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Eisregen – Flötenfreunde (EP)

Bereits ein halbes Jahr nach dem letzten Studioalbum „Todestage“ kommt nun die EP „Flötenfreunde“ von Eisregen auf den Markt. Im Vorfeld der Veröffentlichung von „Todestage“ gab es Probleme mit einem Flötenlied auf der CD, sodass die Veröffentlichung verschoben und bei der Liedauswahl anscheinend etwas gekürzt werden musste.


Dieses Thema an sich ist ja nichts Neues für die diesbezüglich leiderprobten Thüringer, aber dieser Song sollte anscheinend unbedingt im Liveprogramm auftauchen, sodass eine leichte Abwandlung und eine nachträgliche Veröffentlichung auf einer EP die Folge waren. Doch nur einen Song packt man nicht mehr auf CD, von daher gibt es insgesamt fünf Songs auf der EP.

Mit „Rotes Meer“ gibt es zum Start einen richtigen Kracher. Der Song handelt von Schiffbrüchigen, die mit Haien Bekanntschaft machen und nach und nach eher ungewollt das Wasser färben. Der Song ist geradeaus, richtig was zum Mitnicken zu Hause, zum Tanzen (oder Marschieren bei dem Takt) auf dem Konzert und wird live sicherlich zum Standardrepertoire zählen. „Tausendschweiner“ ist nun also die freigegebene Variante des auf Todestage verhinderten Songs. Ein typischer Eisregen-Song mit richtig schönem, anspruchsvollem Flötensolo. Man sollte vielleicht Ian Anderson für das Solo bei Konzerten mit auf die Bühne holen, damit das auch live so exakt rüberkommt. „Blut Saufen“ hingegen ist eine echte Überraschung. Dass sich Bands wie die Excrementory Grindfuckers regelmäßig auf die Schippe nehmen und dabei eine andere Musikrichtung einschlagen ist ja bekannt, aber was Eisregen hier raushaut hat es mir angetan. Echt gut gemacht und selbstironisch, dürfte jedoch nicht für alle Fans was sein, da hier klar die Elektronik und nicht der Metal im Vordergrund steht. Für mich jedoch eine gelungene Abwechslung. Bei „Mordlust“ könnte man meinen, dass Eisregen eine ganze Menge Leidenschaft und Herzblut in die Entstehung dieses Songs gesteckt hat. Gefällt definitiv, und ist sicher auch was für die anstehenden Livetermine. Bei „Tot/Untot“ handelt es sich nicht um die Version von der „Todestage“, sondern eine vormals auf einem Legacy-Sampler veröffentlichte Demoversion. Rauer und unreifer, hat durchaus seinen Reiz, persönlich finde ich die Version von „Todestage“ jedoch einen kleinen Tick besser.

Insgesamt eine schöne EP. Gerade die neuen Songs machen auf die musikalische Weiterentwicklung zum nächsten Studioalbum neugierig. Metaller, die Eisregen noch nicht kennen und mal eine Chance geben wollen, können hier für schmales Geld bedenkenlos zugreifen. Zusätzlich sind auf der EP noch zwei Videos drauf: Studioaufnahmen von „Lang lebe die Nadel“ sowie das etwas ungewöhnliche Falco-Cover Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“.

Tracklist:

  • 1. Rotes Meer
  • 2. Tausendschweiner
  • 3. Blut Saufen
  • 4. Mordlust
  • 5. Tot / Untot (Demo-Version)
  • 6. Lang Lebe Die Nadel (Studio Edit/Video Clip)
  • 7. Mutter, Der Mann Mit Dem Koks Ist Da (Video Clip)
Wertung: 8 von 10