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Samsas Traum – Heiliges Herz – Das Schwert Deiner Sonne

Samsas Traum haben mit ihrem aktuellen Album ”Heiliges Herz – Das Schwert Deiner Sonne” mal wieder eine Diskussion in Fachkreisen ausgelöst.


Nach einer mehr als schlechten Review im renommierten Rock Hard hat sich Mastermind Alexander Katsche mit einer sehr polemischen Kritik an die Öffentlichkeit gewandt! Aber hören wir uns den Gegenstand dieses Streites doch einmal selber und vor allem ganz unvoreingenommen an. Musikalisch geht die neue Scheibe aus dem Hause Katsche wieder eindeutig mehr in die Metal Ecke. Nachdem man in der Vergangenheit eher experimentelle Wege gegangen ist und fast schon in die EBM/Dark Wave Ecke schielte knüpft das neue Album wieder an die vom Black Metal geprägten frühen Tage der Band an. Vor allem das Doublebassgeballer kann zusammen mit der Bassarbeit ein treibendes und knackiges Grundgerüst schaffen, auf dem kurze Keyboard Parts für Kälte sorgen. Darüber legen sich allerdings leider Gitarrenlinien, die bestenfalls als einfallslos zu charakterisieren sind. Das hätte so auch von jeder anderen Black Metal Combo kommen können. Was Samsas Traum allerdings so einmalig macht ist der „Gesang“ von Alex Katsche, der aus einem Black Metal Grundgerüst ein astreines Gothic Metal Scheibchen macht. Mal kreischt, mal spricht er fast. Immer bewegt er sich jedoch auf unerwarteten Pfaden und überrascht den Zuhörer mit Nerven zerreißenden Vocals.Handwerklich ist den Jungs sicherlich nichts vorzuwerfen. Immerhin handelt es sich hier um gestandene Musiker, die schon seit über zehn Jahren im Geschäft sind. Da kann man eigentlich nicht viel verkehrt machen. Allerdings ist das musikalische Material natürlich auch nicht so anspruchsvoll, dass sie hier mit atemberaubender Saitenakrobatik glänzen konnten.Ein Glanzpunkt sind hingegen einmal mehr die Texte. Alex Katsche hat wieder einmal kleine lyrische Meisterwerke erschaffen, deren Sinn sich nicht sofort erschließt. Man muss das Album schon einige Male hören und sein Gehirn zu Höchstleistungen anspornen, wenn man Samsas Traum verstehen will. Aber das lohnt sich auch. Solche lyrischen Großtaten sind im Musikbereich einzigartig und lassen sich sonst allenfalls in der Literatur finden.Über die Produktion lassen sich hingegen nicht so viele gute Worte verlieren. Zwar kracht das Album ganz amtlich und kann zuweilen auch die Kälte der alten Black Metal Tage rüber bringen. Doch ist die Scheibe – wie leider so oft im Gothic Metal – für meine Begriffe viel zu glatt produziert. Hier fehlen einfach die Ecken und Kanten. Alles ist auf die Tanzbarkeit in Düsterclubs ausgerichtet. Ein bißchen Eingenständigkeit und Räudigkeit hätte dem Silberling sicherlich eine noch größere Wirkung verliehen.Eigentlich ist im Hause Samsas Traum also alles so wie immer: Das neue Album “Heiliges Herz – Das Schwert Deiner Sonne“ ist sicherlich einmal mehr gewöhnungsbedürftig und weist auch einige Schwächen auf. Damit wurde eine – mittlerweile immer wiederkehrende – Diskussion um die musikalischen Qualitäten der Beteiligten ausgelöst. Letzten Endes kann aber jeder, der die Musik der Combo vorher auch schon mochte – hier bedenkenlos zugreifen, während Leute, die ihr kritisch gegenüber standen lieber die Finger davon lassen sollten.

Wertung: 6 von 10