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OhGr – Devil in my Details

ohGr heißt das Nebenprojekt von Skinny Puppy Sänger Kevin Ogilvie, auch bekannt als Nivek Ogre, und wie auch bei Skinny Puppy dreht es sich auch bei ohGr um Industrial.


Dabei ist Devils in my Details das dritte Album dieses Projekts und angeblich das, Nivek Ogre, am persönlichsten geratene.

Dazu kann ich bei weitem nichts sagen, was ich aber sagen kann ist, das dieses Album mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig und nicht gerade leichte Kost ist.

Geboten wird genretypisches aus dem Computer und den Synthesizern. Für mich war der Vergleiche mit Aphex Twin oder zur Mainband Skinny Puppy schnell gemacht, die Übereinstimmungen auf diesem Album waren für mich recht deutlich und Vergleiche mit älteren Stücken dieses Projekts waren dann doch nicht so deutlich. Zum einen fehlt mir aber der Antrieb in manchen Stücken, zum anderen überwiegt der industrielle Zweig deutlich und dabei meine ich die härteren Seiten elektronischer Musik, verbunden mit deutlich maschinell wirkenden Tönen. Zeitweise wirken die Songs einfach wie in einer Fabrik aufgenommen, bei vollem Betrieb. Das klingt zwar interessant, aber wird nach einer gewissen Zeit eintönig. Ich war stellenweise geneigt den Krach auszumachen, es klang als würde eine CD im Player haken.

Die Stimme von Sänger Ogre jedoch reißt einiges raus. Dadurch, das sie verzerrt und verzogen in die Musik eingewoben wird, bekommt das Gesamtbild etwas Lebendiges, etwas Menschliches in der Maschine, was nicht warm oder wirklich menschlich wirkt, sondern sich wie eine Verbindung zweier verschiedener Welten darstellt. Die Unklarheiten seiner Worte und seiner Stimme, die nahezu versinkt in den Klängen und Geräuschen, haben etwas Abstraktes und Postapokalyptisches. Lediglich zu schmerzerfüllten Schreien gewinnt die Stimme an Kraft und Deutlichkeit. Im Kontext der Musik wirken solche stellen sehr unterstrichen und stechen stark hervor. Die Stimmung wird vertieft und in eine düstere, destruktive Atmosphäre gesenkt.

Für meine Begriffe ist aber der letzte, der elf Songs, Witness eine ruhige Nummer, untermalt von leichten Klängen, ruhigem, elektronischen Gesang. Erfreulicherweise wirkt dieser Song sehr entspannend nach den vorhergegangenen zehn Stücken und wirkt gar nicht wie ein abschließendes Intermezzo. Dennoch, ein schöner Song und für meine Begriffe eine Perle.

Zugegebenermaßen, nach dem ersten Hören wollte ich dieses Review schon in die Tonne treten, nach dem zweiten oder dritten mal konnte ich gewissermaßen Gefallen an der Sache finden. Dennoch, meines Erachtens nach wird dieses Album vor allem für Freunde von Skinny Puppy sein. Als Quereinsteiger oder als erster Eindruck ist dieses Album nicht zu empfehlen. Das Gebotene verdient sich seine 3,5 Gitarren vor allem durch seinen Charakter als künstlerisches Werk ohne Massentauglichkeit für Liebhaber und die Machart, die durchaus seine speziellen Momente besitzt.

Wertung: 7 von 10