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Cherry Poppin‘ Daddies

Für die beliebte „Sunday Matinee“-Reihe konnte Schnalli an diesem Sonntag für den Bastard Club eine ganz besondere Perle an Land ziehen. Die US-Amerikaner von den Cherry Poppin‘ Daddies waren seit 6 Jahren nicht mehr in Europa auf Tour. Dementsprechend hungrig waren die Liebhaber der Swing-Musik und belagerten schon frühzeitig Eingangsbereich und Parkplatz des Bastard Clubs.


Ein ungewöhnliches Bild bot sich mir, als ich an diesem sonnigen, warmen Sonntagnachmittag den Bastard Club betrat. Ich war in einer Zeitschleife gelandet, die mich zurück in die 30er Jahre transportiert hatte. Umgeben von Herren in schicken Anzügen und Damen in kecken Minikleidern oder hoch sitzenden Beinkleidern ganz nach der Mode dieser Zeit, fiel ich mit meinem schwarzen Heavy-Metal-Shirt total aus der Rolle.

Das Osnabrücker Trio 777 – Triple Seven eröffnete den späten Nachmittag mit Rockabilly. Der Bereich direkt vor der Bühne wurde freigelassen und zwar nicht wegen allgemeiner Berührungsängste, sondern weil er als Tanzfläche diente. Das habe ich auch erst später kapiert, aber getanzt wird auf neuzeitlichen Konzerten eher selten; wenn überhaupt, dann gemosht. Nach 45 Minuten Spielzeit wurden die Osnabrücker als Vorband mit auffallend viel Applaus belohnt.

Kaum hatten die Cherry Poppin‘ Daddies begonnen, kam es zu richtig viel Bewegung auf der Tanzfläche. Da gab es in Sachen Swing-Tanz doch so einige Experten im Publikum. Ich staunte nicht schlecht. Aber auch die Band zog mich sofort in ihren Bann. Das Bläserquartett, das auch für den Backing-Gesang zuständig war, bot ein großartiges Hörerlebnis, aber auch die Rhythmusgruppe mit Bass, Gitarre und Schlagzeug überzeugte durch ihre Performance. Die Instrumente waren allesamt hervorragend aufeinander abgestimmt. Entsprechend genial war der Sound. Sänger und Mastermind Steve Perry machte nur kurze Ansagen und führte die Band straff durch das Set. Vor der Bühne wurde weiter getanzt und geschwitzt, was das Zeug hielt. Die teilweise nicht mehr ganz so jungen, aber jung gebliebenen Damen, führten sich mit einem Fächer frische Luft zu. Es war inzwischen recht warm geworden in den vorderen Reihen. Die abwechslungsreichen Songstrukturen sorgten dafür, dass der Rhythmus auch dauerhaft ins Blut ging. Nach genau 1 1/2 Stunden verabschiedete sich die Band mit dem Hinweis, dass sie auch gerne noch Autogramme gibt. Das war aber kaum zu hören, weil es so frenetischen Applaus gab. Die Menge war begeistert und erschöpft. Selten habe ich eine so hochklassige und professionelle Band im Bastard Club gesehen. An diesem Abend waren die Cherry Poppin‘ Daddies ganz sicher die „Lionel Messie“ des Swing und gehen in meine Liste der TOP 5-Konzerte des Jahres ein.

Setlist 777

  • Gamble
  • Sexafull
  • Come Together
  • Riff Raff
  • Rebel Yell
  • Chernobilly
  • Radar Love
  • Rock All Night
  • Americano

Setlist Cherry Poppin‘ Daddies

  • April In Paris
  • Come Fly With Me
  • No Mercy
  • Here Comes The Snake
  • The Babooch
  • Diamond Light Boogie
  • Dr. Bones
  • Doug The Jitterbug
  • I Love American Music
  • Peckerheads Or Raylean
  • Drunk Daddy
  • Fly Me To The Moon
  • Brown Flight Jacket
  • Live Till I Die
  • When I Change
  • Bloodshot Eyes
  • White Teeth, Black Thoughts
  • Brown Derby
  • Zoot Suit
  • Ding Dong
  • Cherry Poppin‘ Daddies