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Deserted Fear – My Empire

deserted_fear_my_empire„My Empire“ von Deserted Fear – Eine beachtliche Scheibe!

Dass aus Europa allerfeinster Death Metal kommt, ist kein großes Geheimnis. Es ist aber auch keine Garantie dafür, dass jede Band, die sich in diesem Genre bewegt, automatisch überzeugen muss. Im Fall der Thüringer Band Deserted Fear muss man sich, was dies betrifft, jedoch keine Sorgen machen. Ganz im Gegenteil: Die Band aus Thüringen liefert mit „My Empire“ ein Sahnestück allerfeinster Machart ab. Dabei ist es äußerst erfreulich, dass die Combo nicht versucht, das Rad neu zu erfinden. Solche Versuche können gelingen, gehen aber auch oft genug in die Hose. Dies bedeutet freilich nicht, dass man hier „auf Nummer sicher geht“ und dadurch langweilig wird. Im Gegenteil: Deserted Fear liefern klassischen Death Metal in allerhöchster Vollendung und klingt dabei dennoch eigenständig. Das Album beginnt in klassischer Manier mit einem Intro, das den Hörer schon mal richtig in die Scheibe hineinzieht, bevor es mit „Battalion of Insanities“ dann gleich richtig zur Sache geht. Schnell, laut und beachtlich präzise auf den Punkt gespielt. So muss es sein. Mit den folgenden Songs wird dann all das geliefert, was Headbanger lieben: Speed, Doom und „gib ihm“. Großartig! Zarter besaitete Gemüter könnten hier einwerfen, dass etwas Abwechslung nicht schaden könnte. Umgekehrt: Muss jemand, der es so beeindruckend versteht, wie ein Kampfpanzer durch die Songs zu fahren, wirklich mit jedem Song überraschen? Das hier ist erstklassiges Futter für den Fan: Laut, dreckig, schnell und aus dem tiefsten Kellergeschoss der Hölle entflohen. Wer derart nach Schwefel riecht, hat natürlich auch hymnenartige Passagen auf Lager und im Fall dieser Band dürften da einige Münder überrascht und fasziniert zugleich nach unten klappen. So tauchen hier immer wieder tolle Harmonien auf, die geschickt dafür sorgen, das Album aus dem „Einheitsbrei“ mancher Metal-Veröffentlichungen hervorzuheben. Großes Kino!

Neben den musikalischen Aspekten überzeugt „My Empire“ auch in puncto Sound. Hierfür zeichnet sich der Schwede Dan Swanö verantwortlich, der für die Mischung und das Mastering zuständig war. Wer jetzt vorschnell „Das muss ja schwedisch klingen!“ ruft, wird allerdings eines Besseren belehrt. „My Empire“ klingt aber auch nicht typisch deutsch. Stattdessen findet man hier das Beste aus dem Giftschrank der Metal-Küche in einem Album vereint. Das ärgert vielleicht ein paar Leute, die ständig auf der Suche nach dem „neuesten Sound“ sind, lässt aber das Herz eines jeden Deathmetallers höher schlagen. Und gegroovt wird ohnehin wie die Hölle.

Fazit:

Mit „My Empire“ liefern Deserted Fear äußerst solide und beeindruckende Kost ab, die zum Herdbangen einlädt, bis der Arzt kommt. Ein im wahrsten Sinne des Wortes „klassisches“ Machwerk, das nicht versucht, irgendetwas anderes als einfach eine großartig gestrickte Death Metal-Scheibe zu sein. Das freut den Fan und versetzt die Omas und Nachbarn in Angst und Schrecken. So muss es sein. Danke!

Die Trackliste:

1. Intro
2. Battalion of Insanities
3. Pestilential
4. Nocturnal Frags
5. Morbid Infection
6. The Black Incantation
7. Scene of Crime
8. Field of Death
9. My Empire
10. Bury Your Dead

Wertung: 9.5 von 10