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Gothicrock

Gothic Rock, manchmal auch nur Gothic genannt, beschreibt eine Musikrichtung, die sich Ende der 1970er Jahre etabliert hat. Der Begriff Gothic Rock zur Bezeichnung des Genres entwickelte sich erst 10 Jahre später, als der Autor Mick Mercer sein Buch „Gothic Rock Black Book“ veröffentliche, das sich mit der Gothic Kultur beschäftigt. Ab diesem Zeitpunkt fand die Bezeichnung weltweit Verwendung. Die Texte des Gothic Rock thematisieren häufig Fragen der Philosophie oder Gesellschaft, oder greifen schlicht auf frühere Literatur zurück. Die Musikrichtung weist Ähnlichkeiten zu Genres wie Death Rock oder Gothic Metal auf und eine deutliche Abgrenzung ist bei vielen Bands kaum möglich. Vielmehr ist es so, dass einige Bands Gothic Rock Songs produzierten, sich aber im Laufe ihrer Karriere nicht nur auf diese Richtung festlegten.



Besonderheiten des Gothic Rock

Der Stil ging damals besonders aus dem Psychedelic Rock und dem Punk Rock hervor und entwickelte sich aus den Alben von Bands wie Joy Division, The Sisters Of Mercy oder auch Bauhaus. Auffällig ist die äußerst häufige Verwendung der Tonart Moll. Weitere stilistisch prägnante Merkmale sind neben dem Einsatz von Gitarren, einem tiefgestimmten Bass und einem Schlagzeug auch melodische, elektronische oder punkige Einflüsse oder die Verwendung einer Drum Machine. Auch der Gesang passt sich in der Regel der dunklen, tiefen Grundstimmung dieser Musikrichtung an. Statt schnellem oder undeutlichem Sprechgesang, wie es häufig beim Punk zu finden ist, wird beim Gothic Rock auf melodischen oder melancholischen Gesang wertgelegt, der gelegentlich auch Elemente der klassischen Sparte enthält, die eine kräftige, klare Stimme auszeichnet.

Bekannte Vertreter des Gothic Rock

International sind Bands wie Bauhaus, The Sisters Of Mercy, The 69 Eyes, Siouxsie And The Banshees oder The Cure wohl die bekanntesten. Während The Sisters Of Mercy 2009 zum letzten Mal tourten, sind The Cure heute noch aktiv. In der deutschen Szene stellen Bands wie Letzte Instanz, Mono Inc., ASP, Lacrimosa oder X-mal Deutschland und Eisheilig wohl die bekanntesten Vertreter dar. Letzte Instanz gründeten sich in Dresden, ungefähr 20 Jahre nach Beginn des Gothic Rock. Ihre Musik ist stark von Mittelalter- und Folkrock beeinflusst. Die Band X-mal Deutschland entwickelte sich bereits parallel zur britischen Szene Ende der 1970er Jahre und hat sich schon vor vielen Jahren aufgelöst. Mitte der 1980er Jahre gab es einen Tiefpunkt in der Musikszene, so dass viele Bands gezwungen waren, sich aufzulösen, da sie ihren Plattenvertrag verloren. Heute existieren weltweit zahlreiche Gothic Rock Bands und die Musikrichtung hat sich ihren festen Platz neben den anderen Genres gesichert. Die Etablierung der Musikrichtung fand nicht parallel und unabhängig statt, sondern viele Bands kooperierten während den Anfängen. Einzelne Musiker halfen in anderen Bands aus oder es wurden gemeinsam Konzerte organisiert. Zu den klassischen Gothic Rock Hymnen gehören unter anderem Songs wie „Bela Lugosi Is Dead“ von Bauhaus, „Gothic Girl“ von The 69 Eyes oder auch „Temple Of Love“ von The Sisters Of Mercy.

