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Hell’s Domain – Hell’s Domain

Eine Band aus Dänemark mit ehemaligen Mitgliedern von Hatesphere, Crionic und Artillery. Ein Cover, gezeichnet von Ed Repka, und das Ganze mit dem Aufkleber „Old School Thrash“ versehen. Schauen wir mal, was dabei rausgekommen ist.


Ohne Umschweife legen die Herren aus dem nördlichen Nachbarland mit ihrer eigenen, modernen Interpretation von Thrash Metal der alten Schule los. Im Gegensatz zu anderen aktuellen Combos, die auf aggressive Shouts setzen, wie beispielsweise Warbringer oder Ultra-Violence, sorgt Frontmann Alex Clausen mit klarem Gesang für das nötige Old-School-Feeling und erinnert ein wenig an alte Anthrax-Scheiben. Der Opener „100 Days in Hell“ macht auf jeden Fall schon mal eine gute Figur und Hunger auf mehr. Auch wenn bei der Produktion ein wenig mehr Fokus auf die Instrumente hätte gelegt werden können. Der Sound kommt trotzdem sehr fett daher und setzt die Nackenmuskulatur in Bewegung. Besonders beansprucht wird diese beim folgenden „The Needle And The Vein“. Schweres Riffing wechselt sich mit rasanten Thrash-Parts ab und sorgt so für abwechslungsreiches Hörvergnügen. Das erste Highlight auf der Platte bildet das Stück „Order #227“, welches sich sehr eingängig in den Hinterkopf brennt. Musikalisch nahezu einwandfrei lässt sich lediglich der Gesang ein wenig bemängeln. So hätte man eventuell an den einen oder anderen Stellen etwas mehr Akzente setzen können. Nichtsdestotrotz macht das Album bis hierhin auf jeden Fall Laune und die Erwartungen werden erfüllt. Man merkt den agierenden Musikern ihre bis in die 80er Jahre zurückreichende Erfahrung also durchaus an. Nach dem eher im mittleren Tempo angesiedelten „Order #227“ geht es mit „The Walls Come Trumblin‘ Down“ wieder etwas schneller zur Sache, und ein ordentlicher Circle Pit um den heimischen Wohnzimmertisch erscheint hierbei als durchaus sinnige Maßnahme. Doch bevor man sich dazu aufgerafft hat geht es mit „Crawling In The Shadows“ erstmal etwas ruhiger in die nächste Runde. Klare Gitarren eröffnen das Stück und werden von einem großartigen Lead-Part abgelöst, welches wieder in ein zum Headbangen einladendes Riff übergehen. Der mit Abstand beste Songauftakt auf dem Debüt von „Hell’s Domain“. Der Song steigert sich immer weiter, um zum Ende hin in einen wahren Geschwindigkeitsrausch zu verfallen. So will man das hören. Auf dem Album geht es weiter mit einer Geschwindigkeitsüberschreitung nach der anderen. „Dead Civilization“, „Hangman’s Fracture“ und „A Good Day To Die“ machen allesamt eine gute Figur und Spaß zu hören. Es fehlt aber zum Ende des Albums dann doch ein wenig das kleine gewisse Etwas, das dem Ganzen den letzten Kick verpasst. Der Bonustrack „Sneaking Disease“ lässt nach dem gefühlten Ende des Albums dann aber noch einmal alles hochkommen, was man an Thrash der 80er so liebt. Auch Sänger Alex Clausen lässt seine Stimme noch einmal in ungeahnte Höhen schießen. So haben wir zum Ende also doch noch das letzte Quäntchen zu einem donnernden Finale.

Fazit nach knapp 48 Minuten Thrash: Ein gelungenes Album von Musikern, die ihr Handwerk verstehen und wissen, wie man eine Thrash-Platte einprügelt. Stellenweise bleibt das Gehörte nur schwer im Gedächtnis, allerdings machen andere Parts des Albums diese Eindrücke wieder wett, sodass am Ende eine Platte rotiert, der jeder Oldschoolbegeisterte einmal ein Ohr widmen sollte.

Tracklist

  • 01. 100 Days In Hell
  • 02. The Needle And The Vein
  • 03. In The Trenches
  • 04. Order #227
  • 05. The Walls Come Tumblin‘ Down
  • 06. Crawling In The Shadows
  • 07. Dead Civilization
  • 08. Hangman’s Fracture
  • 09. As Good As Dead
  • 10. A Good Day To Die
  • 11. Sneaking Disease (Bonus Track)
Wertung: 6 von 10