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Saltatio Mortis und Metusa

Saltatio Mortis haben offensichtlich eine ganz besondere Beziehung zu Osnabrück. Ihre erste Rock-Show spielten sie in keinem geringeren Laden als dem altehrwürdigen Hyde Park in Osnabrück. Es folgten zahlreiche Shows unter anderem in der Lagerhalle oder auch in der Halle Gartlage als Opener für Subway To Sally. Und nun kommen sie innerhalb von eineinhalb Jahren gleich zwei Mal in die Hasestadt. Man könnte fast meinen, die Jungs haben hier ein Abo gebucht.


Doch auch wenn die Totentänzer derzeit live sehr präsent sind, nimmt das Interesse des Publikums nicht ab und die Shows sind immer sehr gut besucht. So auch heute in Osnabrück. Bereits um kurz vor acht ist der Platz vor der Bühne schon mehr oder weniger komplett gefüllt. Drumherum an den Theken ist allerdings noch etwas Platz und so kommt man gut an Getränke ran und die Atmosphäre ist sehr angenehm und gemütlich. Aber zum Entspannen bleibt keine Zeit denn pünktlich um 20:00 Uhr stehen Metusa auf der Bühne und eröffnen den heutigen Konzertabend. Die Band aus der Nähe von Stuttgart spielt folkigen Rock mit einem gewissen Liedermacher Einschlag und hat das Osnabrücker Publikum von der ersten Minute an voll im Griff. Auch wenn der Sound zunächst etwas hölzern klingt gefällt die Musik den Anwesenden offenbar hervorragend. Und das weiß der Sechser zu nutzen. Immer wieder heizt Gitarrist und Sänger Domenicus der Meute ein und animiert zum Klatschen und Mitsingen. Ich habe es selten erlebt, dass eine Vorband derart gut ankommt und fast das gesamte Publikum so mitreißen kann. Weiter so.

Aber auch die Samos sind heute gut drauf und liefern eine gute Show ab. Und das ist alles andere als selbstverständlich wenn man bedenkt, dass Bandkollege Jean der Tambour mit einer diagnostizieren Hirnblutung im Krankenhaus liegt. Bereits beim Tourauftakt in Krefeld wurde diese lebensbedrohliche Situation festgestellt und fast wäre die gesamte Tour diesem tragischen Zwischenfall zum Opfer gefallen. Aber sowohl Jean wie auch der Rest der Band wollten einfach, dass die Tour stattfindet. Und so wurde schleunigst ein Ersatzprogramm auf die Beine gestellt und die Tour findet statt. Dafür erntet die Band natürlich von den Zuschauern viel Lob und Anerkennung. Glücklicherweise geht es Jean mittlerweile auch besser und er wird auch wieder vollkommen gesund werden. Daher an dieser Stelle die herzlichsten Genesungswünsche an Jean.

Aber zurück zum Konzert. Wie bereits erwähnt musste nach dem Ausfall von Jean ein Ersatzprogramm her. Und so verwundert es nur wenig, dass die Setlist zu etwa drei Vierteln mit der „Sturm aufs Paradies“ Tour Setlist überein stimmt. Das tut der Stimmung in der Halle aber keinen Abbruch. Klassiker wie „Tod und Teufel“, „Promtheus“ oder „Manus Manum Lavat“ werden dabei ebenso abgefeiert wie die Stücke der neuen Platte „Das schwarze Einmaleins“. Besonders überzeugen können „Idol“, „IX“ und natürlich das auf Youtube mittlerweile über eine Million Mal angesehene „Wachstum über alles“ zu dem Lasterbalk der Lästerliche dann auch noch ein paar kritische Worte an das Publikum richtet. Überraschend redselig präsentiert sich heute auch Alea der Bescheidene. Normalerweise braucht er ja immer eine Weile bis er auftaut. Doch heute ist davon nichts zu spüren. Von Anfang an übernimmt er den größten Teil der Ansagen und geht richtig auf die Anwesenden ein. Das viele Reden scheint Alea aber auch einiges abzuverlangen und so wird die Stimme ungefähr ab Mitte des Gigs etwas dünner und der Gesang einen ticken leiser im Vergleich zum Anfang.

Nichts desto trotz steuern Saltatio Mortis gekonnt und zielstrebig auf das große Finale zu, bei welchem Alea wieder einmal seine übliche Crowdsurfing Runde macht und dabei „Falsche Freunde“ in die Runde schmettert. Hier fällt die unglaubliche Körperspannung und Disziplin auf, die Alea an den Tag legt. Denn auch wenn er zum Ende fast noch gestürzt wäre (jedenfalls sah das aus meiner Position so aus) kann er die Stimme halten und den Text sauber zu Ende singen. Respekt. Ja, und dann ist auch dieser Saltatio Mortis Auftritt schon fast wieder vorbei. Nachdem noch einmal der „Eulenspiegel“ zum Besten gegeben wird verabschiedet man sich und verschwindet Backstage. Aber natürlich nur, um sich vom aufgedrehten Osnabrücker Publikum noch einmal auf die Bühne rufen zu lassen. Denn wie könnte ein Saltatio Mortis Gig ohne den „Spielmannsschwur“ zu Ende gehen. Und den leisten die Spielleute natürlich nur allzu gerne. Danach ist aber endgültig Schluss und gegen viertel nach elf schallt dann auch schon die übliche Hyde Park Mucke aus den Boxen und die große Wanderung beginnt.

Alles in allem geht also ein toller Konzertabend zu Ende der sowohl musikalisch wie auch stimmungsmäßig nur wenig zu wünschen übrig lässt. Sicherlich hätte die Band in voller Stärke noch einmal ganz anders aufspielen können und vielleicht noch für weitere Höhepunkte sorgen können. Aber unter den gegebenen Umständen gibt es wirklich nichts zu meckern. Ich freue mich schon auf die nächsten Auftritte, bei denen dann auch Jean hoffentlich wieder dabei ist und wünsche von hier aus noch einmal alles Gute.

Setlist Saltatio Mortis:

  • 01.Früher war alles besser
  • 02.Idol
  • 03.Tod und Teufel
  • 04.Prometheus
  • 05.Uns gehört die Welt
  • 06.Der Kuss
  • 07.My Bonny Mary
  • 08.Ode an die Feindschaft
  • 09.Habgier und Tod
  • 10.Manus Manum Lavat
  • 11.Sündenfall
  • 12.Nur ein Traum
  • 13.Nach Jahr und Tag
  • 14.Hochzeitstanz
  • 15.IX
  • 16.Koma
  • 17.Wachstumm über alles

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  • 18.Falsche Freunde
  • 19.Wirf den ersten Stein
  • 20.Eulenspiegel

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  • 21.Spielmannschwur