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Enforcer – Death By Fire

Speed Metal, ein Subgenre, das in den 80er Jahren den Weg für Thrash Metal ebnete und durch Bands wie Agent Steel, den frühen Helloween, Anvil und Exciter für großartige Alben sorgte, ist zurzeit wieder extrem angesagt. Eine Vielzahl erfolgreicher Bands greift den Sound und den Look der Legenden aus den 80ern wieder auf und spielt Platten ein, die so klingen als hätte man ganze zwei Jahrzehnte einfach mal ausgelassen. Mit zur Speerspitze dieser Kapellen gehören die Schweden von Enforcer, die gerade ihr neustes Werk auf die Menschheit losgelassen haben. Nach zwei überaus überzeugenden Alben waren die Erwartungen an „Death By Fire“ dementsprechend hoch.


Nach einem kurzen Intro treten die vier Schweden mit dem eigentlichen Opener „Death Rides This Night“ mit voller Kraft aufs Gaspedal und zeigen mit präzisen Riffs und schnellem Drums, worauf man sich die nächsten knapp 40 Minuten einrichten kann. Sänger Olof Wikstrand begibt sich in gewohnt hohe Gefilde und überragt die Songs mit seinem eindrucksvollen Organ. Ohne Pause brettert das Quartett weiter zum nächsten Song „Run For Your Life“ der mit seinem eingängigen Riff definitiv Hitpotential besitzt. Schon jetzt ist klar, dass sich Enforcer nach dem vergleichsweise zahmen, letzten Langspieler wieder mehr in die Richtung ihres Debüts von 2008 begeben. Das Tempo wird bei der im Vorfeld bereits veröffentlichten Single „Mesmerized By Fire“ weiterhin aufrecht erhalten und erst beim folgenden „Take Me Out Of This Nightmare“ wird die Geschwindigkeit ein wenig gedrosselt.

Die zweite Seite (zumindest bei der Vinylversion des Albums) wird mit einem inzwischen obligatorischem Instrumental mit dem Titel „Crystal Suite“ eröffnet und Enforcer beweisen mit ihrem dritten gesanglosem Stück (nach „Diamonds“ vom gleichnamigen Album und „City Lights“ vom Debüt) ein weiteres Mal, dass die Band auch ohne den markanten Gesang ihres Frontmanns in der Lage ist, ein großartiges Stück Metall abzuliefern. Auch im weiteren Verlauf des Albums warten keinerlei Überraschungen auf den Hörer, sondern die Schweden konzentrieren sich auf ihre Stärken, die sowohl aus präzisem und pfeilschnellem Spiel als auch aus kräftigem, traditionell hohen Gesang bestehen. Ein wenig Okkultes gibt es mit dem letzten Stück „Satan“, und dieser hat es noch mal in sich. Mit diesem Geschwindigkeitskracher verabschieden sich die vier Jungs.

Mit „Death By Fire“ wagen Enforcer keine Experimente und verlassen sich auf ihr bislang erfolgreiches Rezept aus Old-School gepaart mit moderner Produktion. Auch die Aufmachung und das Artwork des Albums sind im bekannten Rot-Orange-Schwarz gehalten. Kritiker könnten der Truppe also mangelnde Entwicklung vorwerfen. Ich hingegen sehe das getreu dem Motto „Never change a winning team“ und bin vom neusten Erguss der Schweden, der diesmal unter den mächtigen Fittichen von Nuclear Blast entstanden ist, schwer angetan. Die vier Mannen aus dem Norden, die bereits eine Vielzahl von Festivals und Konzerten hierzulande gerockt und sich so eine inzwischen sehr beachtliche Fanbase erspielt haben, bündeln all ihre Stärken auf dem aktuellen Silberling (und natürlich Langrille) und das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen: Klassischer Metal der beweist, dass Gutes einfach nicht altert.

Tracklist

  • 01. Bells Of Hades (Intro)
  • 02. Death Rides This Night
  • 03. Run For Your Life
  • 04. Mesmerized By Fire
  • 05. Take Me Out Of This Nightmare
  • 06. Crystal Suite (Instrumental)
  • 07. Sacrificed
  • 08. Silent Hour / The Conjugation
  • 09. Satan
Wertung: 7 von 10