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Masterplan – Novum Initium

“Novum Initium“ bedeutet Neuanfang und setzt damit ein klares Zeichen, dass die wechselhafte Geschichte in der Besetzungsfrage bei Masterplan, die schon von Beginn an eine Art Schmelztiegel der Metalveteranen war, nun endgültig geklärt sein sollte. Für mich ist klar: so wie jetzt können die Jungs gerne weiter machen.


Masterplan entstand als Projekt durch Drummer Uli Kusch und Gitarrist Roland Grapow, beide Ex-Helloween, im Jahre 2002 und stand von vornherein für hervorragenden Power Metal. Kein Wunder, denn da aus Drums und Guitars nur schlecht eine ganze Band entsteht, heuerten die beiden das restliche Line Up einfach aus erfahrenen Musiker zusammen und brachten im folgenden Jahr einfach mal ein bei Hörern wie Kritikern erfolgreiches Album gleichen Namens heraus – „Masterplan“. Der Weg bis heute war ereignisreich, das komplette Line Up, bis auf Roland Grabow, wurde bis 2012 durchgetauscht, und nun erklärt sich auch der latinisierte Titel des Comebackalbums.

Seit dem letzten Album “Time to be King“ von 2010 hat sich also viel getan, und abgesehen von der Konstanten an der Gitarre und Axel Mackenrott (Keyboard) zeigen sich ausschließlich altbekannte Gesichter, allen voran Sänger Rick Altzi (Thunderstone), sowie Jari Kainulainen (Ex-Stratovarius und aktuell Evergrey) und besonders Drummer Marthus Skaroupka (Cradle of Filth).

Somit steht auch nichts im Wege, die Erfolgsgeschichte Masterplan fortzusetzen. “Novum Initium“ schont niemanden und beginnt gleich nach dem etwas überflüssigen Intro mit “The Game“, eine gelungene Nummer, die das Prädikat „Power Metal“ wahrlich verdient und sich keinesfalls dem Vergleich mit anderen Bands zumuten muss. Wie aus einem Guss geht es weiter mit “Keep Your Dream Alive“, welches sich von einer Ballade zu einem leidenschaftlich drängenden Song entwickelt, um mit “Black Night of Magic“ einem ersten Höhepunkt des Albums entgegen zu gehen.

Dieser Song hat mich von der ersten Minute gepackt und ist weitestgehend mein Favorit auf diesem Album: der Refrain geht ins Ohr, die Bridges reißen mit und vor allem geht es schnell auf den Punkt, keine lange Wartezeit, kein langes Aufbauen, nicht zu hoch und nicht zu tief, diese 3:41 gehen unglaublich schnell vorbei.

Mit “The Betrayal“ wird wieder ein wenig Tempo herausgenommen und Masterplan wechseln zum Hardrock, das gesamte Set ist fühlbar härter angesetzt und die Gitarren klingen deutlich dreckiger. Es gab im Vorfeld einige Debatten, ob Rick Altzi als Sänger zu Masterplan passen würde. Spätestens jetzt sollte jedem Hörer klar werden, dass diese Befürchtung völlig ungerechtfertigt war, Altzi stellt sich als ausgesprochen vielseitiger Sänger mit interessanter, reifen Stimme dar und tut ein vielfaches für die großen Kompositionen auf “Novum Initium“.

Der Wechsel zwischen zart und hart, schnell und langsam gelingt ihm besonders gut im zehnminütigen Epos, das den gleichen Namen wie das Album trägt und dem neuen Anfang eine Zusammenfassung ebenso wie einen Schlusspunkt gibt. Stilistisch werden nochmal alle zuvor vertretenen Facetten hervorgehoben und miteinander zu einem delikaten Stück verwoben.

Die Aufmachung des Albums und das Cover wirken recht unscheinbar. Mythische Zeichen, zentriert vor digitalem Hintergrund sind für Masterplan nichts Neues und wirken weder gut noch schlecht, die Einfachheit finde ich aber gut.

Was mich besonders positiv überrascht hat ist, dass dieses Album keinesfalls in sonst gerne mal für Power Metal typische Eintönigkeit in Richtung Vollgas verfällt, woraus 60 Minuten Einheitsbrei entstehen. Nein, für “Novum Initium“ muss man sich auch nicht übermäßig viel Zeit nehmen, um in die Komplexität der Klanggebilde hinein und wieder hinaus zu finden. Man wird direkt mitgerissen und auf einen Ritt entführt, der einem nicht so schnell aus dem Kopf gehen wird. Man ist sofort in der Stimmung gefangen und weiß instinktiv, dass jede Note, jeder Handgriff, ja sogar jeder Einsatz genreuntypischer Instrumente wie Zitter oder Kontrabass wirken, nicht übertrieben oder unpassend. Ohne Zweifel ein Must-Have für Fans des Genres und diejenigen, die auf guten, schnellen Metal stehen.

Trackliste

  • 01. Per Aspera Ad Astra
  • 02. The Game
  • 03. Keep Your Dream Alive
  • 04. Black Night Of Magic
  • 05. Betrayal
  • 06. No Escape
  • 07. Pray On My Soul
  • 08. Earth Is Going Down
  • 09. Return From Avalon
  • 10. Through Your Eyes
  • 11. Novum Initium
Wertung: 9 von 10