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King Leoric – Lingua Regis

King Leoric – Lingua RegisAnfangs etwas ratlos lassen mich die aus der Jägermeistermetropole Wolfenbüttel stammenden Powermetaller von KING LEORIC mit ihrem dritten Werk „Lingua Regis“ zurück. Denn das Album gefällt mir bereits nach dem ersten Hören gut, doch wo Licht ist gibt es auch Schatten.

Aber fangen wir mal ganz von vorne an. Geboten werden dem Hörer elf handwerklich sehr gut gespielte Songs, bei denen es sich entweder um epische Midtempo Nummern oder schnelle Rocker handelt. Der Gesang von Frontmann Jens erinnert teilweise an Hansi Kürsch und verdient durchaus das Prädikat „Einprägsam“. Einige Songs bleiben sofort beim ersten Durchlauf im Gehörgang kleben und haben richtigen Hymnencharakter, hier ist vor allem der Titeltrack zu nennen. Alles schon mal ok soweit und mir als bekennenden Oldschool Fan geht bei Nummern wie „Time steals your Days“, „Heavy Metal Sons“ oder „Master of the Kings“ sowieso das Herz auf. Die Tracks bestechen allesamt mit catchy Hooks und tollen Melodien. Eine Melange aus Pretty Maids, Manowar und Dio, garniert mit Grave Digger und Rhapsody (of Fire) sozusagen.

Doch hier liegt auch der sprichwörtliche Hund begraben: Dem Stil der Niedersachsen fehlt es teilweise an Eigenständigkeit. Klar, man kann heutzutage nicht erwarten, dass das Rad im Heavy / Powermetal neu erfunden wird und sich das eine oder andere Riff von Genrekollegen „auszuleihen“ ist auch ok, aber etwas mehr Souveränität im Songwriting hätte dem Album als Gesamtkunstwerk doch gut getan.

Immer noch ratlos? Fassen wir bei einem Shot Kräuterlikör zusammen: Trotz dieser kleinen Kritik überwiegt in der finalen Betrachtung doch die Tatsache, dass es sich bei „Lingua Regis“ um ein wirklich unterhaltsames und gut gemachtes Album handelt, welches vor allem die Kuttenfraktion abfeiern dürfte. Macht unterm Strich 7,5666 Punkte für die Eigenproduktion, die pünktlich zum 15-Jährigen Bandjubiläum erschienen ist.

 

Tracklist:
Master of the Kings
Steals Your Days
Lingua Regis
Awaiting Armageddon
Father Mine
Let it Loose
Straight out of Hell
Forgive and Forget
Final Rhyme
Last in Line
Heavy Metal Sons

Wertung: 8 von 10