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Lucid Dreams – Build and destroy

Lucid Dreams – Build and destroyJawohl, dieses Ding macht Spaß! Und zwar ab der ersten Sekunde. Hinter LUCID DREAMS stecken sechs Burschen mittleren Alters aus Oslo, denen man die Freude am melodischen Metal deutlich anhört. Mit „Build and destroy“ liefern sie ihr zweites Album ab, das sich produktions- und spieltechnisch in der oberen Liga befindet. Sehr erstaunlich, wenn man bedenkt, dass es sich hierbei eigentlich um eine Eigenproduktion handelt. Die Songs werden meist im angenehmen Rübeschüttel-Tempo vorgetragen, und dank der einfallsreichen Arrangements und ausgeklügelten Breaks wird’s zu keinem Zeitpunkt langweilig. Trotzdem kann man das Teil auch mal prima nebenher laufen lassen, da die Songs zwar immer frisch und gut gelaunt, doch niemals allzu fordernd oder aufdringlich wirken. Das ist in einem Genre, in dem diese Mischung eine ziemliche Gratwanderung ist, eine ziemlich meisterliche Leistung.

Die Gitarren und der Gesang erwecken in mir Erinnerungen an einige 80er Helden wie etwa Rainbow, Riot oder auch Pretty Maids. Obendrein verleihen die Keyboards dem ganzen einen leichten Schmalz-Bonus, der aber immer noch weit davon entfernt ist, in einem kitschigen Bon Jovi-Sumpf zu landen. Der Sänger macht einen robusten, meist zweistimmigen Job, sticht aber zu keinem Zeitpunkt zu sehr aus der Musik hervor. Auch textlich hält man sich mit Botschaften á la „Eye of the storm“ oder „Fear no evil“ eher vornehm im Standardrepertoire des Genres zurück.

Dass auf der Rückseite des Albums kein Major Label verzeichnet ist, liegt wohl an dieser undankbaren Zeit der Übersättigung solch professioneller Acts. Schade, denn somit ist für „Build and destroy“ voraussichtlich das Schicksal einer in der Masse untergegangenen Scheibe vorherzusagen. Was diese Platte von der vollen Punktzahl trennt, ist die etwas magere Spielzeit und der Fakt, dass sich unter all den coolen Songs doch kein absoluter Überhit befindet. Trotzdem schwer ok, das Teil!

 

Tracklist:
1. Wings of the Night
2. Hellbound
3. Fear No Evil
4. Absence of Innocence
5. Build and Destroy
6. High Heeled Devil
7. Shanghai Cyanide
8. Eye of the Storm

 

Wertung: 8 von 10