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Eternal Tears of Sorrow – Saivon Lapsi

Wer heutzutage von Gothic Metal liest, der denkt zumeist an etwas düsteren Bombast, leicht melancholische Melodien und vor allem schrillen Frauengesang. Dass das nicht immer sein muss beweisen Eternal Tears Of Sorrow auf ihrem neuen Album „Saivon Lapsi“. Was vor mittlerweile über 15 Jahren als Mischung aus Death, Thrash und Doom begann kann sich heute als astreine Gothic Metal-Band der alten Schule sehen lassen. Dabei müssen die Finnen auch vor dem Vergleich mit Genre-Größen wie Paradise Lost oder Moonspell nicht zurückschrecken.


Schon das direkt nach dem Intro daherstampfende „Dark Aliance“ zeigt die Band von ihrer düsteren Seite. Die dezent eingesetzten Frauenchöre im Hintergrund, verbunden mit den atmosphärischen Synthies bereiten den richtigen Teppich für die Grunz-Stimme von Sänger Altti Veteläinen. Dass die Band auch durchaus mal das Gaspedal durchtreten kann zeigt sie mit dem dann folgenden „Legion of Beast. Hier kommen wieder die Melo-Death-Einflüsse früherer Tage durch.

Im Mittelteil des Albums entdecken unsere Trauer-Tränen sogar ihre Verbundenheit zu starken Melodien, bombastischen Chören und teils cleanem Gesang. „Dance of December“ und „The Day“ beispielsweise gehen mit einer enormen Power an den Start und klingen schon fast nach Melodic Metal. Die schöne im Duett gesungene Ballade „The Sound of Silence“ setzt dann noch einen drauf und zeigt Eternal Tears Of Sorrow dann von ihrer melodiös melancholischen Seite.

Für die kraftvolle Halbballade „Swan Saivo“ wurde zudem noch ein professionelles Video erstellt, welches unter anderem auf Youtube zu finden ist. Hervorzuheben ist bei diesem Stück die gute Balance zwischen cleanem und gutturalem Gesang, auch wenn der Song ansonsten mit wenigen Höhepunkten aufwarten kann. Das Album endet mit dem dritten Teil des „Angelheart, Ravenheart“-Zyklusses, welcher damit den Bogen zu den beiden Vorgängeralben schlägt.

Verglichen mit „Children of the dark waters“ (2009) ist das aktuelle Album nicht ganz so düster. Es klingt etwas technischer, was natürlich zur Folge hat, dass die Emotionen ein wenig auf der Strecke bleiben. Aber die Band hat wieder einmal über den Tellerrand hinausgeschaut und ihren Stil weiterentwickelt, ohne dabei allerdings ihre Wurzeln zu vergessen. Vorhalten kann man der Band eigentlich nur, dass sie es dieses Mal nicht geschafft haben einen echten Überhit der Marke „Autumn`s Grief“ auf das Album zu bringen. Dafür zeigen sie eindrucksvoll, dass eine Gothic Metal-Band nicht zwangsläufig weiblichen Gesang benötigt.

Wer die oben bereits erwähnten Genre-Größen mag, der sollte auch hier mal reinhören. Für Fans der ersten Stunde aber wohl eher weniger geeignet.

Tracklist:

  • 01. Saivo
  • 02. Dark Alliance
  • 03. Legion of Beast
  • 04. Kuura
  • 05. Dance of December
  • 06. The Day
  • 07. Sound of Silence
  • 08. Beneath the frozen leaves
  • 09. Swan Saivo
  • 10. Blood Stained Sea
  • 11. Angelheart, Ravenheart (Act III: Saivon Lapsi)
Wertung: 7 von 10