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Industrial Metal

Industrial Metal ist eine Spielart der Rock-Musik, die in der zweiten Hälfte der 80er Jahre entstanden ist. Das Genre beruht auf den Einflüssen von Hardcore Punk, Thrash Metal und Noise-Rock, allerdings waren auch Elemente der Post-Industrial-Musik prägend für diese Musikrichtung. Zur gleichen Zeit ist auch Industrial Rock auf den gleichen Grundlagen entstanden, daher ist es dem Industrial Metal recht ähnlich. Klar definierte Grenzen gibt es dabei nicht, weil beide Stile sich gleicher Elemente bedienen und nicht mehr genau trennbar sind.

Industrial Metal entwickelte sich durch europäische Gruppen wie Einstürzende Neubauten und Cabaret Voltaire, die aus dem Post-Industrial Bereich kamen. Mitte der 80er Jahre erschuf die aus der Schweiz stammende Band The Young Gods den für Industrial Rock/Metal typischen Sound mit Samplern und Loops. In den Vereinigten Staaten wurde das Genre insbesondere von Big Black, Swans und J.G. Thirlwell geprägt. Die Blütezeit des Genres fand von 1993 bis 1996 statt.

Merkmale
Es gibt einige Instrumente, die für das Genre des Industrial Metal kennzeichnend sind, darunter E-Gitarre, E-Bass, Sequenzer, Sampler, Synthesizer und Drumcomputer. Die Musik hat allgemein einen eher technikbetonten Klang, daher ist die Verwendung von rhythmischen Gitarren und sich wiederholenden elektronischen Kompositionen typisch. Es werden hauptsächlich kurze und prägnante Riffs für die Lieder verwendet. Diese sind meistens schnell, dissonant und erinnern an Noise-Rock, aber auch Hardcore Punk. Vom Thrash Metal wurden mit der Palm-Mute-Technik sogenannte „Machine Gun Riffs“ übernommen. Während die Kompositionen allgemein eher simpel und minimalistisch sind, wird ihnen die entsprechende Härte mit Powerchords verliehen. Bassgitarren spielen keine große Rolle, ebenso sind Leadgitarren und Gitarrensoli für das Genre unüblich. Für besondere Akzente im Rhythmus ist meistens der Synthesizer zuständig.

Aufgewertet werden die Kompositionen häufig mit bestimmten Samples, zum Beispiel aus Filmen, Nachrichten, Rundfunkaufnahmen, Loops von Maschinengeräuschen oder Sirenen. Dies war auch schon beim frühen Industrial der Fall, jedoch wurden die Geräusche dort live eingespielt. Im Hinblick auf den Gesang kommen häufig Shouts mit Hall, aber auch Growls zum Einsatz. Generell wird die Stimme aber meist elektronisch verfremdet, klare Vocals und Melodien gibt es im Industrial Metal ohnehin kaum. Die Drumcomputer ersetzen Schlagzeuger, allerdings machen viele Bands auch noch von „Live-Drumming“ Gebrauch. Beschrieben wird das Genre auch als Kombination von Industrial Dance Rhythmen mit Hardcore Gitarrenriffs und einer sehr starken Energie.

Im Rahmen der Post-Industrial und Electro-Industrial Szene wurde es gängig, Sequenzer und Sampler zu benutzen. Beeinflusst wurden dabei viele Industrial Metal Bands von klassischen Bands des Industrial Bereichs wie Throbbing Gristle, Cabaret Voltaire oder SPK. Allerdings ist Industrial Metal keine direkte Weiterentwicklung der Industrial Musik. Vielmehr beruht sie auf ähnlichen Elementen und lässt sich mit Electronic Body Music und Electro-Industrial vergleichen. Industrial Metal beschäftigt sich inhaltlich mit kritischen Themen, vor allem in Bezug auf Gesellschaft, Systeme, Medien oder Religion. Auch Dystopien, soziale Missstände und Politik werden thematisiert.

Obwohl einzelne Gruppen, zum Beispiel Nine Inch Nails und Ministry, in die Charts kamen, hatte das Genre in der Öffentlichkeit keine allzu große Reichweite. Sowohl in der Metal-Szene als auch in der Punk-Szene galt die Musik als zu elektronisch, für die Elektro-Szene waren die harten Gitarrenriffs eher abschreckend. Anklang fand Industrial Metal daher hauptsächlich in der Rivethead-Kultur. Trotzdem prägte das Genre im Nachhinein die Musikszene, denn auch Bands der Genres Grindcore und Extreme Metal griffen auf elektronische sowie Elemente von Post-Industrial zurück.