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Raskolnikow – No skills

Free Rock, das ist der Stil, der die Musik von Raskolnikow bedingungslos umfasst… behauptet zumindest die Gruppe. Nach eigenen Angaben lassen sich zudem die starken Einflüsse aus den 70ern und 90ern heraushören, welche zur Folge haben würden, dass melodische Parts und Rockriffs einander folgen.


Raskolnikow (übers.: der Gespaltene) haben ihren Namen aus einem Roman abgeschaut, was darauf aufmerksam machen soll, dass der düstere Teil des Protagonisten des betroffenen Werkes von Fjodor Dostojewski, der den selben Namen trägt, auch von der Band nicht abgestritten wird. In dem Verband spielen Francesco Di Tacchio als Sänger, Andreas Marr der Gitarrist, Christoph Rössel an den Drums und Johannes Jeckel als Bassist zusammen.Der Roman, der in St. Petersburg spielt, scheint auch Einfluss auf das Coverdesign zu nehmen, denn immerhin sind die Figuren, die dargestellt sind, Bestandteil eines russischen Spiels, oder wie immer man es auch nennen will.Die Musik entspricht tatsächlich in etwa der Beschreibung von Raskolnikow. Mal kommen lange Passagen, in denen die Melodie die Oberhand behält und dann die angekündigten Riffs. Angemerkt werden muss aber, dass die Segmente, die nach Riffs folgen manchmal ein bisschen dünn scheinen, also weder Rhythmus noch Melodie für wahre Unterhaltung sorgen. Vielleicht ist ja das der angegebene Zusammenhang zu dem letzten Jahrzehnt und dem siebten des letzten Jahrhunderts. Das kann ich aber nicht wirklich beurteilen. Für mich ist das vollkommen neu.Der Songwriter macht sich jedoch alle Ehre. Interessant gestaltet und zum Teil mit sozialpolitischem Zusammenhang. In „Overload“ heißt es da „In times of peace / and in times of war / you should keep in mind / you should know / that your anger won’t open any door / become aware of overload”, was so interpretiert werden kann, dass man immer einen kühlen Kopf bewahren soll, wenn man etwas ändern möchte und das man sich bewusst machen sollte, dass man manchmal auch überreagiert. Durch geistreiche Texte und kreativ aufgespielte Musik haben sich Raskolnikow hier stolze vier Gitarren erwirtschaftet und die damit einhergehende Empfehlung, mal in ihre Arbeit reinzuhören.

Wertung: 8 von 10