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Extinct – Kill Or Be Killed

Vor dem Jahr 2001 hatte – abgesehen von einem Gitarristen – noch kein Bandmitglied jemals zuvor ein Instrument erlernt und mittlerweile bringen Extinct mit „Kill Or Be Killed“ Ihr zweites Album heraus.


Und es hört sich nach einer soliden Leistung an. So kann es auch gehen. Es verwundert also vielleicht nicht allzu sehr, wenn man nun hinzufügt, dass sich die 4 Luxemburger dem Punkgenre verschrieben haben. Und an und für sich machen sie das gar nicht schlecht: Das erste Instrument, welches sofort auffällt, sind die Drums mit einer sehr prägnanten Bass- Drum. Dagegen fällt die Stimme ein wenig mau aus, wenn man bedenkt, dass die Band Ihre eigene Musik als Streetpunk bezeichnet. An dieser Stelle ist man doch eher an raue und gröhlige Vocals gewöhnt und nicht an die eher straight und teilweise beinahe etwas flach gesungenen Parts des Sängers Dario. Vielleicht litt seine Stimme jedoch auch etwas unter der sehr am Schlagzeug sowie an den Gitarren orientierten Produktion. Doch gerade letzterer muss man beim Durchhören der Platte des Öfteren Komplimente machen. Die ansonsten auf die Dauer teils eintönigen Tracks werden immer wieder aufs Neue durch nette Rock- Soli nicht nur untermalt, sondern zuweilen durch die sehr netten Melodien auch stark variiert. Desweiteren wird der hier dargebotene Straßenpunk natürlich mit obligatorischen „Gangshouts“ sowie einigen „ohohoh“s untermauert, um dem Ganzen einen wirklich ungekünzelt, leicht rotzig klingenden Street- Charme zu verleihen. Während hier also in feinster Manier 3- Akkorde- Punk im erhöhten Tempo gespielt wird, laden die kritischen und ungeschminkten Texte zum „dagegen sein“ ein.Das alles ist für sich genommen natürlich nichts Neues. Dennoch lässt sich die Platte, welche übrigens in den „Kohlekeller- Studios“ aufgenommen und gemastert wurde, gut hören. Zwar möchte man meinen, es fehle der Produktion an einigen Stellen der richtige Feinschliff, doch alles in Allem passt sie auch wiederum zur Musik und dem Genre der Band; selbst, wenn der Gesang ein wenig mehr Power hätte vertragen können. Das Artwork teilt ein ähnliches Schicksal: im Grunde genommen recht zweckmäßig eingerichtet, lässt sich doch ab und zu das Auge zum Detail feststellen. Unter dem Strich kann man von einer gelungen zweiten Platte sprechen. Schade ist nur, dass der Langspieler auf seinem knapp 50minütigem Weg bis zum Ende, welches immerhin erst nach 15 Songs erreicht ist, leider ein wenig farblos wird. Nimmt man es genau, lässt sich eigentlich kein wirklicher Hit darauf finden, selbst wenn einige Songs bzw. Songfragmente definitiv im Ohr hängen bleiben. Dennoch sollten sich diejenigen, welche sich über Streetpunk mit leichter Vermengung einiger Hardcoretendezen freuen, die Scheibe etwas genauer anhören oder Extinct einfach mal auf einem der kommenden Konzerte in Nord- Europa besuchen.

Wertung: 6 von 10