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Powerwolf, Majesty, Gloryful

Zum Ende der „Preachers of the Night“ Touren und bevor sich Powerwolf für ihr neues Album ins Studio zurückziehen werden, gibt es heute für die Wolfsjünger noch einmal eine fette Abschlussshow. Unterstützung bekommen Attila Dorn und sein Mannen dabei von den gute Laune Powermetalern Majesty und den Newcomern und zugleich Lokalmatadoren Gloryful. Bei einem so fetten Billing wundert es schon ein wenig, dass das Konzert nicht in der Haupthalle, sondern in der etwas kleineren Turbinenhalle zwei stattfindet. Doch die Halle eins wird heute vom „Weekend of Horrors“ belegt. Macht aber auch nichts. So wird es in der ausverkauften Halle wenigstens schön kuschelig.


Bereits zum Einlass um 19.00 Uhr hat sich vor dem Eingang eine lange Schlange gebildet, die um Zugang bittet. Dieser verläuft zügig und ohne große Probleme, sodass die Halle schon beim Opener Gloryful bis zum hinteren Ende gut gefüllt ist. Einzig das aus der Turbinenhalle bekannte Bonsystem sorgt bei einigen Gästen für Verwirrung und ist etwas nervig. Aber im weiteren Verlauf des Abend gewöhnen sich die Gäste daran, und an den Theken wird man zügig und freundlich bedient.

Pünktlich um 20:00 Uhr starten Gloryful mit „Ocean Blade“ in ihr ungefähr 30 minütiges Set. Die Jungs sind heute super aufgelegt und sorgen von Anfang an für eine gute Stimmung. Mit Spielfreude und Agilität präsentiert die Band ihre moderne Interpretation von klassischem Heavy Metal. Ohne viel Kitsch aber stattdessen mit tighten Kompositionen haben sie das Oberhausener Publikum schnell auf ihrer Seite. Schade nur, dass der Sound ziemlich bescheiden ist. Johnnys Gesang ist kaum zu hören und auch die coolen Gitarrenriffs sind nur schwer auszumachen. So können sich Stimmungsgranaten wie „Gloryfuls Tale“ und „Cradle of Heroes“ leider nicht voll entfalten. Dennoch wird Gloryful nach dem letzten Song „The Warriors Code“ anständig und unter donnerndem Applaus verabschiedet.

Einen wesentlichen besseren Sound erwischen dann Majesty, was von der Meute vor der Bühne wohlwollend aufgenommen wird. Bereits nach dem ersten Song werden der Band begeisterte „Hail, Hail, to Majesty“ Rufe entgegen geschmettert. Das lässt sich Sänger Tarek natürlich nicht zweimal sagen und stimmt sofort selbigen Band-Klassiker an. Vollkommen euphorisiert macht das ganze Publikum mit. Weitere Kult-Songs wie „We are the Metal Law“ oder „Heavy Metal Battlecry“ folgen. Insgesamt scheint die Band heute allerbester Laune zu sein. Die Jungs fegen wie nichts Gutes über die Bühne, posen und machen ihre Scherze miteinander. Dieser Gig entwickelt sich so langsam zu einem Wahnsinns Siegeszug für die widererstarkten Majesty und hat schon fast Headliner Charakter. Zum Abschluss wird dann noch einmal die gesamte Metaller Gemeinde zur „Metal Union“ beschworen, bevor der Vierer nach dem Abklatschen am Bühnengraben von der Bühne verschwindet.

Und dann geht alles ganz schnell. Ruckzuck ist die Backline der Vorbands verschwunden, die Bühne verwandelt sich in eine mächtige Metal-Kathedrale in welcher Powerwolf heute ihre Messe zelebrieren werden. Unter dem Duft von Weihrauch und mit dem altbekannten, sakralen Intro kommen die Jungs auf die Bühne und haben das Publikum schon jetzt voll im Griff. „Sanctified with Dynamite“, „Coleus Sanctus“ und „Aman and Attack“ donnern wie Hammerschläge hernieder und bringen die Halle zum Beben. Der Sound ist bombig und die Stimmung absolute Sonderklasse. Das liegt nicht zuletzt an den extrem quirligen Einlagen der Gebrüder „Greywolf“, die mit ihren Gitarren über die Bühne flitzen und dabei immer wieder vor den eigens für die Gitarristen aufgebauten Ventilatoren ihre Matten wehen lassen. Aber auch Sänger Attila Dorn ist heute gut aufgelegt. Es scheint fast so, als hätten sich Powerwolf noch mal einer kompletten Frischzellenkultur unterzogen. Selbst die Ansagen sind heute ein ganzes Stück origineller als gewohnt. So bekommen beispielsweise „Resurrection by Erection“ oder „We drink your blood“ tatsächlich dieses Mal sogar komplett neue Ansagen, was die Show auch für die Die-Hard Fans abwechslungsreich und interessant macht. Der „Hu-Ha Gesangs-Battle“ zwischen linker Hallenhälfte unter der Leitung von Attila Dorn und rechter Hallenhälfte unter der Leitung von Falk Maria Schlegel zu „Werewolves of Armenia“ kommt ebenfalls bestens an und heizt die Stimmung noch ein bisschen mehr auf. So macht Powermetal Spaß.

Nachdem man den regulären Set mit dem obligatorischen „Lupus Die“ abgeschlossen hat, widmet sich die Band im Zugabenblock dann noch einmal den etwas älteren Scheiben und kloppt die Klassiker „Raise your Fist Evangelist“ und „Saturday Satan“ raus. Diese werden zwar vom Publikum nicht ganz so enthusiastisch abgefeiert, wie die „Preachers of the Night“ Sachen, aber das schiebe ich mal auf die allgemeine Erschöpfung der Metalheads. Schließlich hat man mehr oder weniger drei Bands durchgefeiert. Zum abschließenden „In the Name of God“ rafft sich die Meute dann aber doch noch einmal auf und beschert der Band einen würdigen Abgang von der Bühne.

Und so geht ein grandioser Konzertabend zu Ende, der lediglich durch den ziemlich durchwachsenen Sound bei Gloryful getrübt wird. Auf jeden Fall hat sich Powerwolf mit diesem Konzert anständig in die Studiopause verabschiedet. Bleibt zu hoffen, dass auch das nächste Album ein ebensolcher Knaller wird wie die bisherigen Scheiben.

Setlist Gloryful

  • 01.Intro
  • 02.Ocean Blade
  • 03.Hiring the Dead
  • 04.Gloryfuls Tale
  • 05.Cradle of Heroes
  • 06.The Warior’s Code

Setlist Majesty

  • 01.Intro
  • 02.We want his head
  • 03.Hail to Majesty
  • 04.Time for Revolution
  • 05.We are the Metal Law
  • 06.Banners High
  • 07.Heavy Metal Battlecry
  • 08.Thunder Rider
  • 09.Metal Union

Setlist Powerwolf

  • 01.Intro
  • 02.Sanctified with Dynamite
  • 03.Coleus Sanctus
  • 04.Amen and Attack
  • 05.Prayer in the Dark
  • 06.All we need is Blood
  • 07.Sacred and Wild
  • 08.Resurrection by Erection
  • 09.Kreuzfeuer
  • 10.Werewolves of Armenia
  • 11.Dead Boys don’t cry
  • 12.We drink your Blood
  • 13.Lupus Die

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  • 14.Raise your fist Evangelist
  • 15.Saturday Satan
  • 16.In the Name of God