Die Musikrichtung als Anstoß für eine neue Subkultur

Mit den Anfängen des Gothic Rock war auch eine neue Kultur geboren. Kennzeichnend hierfür sind grundlegend schwarze Kleidung, auffällige Accessoires und die Hingabe zur Musik. Über die Jahrzehnte hinweg entstanden unzählige Festivals, die sich mit dem Thema Gothic auseinandersetzen. Noch heute zählen Events wie das Wave Gotik Treffen in Leipzig oder das M’era Luna Festival in Hildesheim jährlich mehr als 20.000 Besucher an einem Wochenende. Der Fokus liegt bei beiden Veranstaltungen auf den Konzerten. Es spielen Bands aus den Bereichen Gothic, Elektro und Mittelalterrock. Mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten, die Zugehörigkeit zur Gothic Szene auszuleben, so dass zum individuellen „Gothsein“ mittlerweile weitaus mehr gehört, als sich nur schwarz zu kleiden. Nur eines haben wirklich alle Goths gemeinsam – das Interesse an einer vielfältigen Musikrichtung, die noch heute Generationen begeistert und sich ständig weiterentwickelt.

Letzte Instanz

Im Jahr 1996 wurde in Dresden eine Band namens Resistance gegründet. Sie bestand aus dem Sänger Hörbi, den Gitarristen Holly D. und Tin Whistle, dem Bassisten Kaspar Wichman, dem Schlagzeuger Markus G-Punkt und dem Violinenspieler Muttis Stolz. Die sechs Musiker nahmen im Ardenne Ton-Studio in Dresden fünf Lieder auf, mit denen sie bei Plattenfirmen für sich warben. Als das Label Costbar sie unter Vertrag nahm, nannte sich die Band in Letzte Instanz um. Im Jahr 1997 stieß der Cellist Benni Cellini zur Band. Im gleichen Jahr erschien das erste Album „Brachialromantik“. Die Musik, die die Band auf ihrem Debütalbum spielte, lässt sich dem auf Streichinstrumente fokussierten Mittelalter-Rock zuordnen.

Noch vor den Aufnahmen zum nächsten Album verließen Hörbi und Kaspar Wichman die Band, für sie übernahmen Robin Sohn als Sänger und Rasta F. als Bassist. Im Jahr 1999 erschien das Album „Das Spiel“. Darauf wurde der Fokus von den Streichinstrumenten abgelenkt und in Richtung der anderen Instrumente der Band gesetzt. Gleichzeitig experimentierte Letzte Instanz mit elektronischer Musik und sogar mit Rap. Auf dem Album „Kalter Glanz“, das 2001 auf den Markt kam, setzte die Band verstärkt auf Folk- und Metal-Einflüsse.

Mit dem vierten Album „Götter auf Abruf“ von 2003 stieg Letzte Instanz erstmals in die deutschen Albumcharts ein, nämlich auf Platz 81. Die Besetzung der Band hatte sich inzwischen erneut verändert, neu dabei waren Bassist FX (für Rasta F.) und Schlagzeuger Specki T.D. (für Markus G-Punkt), der dritte Gitarrist Oli ließ die Bandstärke auf 8 Mitglieder anwachsen. 2004 erschien mit „Live“ das erste Livealbum mitsamt DVD mit Konzertmitschnitten. Nach der anschließenden Tour verließen das Gründungsmitglied Tin Whistle sowie Robin Sohn und FX die Band; für sie wurden Sänger Holly und Bassist Michael Ende Mitglieder der Letzten Instanz.

Im Jahr 2006 erschien das Album „Ins Licht“, das auf Platz 53 in die deutschen Albumcharts einstieg. Darauf traten wieder die Streicher in den Vordergrund, der Stil der Band wurde insgesamt ruhiger. 2007 erschienen gleich zwei Alben: „Wir sind Gold“ im März, das Platz 61 in den Albumcharts erreichte, und im Dezember das Akustik-Album „Das weiße Lied“, auf dem vor allem alte Lieder der Band neu interpretiert wurden. Weitere Akustik-Veröffentlichungen waren das Album „Die weiße Reise“ und die DVD „Weißgold“, die beide im Jahr 2008 erschienen.

