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Omen – Hammer Damage

Omen – Hammer DamageDie Kalifornier OMEN gelten, zu Recht, als Legenden des US-Metal. Mit unsterblichen Klassikern wie ‚Warning of Danger‘, ‚The Curse‘ oder dem szeneprägenden Überalbum ‚Battlecry‘ dürfte fast jeder Heavy-Metal-Fan schon einmal in Berührung gekommen sein. Mitte der 80er hatte man mit J.D. Kimball (R.I.P.) gar einen der besten und charismatischsten Sänger weltweit an Bord. Den Abstieg in die Zweitklassigkeit markierte dann 1988 die eher durchschnittliche Scheibe ‚Escape to Nowhere‘. Immer noch von ihrem einstigen Status zehrend gab es in den Jahren 1997 und 2003 Versuche, das Schlachtross wiederzubeleben, mit eher mäßigem Material und Erfolg.

Im Jahr 2016 angekommen liegt mir nun der nächste Versuch vor, zu alter Größe zurückzufinden. ‚Hammer Damage‘ ist aber leider, um es schon vorwegzunehmen, gerade mal Durschnitt. Das große Problem der Scheibe ist dabei nur bedingt das Songmaterial, denn in punkto Riffs hat Kenny Powell (fast) nichts verlernt, der unverkennbare Stil des Savage Grace-Mitbegründers verhindert das Prädikat ‚Arschbombe‘.

Was aber sämtliche gute Ansätze zerstört ist zum einen die wirklich grausame Produktion und zum anderen die Verwendung eines Drumcomputers. Die einzelnen Instrumente sind zu einem bösen mechanisch klingenden Brei gemischt und die Drums sind kilometerweit im Vordergrund, dass man, ungelogen, beim Hören teilweise Kopfschmerzen bekommt. Mr. Sasso ist dann auch noch dermaßen einfallslos programmiert, dass es mir (ich bin selbst Hobbydrummer) teilweise das Blut in den Adern gefrieren lässt. Das lässt sich auch nicht durch den Umstand entschuldigen, dass im Laufe der Aufnahmen wohl keine Zeit oder kein Geld für die Drumtakes vorhanden war.

Zurück zu den Songs. Kevin Goocher’s Vocals sind ganz ok, die Songs auch größtenteils annehmbar aber eben auch irgendwie, wie bereits erwähnt, Durschnitt. Die an ‚Warning of Danger‘ erinnernde Halbbalade ‚ Eulogy for a Warrior’ und die beiden Riffgranaten ‘Hellas‘ und ‚Caligula‘ retten die Scheibe dann doch noch über die 50%-Marke.

Als Gesamtpaket betrachtet wirkt das Album leider eher wie eine Demo oder aber unter immensem Zeitdruck entstanden. Schade eigentlich, denn ich hätte mich gefreut wenn es mal wieder zumindest einen Achtungserfolg von den Amis gegeben hätte. So bleibt mir nur, ‚Battlecry‘ aufzulegen und an die Zeiten zu Denken als OMEN zu den ganz Großen gehörten.

 

Tracklist:
Hammer Damage
Chaco Canyon (Sun Dagger)
Cry Havoc
Eulogy for a Warrior
Knights
Hellas
Caligula
Era of Crisis
A.F.U.

Wertung: 5.5 von 10