt auf, dass gerade die neuen Songs wie „Ist da jemand“ oder „Wo es hingeht“ bei den Fans bereits bestens bekannt sind und lautstark mitgesungen werden. Aber auch ältere Songs wie „Tanzt du noch einmal mit mir?“ und ganz besonders „Harter Weg (Go!)“ werden jubelnd aufgenommen. Sänger Sammy lässt sich von der Stimmung sofort mitziehen und fordert seine Anhänger auf, den heutigen Montag doch bitte zu einem ordentlichen Samstag zu machen und wünscht ganz viel Spaß bei der Show. Das lassen sich die Leute vor der Bühne natürlich nicht zwei Mal sagen und werden nur noch wilder. Aber egal, ob „Grau, grau, grau“ oder „Dumm und glücklich“, eines ist bei den Broilers immer klar. Fremdenhass und Antisemitismus haben auf ihren Konzerten keinen Platz. Das macht Sammy bei der Ansage zu „Ich will hier nicht sein“ unmissverständlich klar. Dafür erntet er natürlich Applaus und laute „Nazis raus“ Rufe. Wow, was für eine Stimmung. Ich habe das Gefühl „Ich brenn“ und weiß nicht mehr genau „Wie weit wir gehen“, auf jeden Fall aber noch einmal „In 80 Tagen um die Welt“. Nun reiht sich ein Klassiker an den nächsten. Absoluter Höhepunkt der Show ist dann aber doch „Nur noch vorne gehen“ bei welchem Sammy ein rotes bengalisches Feuer auf der Bühne entzündet und gleichzeitig ein Rollstuhlfahrer zum Crowdsurfer wird. Das ist Gänsehaut Feeling.

Der erste Zugabenblock bietet dann noch einmal Spaß für die Pogo Fraktion. Bei „Ruby Light & Dark“ ist richtig Alarm im Pit und auch „Paul der Hooligan“, sowie „Meine Sache“, bei welchem reichlich Mittelfinger in die Luft gestreckt werden, werden sozusagen zelebriert. Der zweite Zugabenblock beginnt ruhig mit „Singe, seufze & saufe“. Und auch jetzt ist die Band noch zu Scherzen aufgelegt. So wird „33 rpm“ kurzerhand um ein Intro bestehend aus Van Halens „Jump“ erweitert. Zum unvermeidlichen Ende wird dann natürlich wie üblich der allererste Broilers Song überhaupt, „Blume“, zum Besten gegeben. Und als dann das Hallenlicht wieder eingeschaltet wird und sich die Masse bei Journeys „Don’t stop believin‘“ gen Ausgang bewegt wird mir klar, dass ich hier noch mal ein absolutes Konzert Highlight des Jahres 2014 gesehen habe.

Setlist Broilers

  • 1.Intro: Preludio: Vanitas
  • 2.Zurück zum Beton
  • 3.Heute schon gelebt
  • 4.Wo es hingeht
  • 5.Ist da jemand?
  • 6.Tanzt du noch einmal mit mir?
  • 7.Harter Weg (Go!)
  • 8.Vanitas
  • 9.Grau, grau, grau
  • 10.Lofi
  • 11.Dumm und glücklich
  • 12.One Step Beyond (Madness Cover)
  • 13.Ich will hier nicht sein
  • 14.Ich brenn‘
  • 15.Ich sah kein Licht
  • 16.Die Letzten (an der Bar)
  • 17.Wie weit wir gehen
  • 18.Nur die Nacht weiß
  • 19.In 80 Tagen um die Welt
  • 20.Held in unserer Mitte
  • 21.Nur nach vorne gehen

Zugabe 1

  • 22.Ruby Light & Dark
  • 23.Paul der Hooligan
  • 24.Zusammen (Slime Cover)
  • 25.Meine Sache

Zugabe 2

  • 26.Singe, seufze & saufe
  • 27.33 rpm
  • 28.Blume
  • 29.Outro: Don’t stop Believin (Journey)