Es folgte das Album „Schuldig“ von 2009, das sich zwei Wochen in den deutschen Albumcharts hielt und als höchste Platzierung Rang 34 erreichte. 2010 wechselte Specki T.D. zur Band In Extremo, neuer Schlagzeuger wurde David Pätsch, ein ehemaliges Mitglied der Band Subway to Sally. Im Oktober 2010 erschien das Album „Heilig“, das Platz 32 in den Albumcharts erreichte. Das auf „Heilig“ enthaltene Lied „Neue Helden“ wurde als offizielle Hymne für die U-18-Weltmeisterschaft im Eishockey ausgewählt, die 2011 in Dresden und Crimmitschau stattfand.„Ewig“, das mittlerweile zehnte Studioalbum von Letzte Instanz, erschien im September 2012 und erreichte mit dem 11. Platz die bis dahin beste Platzierung der Band in den deutschen Albumcharts.

Mono Inc.

Die Band Mono Inc. wurde im Jahr 2000 von den drei Musikern Miky Mono (Gesang und Bass), Martin Engler (Schlagzeug) und Carl Fornia (Gitarre) gegründet. Bis 1997 spielten sie bereits gemeinsam in der Band Wild Thing und bildeten von 1998 bis 2000 die Band Mono 69. Anfang des Jahres 2003 stieß der Bassist Manuel Antoni zu Mono Inc., später im Jahr erschien mit „Head Under Water“ das erste Album der Band. Vom Musikstil her macht Mono Inc. düsteren Alternative Rock. Die ausschließlich englischen Texte der Lieder auf diesem und allen späteren Alben stammen von Schlagzeuger Martin Engler. Ein Jahr später erreichte das Album eine größere Hörerschaft, als es vom Label NoCut/goodsongs/Sony wiederveröffentlicht wurde. Im Jahr 2006 verließ Miky Mono die Band, für ihn übernahm Martin Engler die Position des Sängers. Neue Schlagzeugerin wurde 2007 Katha Mia. Miky Mono starb im Oktober 2010 beim Absturz mit einem Gleitschirm auf der spanischen Insel Mallorca.

Das zweite Album von Mono Inc., das erste ohne Mono als Sänger, hieß „Temple Of The Torn“ und erschien im Juni 2007. Das dritte Album „Pain, Love & Poetry“ kam im Mai 2008 auf den Markt. Darauf befanden sich drei Neuinterpretationen von Liedern, die bereits auf „Head Under Water“ enthalten waren. Auf dem auch als Single veröffentlichten Lied „Teach Me To Love“ wirkte Lisa Middelhauve, die Frontfrau der Band Xandria, als Gastsängerin mit. Im April 2009 ging Mono Inc. auf Tour und spielte über 40 Konzerte als Vorgruppe von Subway To Sally und ASP. Bei Konzerten von Mono Inc. kommen neben den üblichen Instrumenten der Band gelegentlich auch eine Akustikgitarre und ein Klavier zum Einsatz, die jeweils von Sänger Martin Engler gespielt werden. Im September 2009 erschien das Album „Voices Of Doom“, knapp ein Jahr später die EP „Comedown“. Die erste Tour als Headliner-Band startete Mono Inc. im Oktober 2010; dabei spielten verschiedene Support-Bands den ersten Teil der Tour, der zweite wurde komplett mit [soon] bestritten. Ende 2010 folgte die 10-Jahre-Jubiläumstour von Unheilig, bei der neben Mono Inc. die norwegische Band Apoptygma Berzerk als Vorband spielte.

Das im März 2011 erschienene Album „Viva Hades“ stellte die erste Veröffentlichung der Band dar, die in die deutschen Albumcharts einstieg, nämlich auf Platz 50. Eine auf 2.000 Exemplare limitierte Edition enthielt zusätzlich zum Album eine DVD. Den überwiegenden Rest des Jahres verbrachte die Band erneut auf Tour. Im Oktober 2011 kam die EP „Revenge“ auf den Markt, die drei Live-Aufnahmen enthielt. Den bislang größten Erfolg in den deutschen Albumcharts erreichte Mono Inc. mit dem Album „After The War“, das im August 2012 veröffentlicht wurde; es schaffte den Sprung auf Rang 6 und verblieb 2 Wochen in den Charts. Auf dem Album war der Song „From The Ashes“ enthalten, den die Band im September 2012 vor einem Boxkampf um die IBF-Cruisergewichts-Weltmeisterschaft zwischen Yoan Pablo Hernández und Troy Ross aufführte.

