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Death Angel – The Dream Calls For Blood

Bay Area Thrash der härteren Gangart haben wir im letzten Jahr von Testament serviert bekommen. Dieses Jahr stand nun die Veröffentlichung des neuesten Machwerks aus dem Hause Death Angel an. Nach der Reunion und dem Album „The Art Of Dying“, welches einen eher mäßigen Start ins neue Bandkapitel hingelegt hatte, konnte man mit „Killing Season“ und „Relentless Retribution“ wieder deutlich mehr punkten. Was wird also der neue Auswurf der Kalifonier bringen?


Nach einem kurzen Akustikintro brettert der Opener „Left For Dead“ ungebremst daher und macht einen extrem fetten Eindruck. Die Produktion ist äußerst donnernd und man knüppelt sich durch den ersten von zehn Thrash-Tracks. Die Linie ist also direkt klar definiert. Hat man auf den vergangenen, oben genannten Alben immer melodische Gitarrenriffs vorgefunden, die das Bild etwas abwechslungsreicher gestaltet haben, so haben die Amis bei „The Dream Calls For Blood“ den Titel beim Wort genommen und wollen Blut sehen. Das Album ist wahnsinnig schnell und hart gespielt und nur selten werden harmonische Parts eingebaut. Das Tempo wird nur durch stellenweise eingestreute Akustikparts aufgelockert bzw. etwas abgebremst. Hatte man im Vorfeld ein Album wie das 1990er Meisterwerk „Act III“ erwartet, so wird man wahrscheinlich bitter enttäuscht sein und Death Angel mangelnde Inspiration ankreiden. Der Weggang von Gründungsmitglied Andy Galeon kann hierfür gegebenenfalls ein Ansatz für Diskussionen sein. Aber im Endeffekt haben die fünf Mannen aus der San Francisco Bay Area, meiner Meinung nach, alles richtig gemacht. Ein weiteres Stück wie „Veil Of Deception“ wird es wohl so schnell nicht wieder geben. Der zweite Song, „Son Of The Morning“, gehört mit zu den Highlights des Albums und macht ebenfalls ordentlich Dampf. Hier kommt die einmalige Stimme von Frontmann Mark Osegueda besonders zum Vorschein, auch wenn sein Organ für manch einen recht gewöhnungsbedürftig sein mag. Mein persönliches Highlight stellt der im Vorfeld veröffentlichte Titeltrack dar. Ein Song, der Lust auf den nächsten Moshpit macht und zum Faust-nach-oben-recken und Mitschreien einlädt. Auch „Caster Of Shame“ oder das rasante „Empty“ sind Anspieltipps und machen das Album zu einem Thrash-Album, so wie es klingen soll.

Auch wenn der Trend der 80er Jahre Bay Area Bands, wie Testament, Exodus oder auch (das beste Beispiel eigentlich) Metallica Anfang der 90er dahin ging, die Bremse zu treten und etwas mehr Wert auf Melodie und eine ruhigere Gangart zu legen, so ist es doch nicht verkehrt, wenn eine Band es wieder ordentlich krachen und Thrash Metal so klingen lässt wie es sein sollte: schnell, hart und auf die Zwölf! Und genau das ist den Herren gelungen. Ein Geniestreich wie „Act III“ wird sich auch nur schwer bis gar nicht wiederholen lassen. Wenn man etwas zu kritisieren sucht, dann kann man den Mannen eine gewisse Monotonie unterstellen, denn alle Songs klingen wie aus einem Guss, so dass sich bei unbewusstem Hören nicht alle Songs im Gedächtnis festsetzen. Aber das ist Jammern auf recht hohem Niveau und schmälert in keiner Weise das Gesamtbild. Was Aggressivität und „Wumms“ angeht, so brauchen sich die Herren nicht vor jungen Kapellen wie beispielsweise den Italienern Ultra-Violence, die sich nach Death Angels legendärem Debüt benannt und dieses Jahr einen ebenfalls äußert wertigen Erstling veröffentlicht haben, nichts vormachen lassen. Death Angel beweisen dieser Tage: Die erste Garde kann es auch noch!

Tracklist

  • 01. Left for Dead
  • 02. Son of the Morning
  • 03. Fallen
  • 04. The Dream Calls for Blood
  • 05. Succubus
  • 06. Execution / Don’t Save Me
  • 07. Caster of Shame
  • 08. Detonate
  • 09. Empty
  • 10. Territorial Instinct / Bloodlust
Wertung: 8 von 10