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Regenwaldfrucht Fontainea picrosperma – Heilung für Krebskranke?

Die Regenwaldfrucht – Fontainea Picrosperma

Krebs ist weltweit auf dem Vormarsch. Zu diesem Ergebnis kommt die neueste WHO Studie von 2014. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass bis 2025 weltweit pro Jahr zirka 20 Millionen Menschen an Krebs erkranken. Das wären 40 Prozent mehr Personen, bei denen die heimtückische Krankheit diagnostiziert wird als heute.

Die Liste der Krebstodesfälle führen Lungen-, Brust und Darmkrebs an. Trotz dieser alarmierenden Zahlen ist noch immer kein wirklich effizientes Medikament gegen die oft tödlich verlaufende Krankheit in Sicht. Das könnte sich möglicherweise bald ändern – dank EBC-46, einem Wirkstoff, der aus der Fontainea picrosperma gewonnen wird.

Der Baum wächst im Norden Australiens und hat Früchte, die vor einiger Zeit das Interesse australischer Krebsforscher erregten. Die Wissenschaftler wurden durch einen Zufall auf die Beeren aufmerksam. Ihnen fiel nämlich auf, dass die tierischen Bewohner der Regenwaldregion die Früchte der Fontainea picrosperma ausgesprochen gern aßen, ihre Kerne jedoch ausspuckten.

Daraufhin untersuchten sie die Kerne etwas genauer und stießen dabei auf einen Wirkstoff, der Krebskranken große Hoffnung auf Heilung machen könnte. Das Außergewöhnliche an dieser biochemischen Substanz ist, dass sie im Gegensatz zu anderen Mitteln gegen Tumoren extrem schnell wirksam ist.

Was ist Fontainea picrosperma?

Der unter der botanischen Bezeichnung Fontainea picrosperma bekannte Baum wird in Australien Blushwood Tree genannt. Seine Früchte sind als Fountains Blushwood bekannt. Das Gewächs gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) und zur Gattung Fontainea, die in Australien mit allen ihren insgesamt 9 Arten vertreten ist. Die aktuell getestete Fontainea Art kommt jedoch nur in einem verhältnismäßig kleinen Areal vor.

Die 7 bis 15 cm langen und maximal 5 cm breiten grünen Laubblätter des Baumes sind länglich bis oval und haben leicht gewellte Ränder, die sich ein wenig nach oben wölben. Die jungen Blattsprosse sind mit winzigen gelb glänzenden Härchen bedeckt. Auf der Oberseite der Blätter befinden sich kleine ölig glänzende Punkte, die von weitem wie winzige Löcher aussehen. Die rötlichen leicht länglichen Beeren von Fontainea picrosperma haben einen Durchmesser von etwa 2 cm. Der australische Regenwald Baum hat weiße Blüten mit 5 Blütenblättern.
Wo kommt Fontainea picrosperma vor?

Die Fontainea Art wächst ausschließlich im Nordosten Australiens im Bundesstaat Queensland. Dort findet man sie nur im Atherton Tableland. Diese geografische Region besteht aus einem Plateau von 750 bis 900 Metern Höhe, das von dichtem Regenwald bestanden ist. Die roten bis hellbraunen Beeren des Regenwaldbaumes sind unter anderem die Lieblingsspeise der im Atherton Tableland lebenden Moschusratten-Känguruhs und Kasuare.

Problematisch ist jedoch, dass bisher noch kein weiteres Gebiet entdeckt wurde, in dem Fontainea picrosperma Bäume wachsen. Sollte sich der Wirkstoff aus den von den Tieren verschmähten Kernen als einsatzfähig erweisen, wäre man gezwungen, einen Teil der im Atherton Tableland wachsenden Bäume zu fällen – was aus Gründen der Nachhaltigkeit natürlich allgemein abgelehnt wird.

Daher gibt es zurzeit ein australisches Forschungsprojekt, das herausfinden soll, unter welchen Bedingungen Fontainea picrosperma besonders gut gedeiht, damit man sie dann später gezielt anbauen kann.

Welche Wirkung hat die biochemische Substanz?

Die Wissenschaftler des medizinischen Forschungsinstituts in Brisbane sind mit den Ergebnissen der bisher durchgeführten Versuche an krebskranken Tieren mehr als zufrieden. Die 8-jährigen Tierversuche wurden im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossen. Der aus den Kernen und dem Saft der Beeren von Fontainea picrosperma isolierte Wirkstoff trägt die Bezeichnung EBC-46 und wird von der Firma QBiotics eingesetzt.

Die Wissenschaftler injizierten während der präklinischen Phase 300 Katzen, Hunden, Mäusen und Pferden, die an verschiedenen Arten von Krebs litten, die Substanz direkt in den Tumor. Schon etwa 5 Minuten später verfärbten sich die Krebszellen violett. Am nächsten Tag war der Tumor bereits schwarz und einige weitere Tage später mit einer Kruste bedeckt.

Etwa 12 Tage nach der Injektion des Mittels fiel er dann einfach ab. In der Folgezeit kam es zu keinen weiteren Tumoren. Die Tiere galten als geheilt. EBC-46 erwies sich bei 75 Prozent der Haut, Darm, Brust und Prostata Tumore sowie bei Gehirntumoren und Tumoren in der Halsregion als wirksam.

Allerdings hat der Wirkstoff auch einige Schwächen: Er kann wegen der eventuell auftretenden Nebenwirkungen lediglich lokal angewendet werden. Außerdem zeigte er nur dann seine erstaunliche Wirkung, wenn sich der Krebs noch im Anfangsstadium befand. Tumoren, die bereits im Körper metastasiert haben, können damit offenbar nicht effizient behandelt werden.

Der Wirkmechanismus des Mittels aus den Regenwaldbeeren ist eigentlich schon länger von anderen Medikamenten gegen Krebs (Zytostatika) bekannt: Es tötet die Tumorzellen ab und stärkt zugleich das Immunsystem. Darüber hinaus hemmt es das Enzym Proteinkinase C (PKC). In der Folgezeit können die bösartigen Zellen nicht mehr weiterwachsen und sich teilen und sterben dann einfach ab.

EBC-46 befindet sich derzeit in der 1. Phase der klinischen Studie am Menschen und wird an einer kleinen Gruppe von Freiwilligen getestet. Daher wird es wohl noch etliche Jahre dauern, bis der Wirkstoff aus den Regenwaldfrüchten als Krebsmedikament zugelassen werden kann – falls er denn auch beim Menschen ähnlich positive Wirkungen zeigen sollte.

Die australischen Krebsforscher sind trotz der überraschenden Ergebnisse der Tierversuche vorsichtig optimistisch. Sie hoffen, dass das Mittel wenigstens den Krebskranken hilft, die auf bisherige Therapien nicht ansprechen oder bei älteren Patienten eingesetzt werden kann, denen man keine weiteren Chemotherapien mehr zumuten kann. Außerdem gehen sie nicht davon aus, dass EBC-46 als Medikament eines Tages die konventionelle Krebstherapie vollständig ersetzen kann.