Als Vorabsingle für ein noch im Jahr 2013 erscheinendes Album kam im März 2013 „My Deal With God“ heraus. Gleichzeitig veröffentlichte Mono Inc. die drei Alben „Temple Of The Torn“, „Pain, Love & Poetry“ und „Voices Of Doom“ als Collector’s Cut Edition neu.

Unheilig

Die Band Unheilig wurde im Jahr 2000 von einem Sänger gegründet, der sich Der Graf nennt. Sein bürgerlicher Name ist bis heute unbekannt. Es wird spekuliert, dass sein Nachname Graf lautet, da die Marke Unheilig im Markenregister unter anderem auf einen Bernd Graf eingetragen ist. Es gibt nur wenige Informationen über das Privatleben des Grafen. Bekannt ist, dass er als Kind stark gestottert hat und diese Sprachstörung durch Singen überwinden konnte. Vor der Gründung von Unheilig brach der Graf eine Ausbildung zum Zahntechniker ab, verpflichtete sich für vier Jahre als Soldat bei der Bundeswehr und ließ sich anschließend zum Hörgeräteakustiker ausbilden.

Die Band Unheilig gründete der Graf zusammen mit dem australischen Sänger Grant Stevens und dem Produzenten José Alvarez-Brill. Die erste Single „Sage Ja!“ erschien im Oktober 2000, das Debütalbum „Phosphor“ kam im Februar 2001 auf den Markt. Musikalisch stellte das Album eine Mischung aus Rock- und Elektromusik dar. „Phosphor“ ist bis heute das einzige Album von Unheilig, auf dem sich neben Liedern in deutscher Sprache auch welche in englischer Sprache befinden. „Phosphor“ wurde im Juli 2009 neu abgemischt und mit einem überarbeiteten Artwork neu veröffentlicht.

Unheilig trat im Jahr 2001 auf mehreren Musikfestivals auf, unter anderem beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig. Im Oktober 2002 erschien mit „Frohes Fest“ das zweite Album der Band, auf dem klassische Weihnachtslieder wie „Leise rieselt der Schnee“ und „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ in düsterer Weise interpretiert wurden. „Frohes Fest“ hielt sich 5 Wochen lang in den deutschen Albumcharts auf und erreicht als beste Platzierung den 57. Rang. Nach Differenzen mit seinen Mitmusikern trennte sich der Graf Ende 2002 von Stevens, Alvarez-Brill und seiner Plattenfirma und beschloss, die Band als Solokünstler fortzuführen.

Für das dritte Album „Das 2. Gebot“ war der Graf als Texter, Sänger und Produzent in Personalunion tätig. Es folgte eine Abstimmung, bei der die Fans entscheiden konnte, welches der auf dem Album enthaltenen Lieder als EP veröffentlicht werden soll; die Entscheidung fiel auf „Schutzengel“. Eine ähnliche Vorgehensweise wählte der Graf auf bei den beiden folgenden Alben. Auch „Das 2. Gebot“ wurde im Jahr 2009 erneut veröffentlicht. Im Februar 2004 kam das Album „Zelluloid“ auf den Markt, im Januar 2005 erschien das Livealbum „Gastspiel“, zu dem es auch eine DVD mit Liveauftritten, Musikvideos und Interviews gab. Bei Liveauftritten wird der Graf seit 2002 vom Gitarristen Christoph Termühlen, seit 2006 vom Keyboarder und Sound-Programmierer Henning Verlage und seit 2010 vom Schlagzeuger Martin Potthoff begleitet.

Im Januar 2006 erschien mit „Moderne Zeiten“ das bereits fünfte Studioalbum von Unheilig, 2008 folgte „Puppenspiel“. Zum bislang größten Erfolg der Band wurde das Album „Große Freiheit“, das im Februar 2010 erschien, sofort auf den ersten Platz der deutschen Albumcharts stieg und sich weltweit mehr als 1,8 Millionen Mal verkaufte. Mit der Single „Unter deiner Flagge“ gewann Unheilig den Musikwettbewerb Bundesvision Song Contest 2010. „Große Freiheit“ wurde als Album des Jahres mit dem Echo 2011 ausgezeichnet. Im März 2012 erschien das Album „Lichter der Stadt“, das ebenfalls sofort den ersten Rang der deutschen Albumcharts erreichte.

