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Gamma Ray – Land Of The Free II

Damals, ich war gerade 15, das Cover einer CD lachte mich an. Gamma Ray, ja den Namen hat mal jemand genannt, ich greife zu, schnell nach Hause und rein in den CD-Player, eine Gänsehaut nach der nächsten, „Land Of The Free“! Damals hat es mich voll erwischt, diese Scheibe hat bis heute Gottstatus bei mir.


Umso erschreckter war ich, als ich sah, dass heute, 11 Jahre später, wieder eine „Land Of The Free“ rauskommen sollte. Das hat doch bei Helloween schon nicht geklappt. Und es sei vorweggenommen, es klappt auch hier nicht. Zwar beginnt die Scheibe mit einem typischen Gamma Ray Song, der gesanglich etwas an „All Of The Damned“ erinnert. Ein guter Opener, der Böcke auf die Scheibe macht. Auch das folgende „From The Ashes“ kann dieses Niveau halten und rangiert irgendwo zu „Land Of The Free“ und „Somewhere Out In Space“ Zeiten. Nett veredelt mit einem Chor und einem recht cheesigen Refrain. Auch das nach kurzem Intro folgende „To Mother Earth“ reicht noch fast an das Niveau der ersten beiden Songs heran, gerät aber schon etwas ins Abseits durch einen lauen Refrain und zu viel Kitsch. Danach wird mit „Rain“ und „Leaving Hell“ noch mal etwas angezogen bevor die Scheibe in die Belanglosigkeit abdriftet. Ersterer ist etwas dunkler gehalten und erinnert an „Push“ von Helloween. Zweiterer ist sicher das Highlight der CD mit Hammerfall mäßigem Anfang, der sich dann aber zu nem flotten, groovigen Song mit coolem Refrain mausert. Sicherlich der Hit der Scheibe und eigentlich genau so, wie ich es von Gamma Ray erwarte. Danach folgen mit „Empress, When The World“ und „Opportunity“ drei wirklich eher durchschnittlich bis langweilige Songs, die nur ab und an mal mit einem Break oder einer Bridge glänzen können. Besonders „Opportunity“ stellt einen wirklich schlechten Versuch einer „Rebellion In Dreamland“ Homage dar. Da reißt dann auch die Party Hymne „Real World“ nichts mehr raus. Leider ist der Versuch auch missglückt.Mit „Hear Me Calling“ wird noch mal ein wenigstens etwas besserer Song präsentiert bevor es mit „Insurrection“ zu Ende geht. Wenigstens zum Schluss blitzt noch mal ein bisschen des Hansenschen Songwriterkönnens auf, auch wenn der langsame Teil schon fast Manowar ist. Aber der Song ist schon ganz OK, wenn er auch nicht an die Großen heran reicht. Insgesamt ist die Platte also wirklich nur Durchschnitt und kann nur Fans von Gamma Ray empfohlen werden. Neueinsteigern empfehle ich hier doch mal etwas in der Zeit zurück zu gehen. Die typischen Trademarks, wie schnelle Gitarren und die wirklich markante Stimme von Kai Hansen sind zwar zu hören, aber irgendwie funktionieren die Songs nicht so. Diesmal also keine Gänsehaut für den nicht mehr ganz so kleinen Zwiebel. Wer sich dran versuchen mag, dem leg ich „Into The Storm“ oder „Rain“ ans Ohr und mit einem traurigen Auge schiebe ich „Land of the Free“ in den CD-Schacht…die erste.

Wertung: 5 von 10