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FrightDoll – Reference Version

FrightDoll steht für eine wenig vertretene Sparte Musik bei OsnaMetal.de, nämlich dem Electro bzw EBM. Als Solo-Artist wird FrightDoll bereits mit der Bezeichnung „Ausnahmetalent“ tituliert, zudem wird ihr eine starke Persönlichkeit beschrieben.


Vom Letzteren könnt ihr euch auf den unten angegebenen Konzertterminen überzeugen, ob FrightDoll ein überragendes Händchen hat, darf ich nun beurteilen. Das Album „Reference Version“ ist im Juni/ Juli 2007 erschienen und soll den hart umkämpften EBM – Markt aufwühlen. Wer schon mal das PC-Game „Vampire-Bloodlines“ gezockt hat, weiß sicher, von welcher Grundstimmung ich jetzt spreche: Eine schlecht beleuchtete Straße, brennende Tonnen mit den entsprechenden vermummten Gestalten, die sich in dieser sternenklaren und knackig-kalten Nacht die Hände an dem provisorischen Feuer wärmen. Am Ende der Straße führt an der Ecke eine kleine Treppe hinunter in eine völlig vernebelte Club-Disco. Und genau dort findet ihr den passenden DJ für die neue FrightDoll-Scheibe.„Reference Version“ ist rein Computer generierte Musik, mit prägnanten Beats und teilweise verfremdeter, angezerrter Stimme. Die benutzen Samples werden in Maßen eingesetzt und nutzen ein angenehmes Verhältnis, um auf der einen Seite Monotonie und auf der anderen Seite einen Sound-Zirkus zu vermeiden. Insgesamt enthält die Platte 11 Tracks mit einer Gesamtspiellänge von 37:57 Minuten, die sich für das ungeübte Ohr leider nicht sehr deutlich voneinander abheben. Sicherlich wird FrightDoll aufgrund einiger Songs früher oder später in der Lage sein, einen echten Club-Hit zu landen. Doch ich möchte auch niemandem verschweigen, dass aufgrund einiger anderer Songs auch der Job als Backgroundsängerin bei Scooter in Frage kommt. Das mag allerdings vor allem an persönlichen Assoziationen mit der Sample-Auswahl liegen. Was ich damit sagen möchte ist, dass hier auf einem ganz schmalen Grad gearbeitet wird, was man ganz selbstbewusst als „Future Pop“ verkauft.Ich möchte zudem in Frage stellen, ob diese Solokünstlerin tatsächlich ein Florida/USA-Import ist, oder einfach den Eindruck erwecken soll – vielleicht ist sie lediglich dort geboren worden, aber in Deutschland aufgewachsen. Es sind keine weiteren Konzerttermine außer den Deutschlandweiten bekannt, auch aus ihrer Vergangenheit ist nichts Außergewöhnliches zu recherchieren, was von einem deutschen Newcomer abweicht. Persönliche Daten gibt es gar nicht, nur die Presseinfo, die ihr wortgleich fast auf jeder Musikseite nachlesen könnt. Die Anzeichen stehen in meinen Augen auf „Hype“; alles wirkt sehr konstruiert, was ich nicht wirklich prickelnd finde.Meine kritischen Anmerkungen sollten allerdings keinen Freund der elektronischen Musik davon abhalten, mal in die Scheibe reinzuhören, denn wir haben hier eine saubere Produktion in süßem Gewand.

Wertung: 7 von 10