Saltatio Mortis

Die deutsche Mittelalterband Saltatio Mortis wurde im Jahr 2000 gegründet. Die meisten der aktuell acht Bandmitglieder stammen aus dem badischen Raum rund um Karlsruhe.

Der „Exot“ unter diesen Musikern ist „Alea der Bescheidene“, denn er ist ein waschechter Pfälzer und kommt aus der heimlichen Hauptstadt der Pfalz, aus Kaiserslautern. Er ist der Leadsänger von Saltatio Mortis und spielt nebenbei mehrere Instrumente wie die Schalmei, den Dudelsack, das Didgeridoo oder auch gelegentlich mal Gitarre.

Der Taktgeber, Songwriter und hauptsächlicher Sprecher während der Live-Konzerte ist „Lasterbalk der Lästerliche“. Der Trommler liebt nach eigener Aussage das geschliffene Wort und schreibt die meisten Texte von Saltatio Mortis.

Daneben steht meist vorne an der Bühne „Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein“. Der großgewachsene Bär mit den langen Haaren bezeichnet sich selbst als Quotenadliger mit aristokratischer Präsenz. Er ist besonders vielseitig, denn neben dem Gesang spielt er auch Sackpfeife und Schalmei sowie die Drehleier und das Nyckelharpa.

Ebenso auffällig wie gekonnt kunstvoll steht ebenfalls meist vorne „Luzi das L“. Er war bis 2011 noch Bandmitglied bei Schelmish und verstärkt seitdem Saltatio Mortis bei ihren Live-Auftritten. Neben seinen Fähigkeiten an der Sackpfeife und auf der Schalmei hat er den Ruf, auf den Mittelalterfesten stets die Badezuber unsicher zu machen und muss dann immer von „Lasterbalk dem Lästerlichen“ herausgeholt werden.

Weiter hinten auf der Bühne agiert seit 2006 „El Silbador“, kurz „Elsi“. Der ehemalige Bandpraktikant spielt mehrere Instrumente und baut neben seiner Bandtätigkeit sogar eigene Dudelsäcke in seiner Werkstatt.

Im Background wirbelt auch der „Bruder Frank“. Der diplomierte Bassist verstärkt Saltatio Mortis seit 2007 mit dem Bass und ist außerdem verantwortlich für die bei den Fans sehr beliebten Podcasts der Band.

Für die Gitarre zuständig ist erst seit November 2012 der Musiker Till Promill.

Der letzte der aktuellen Formation ist Schlagzeuger Jean Méchant, „Der Tambour“.

Der Bandname Saltatio Mortis ist der lateinische Begriff für Totentanz. Das Motto von Saltatio Mortis lautet: „Wer tanzt, stirbt nicht“. Die Namen der Bandmitglieder leiten sich größtenteils aus Rollenspielabenteuern ab. Das bekannteste Game dieser Art ist wahrscheinlich „Das schwarze Auge“. Einige der Mitglieder von Saltatio Mortis wie Lasterbalk der Lästerliche oder der hierbei sehr aktive Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein arbeiten nebenbei als Synchronsprecher für Videospiele und leihen den dortigen Charakteren ihre Stimme.

Nach ihren ersten vier Alben erobern Saltatio Mortis seit 2005 regelmäßig die deutschen Album-Charts. Während „Des Königs Henker“ und „Aus der Asche“ noch im Mittelfeld der Charts landeten, knackte Saltatio Mortis 2009 mit „Wer Wind sät“ auf Platz 10 erstmals die Top Ten. Der Nachfolger „Sturm aufs Paradies“ eroberte 2011 sogar Platz 3 der deutschen Album-Charts und schaffte es sogar in diese Charts von Österreich und der Schweiz. Kaum weniger erfolgreich waren die drei Live-Alben „Manufactum II“, „10 Jahre Wild und Frei“ sowie „Manufactum III“. Mit ihren inhaltlich intelligenten und oft gesellschaftskritischen Texten begeistern sie ein immer größeres Publikum und auch das nächste Album „Das schwarze Einmaleins“, das im August 2013 erscheint, wird auf dem Erfolgsweg von Saltatio Mortis wahrscheinlich der nächste Meilenstein sein.

