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Expurgate – Dementia Tremens

Für alle Fans der etwas härteren Gangart kommt dieser Tage das Debüt aus dem Hause Expurgate auf den Markt. Es erwartet den Hörer brutalster, amerikanischer Death Metal im Stile der Slam Death Metal-Legenden Devourment. Zartbesaitete oder Freunde von Melodien sollten sich von diesem Machwerk eher fernhalten, denn hier gibt es ohne Vorwarnung mächtig auf die Zwölf.


Mit „Dementia Tremens“ bringen die vier Amerikaner aus Colorado ihr erstes Album auf den Markt, nachdem sie in den Jahren 2010 und 2011 mit Demos in den USA schon ein wenig auf sich aufmerksam gemacht haben. Nun wurde über das auf Slam und Brutal Death Metal spezialisierte Label Comatose Music der erste Langspieler auf die Fans losgelassen. Ohne sich großartig von anderen Kapellen dieser Spielart abzugrenzen, hat man bei der Logogestaltung auf einen möglichst schwer zu lesenden Schriftzug gesetzt und das Cover-Artwork ist genreüblich bunt, dämonisch und mit einer unbekleideten Frau (oder das, was von ihr übrig ist) versehen.

Nach einem kurzen Intro fällt beim Opener direkt die fette Produktion der Platte auf. Der Sound ist hart und brutal, aber trotzdem mit einer Menge Groove versehen und donnert ordentlich aus den Boxen. Soweit könnte man sich auch als „Otto-Normal-Metaller“ auf die Musik der Amis einlassen, aber dann setzt das gutturale Gerotze von Frontmann Jaymes Grundmann ein. Auf unverständlichste Art und Weise grunzt er sich durch das Stück „Viscera Insufflation“, so dass man nur Anhand der Titel die grobe Richtung der Lyrics erahnen kann. Aber bei Namen wie „Methamphetamine Induced Surrogacy Malformation“, „40oz. Facefuck“ (welches mit einer Spielzeit von 3:15 Min das längste Stück des Albums ist) oder „Disgorging Vomitous Anomalies“ kann man sich einiges vorstellen.

Über die gesamten neun Songs ballert das Quartett einen Vorschlaghammer nach dem anderen in den Gehörgang und weiß trotz recht stumpfen Songwritings dennoch die Nackenmuskulatur zum zucken zu bringen. Nach nur knapp 23 Minuten ist das Spektakel vorbei und ich muss gestehen, dass ich selten ein so kurzes Album gehört habe. Egal wie man es ausdrücken möchte, ob „stumpf ist Trumpf“ oder „in der Kürze liegt die Würze“. Beides passt wunderbar zum Debüt von Expurgate. Aber was möchte man erwarten? Es handelt sich um Brutal Death Metal. Hier wird Wert auf einen kompromisslosen Faustschlag auf das Trommelfell gelegt und das ist alles was Fans dieses Genres, neben brutalen und blutrünstigen Artworks und Lyrics, erwarten.

Als Fazit nach knapp etwas über einer Stunde Expurgate (also dreimal das komplette Album durch!!!) kann ich sagen, dass ich als Fan von Death Metal in seinen diversen Spielweisen auf jeden Fall meinen Spaß mit der Platte hatte. Man muss sich allerdings auf diese, vor allem gesangstechnischen, aber auch musikalischen Extreme einlassen und mit ihnen anfreunden können. Unterm Strich ist dieses erste Machwerk eine gelungene, aber durchschnittliche Schlachtplatte, die aber vor allem mit ihrem gekonnten Sound punkten kann. Man hat aus diesem Genre schon weitaus Schlechteres hören können. Allen Fans von Devourment, Prostitute Disfigurement oder Kraanium sei hiermit ein Probehören wärmstens empfohlen.

Tracklist

  • 01. 86
  • 02. Viscera Insufflation
  • 03. Fermented Concubine Ingurgitation
  • 04. Redemption Through Seppuku
  • 05. Methamphetamine Induced Surrogacy Malformation
  • 06. 40oz. Facefuck
  • 07. Repugnant Torso Defilement
  • 08. Viscous Human Putrilage
  • 09. Disgorging Vomitous Anomalies
Wertung: 5 von 10