Evanescence

Es war im Jahr 1995, als die damals 13-jährige Amy Lee in einem Jugendcamp Klavier spielte und dazu sang. Das hörte der 14-jährige Ben Moody, und die beiden beschlossen, gemeinsam Musik zu machen. Moody stammte aus Little Rock im Bundesstaat Arkansas, wo auch das Jugendcamp stattfand, Lee wurde in Riverside (Kalifornien) geboren, war aber kurz zuvor mit ihrer Familie nach Little Rock gezogen. Lee und Moody schrieben einige Lieder, die dann vom jeweils anderen musikalisch und textlich bearbeitet wurden; anschließend nahmen sie die Lieder auf. Amy Lee sang bei den Aufnahmen und spielte Klavier, Ben Moody spielte Gitarre. Als die Lieder in lokalen Radiosendern gespielt wurden und dort immer mehr Aufmerksamkeit erlangten, wurde der Ruf der größer werdenden Fangemeinde lauter, dass die Band auch Konzerte spielen solle. Anfangs wechselte der Name der Band von Childish Intention zu Stricken, bis der endgültige Name feststand: Evanescence, abgeleitet vom lateinischen Wort „evanescere“, was „dahinschwinden“ bedeutet. Bei den ersten Konzerten im Jahr 1998 traten Lee und Moody allein auf und verkauften bei dieser Gelegenheit die auf 100 Exemplare limitierte EP namens „Evancescence“. Die zweite EP „Sound Asleep“ erschien 1999 in einer Auflage von 50 Exemplaren. Im Jahr 2000 folgte das erste Album von Evanescence, „Origin“, das allerdings eine Demo darstellte, auf 2.500 Stück limitiert war und ebenfalls bei Konzerten verkauft wurde. Sowohl auf „Origins“ als auch auf den beiden EP waren bereits Rohfassungen der Songs enthalten, die später auf den regulären Alben der Band veröffentlicht wurden.

Um häufiger Konzerte geben zu können, wurde die Band Anfang des Jahres 2003 um drei Freunde von Lee und Moody ergänzt. John LeCompt spielte in der neuen Besetzung die zweite Gitarre, Will Boyd den E-Bass und Rocky Gray das Schlagzeug. Die Band überarbeitete die bereits existierenden Songs und wurde bei dieser Tätigkeit vom Produzenten Pete Matthews entdeckt. Durch diesen erhielt Evanescence einen Plattenvertrag beim Label Wind-Up Records und begann die Aufnahmen am Album „Fallen“. Dieses erschien 2003 und wurde mehr als 17 Millionen Mal verkauft. Die beiden Lieder „Bring Me To Life“ und „My Immortal“ waren zudem Teil des Soundtracks zum Film „Daredevil“. Ebenfalls im Jahr 2003 verließ Ben Moody die Band, für ihn übernahm Terry Balsamo. Da dieser im Jahr 2004 einen Schlaganfall erlitt, verzögerten sich die Aufnahmen für das zweite Album, zudem verließ Will Boyd 2006 die Band, um mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können. Neuer Bassist wurde Tim McCord.

Im Oktober 2006 erschien das Album „The Open Door“, das rund 5 Millionen Mal verkauft wurde. Evanescence begab sich auf eine mehr als ein Jahr andauernde Welttournee, während der bekannt gegeben wurde, dass John LeCompt und Rocky Gray die Band verlassen. Für sie stießen Schlagzeuger Will Hunt und Gitarrist Troy McLawhorn zu Evanescence. 2011 erschien das dritte Album der Band, das schlicht „Evancescence“ hieß. Dieses erreichte zwar in den USA den ersten Platz der Charts, knüpfte aber bei den Verkaufszahlen nicht an die Erfolge der beiden Vorgänger an.

Ben Moody gründete im Jahr 2009 mit John LeCompt und Rocky Gray sowie der Sängerin Carly Smithson die Band We Are The Fallen, deren Musikstil sich stark an den von Evanescence anlehnt.