MENU
Home » Konzertberichte OM » Sardonic CD-Release Party mit: Sudden Death & Sardonic & Odeon & New World Depression

Sardonic CD-Release Party mit: Sudden Death & Sardonic & Odeon & New World Depression

Am Samstag den 09.09.2006 lud OsnaMetal.de im „Bastard Club“ zum Abrocken und Haupthaarschütteln ein. Schuld am haarigen Treiben waren lokale Metal – Größen wie Sudden Death & Sardonic sowie New World Depression aus Emsdetten und die Oldenburger Odeon..


Das Publikum bestand erst aus circa 40 Menschen, die wohl noch ein wenig der Anfangsmüdigkeit verfallen waren und von daher ihre Haarpracht leider wenig zum Einsatz brachten.

Für mich war das kaum nachvollziehbar, denn schließlich war die Musik zwar langsamer als gewöhnlich, aber trotzdem noch lange nicht langweilig. Ganz im Gegenteil, der Musikstil von New World Depression hob sich sogar ein wenig ab. Erfahrungsgemäß hat es die erste Band ja immer ein wenig schwerer, sich gegen die Nachkommenden zu behaupten. Möglicherweise bedingte auch ihr eher dürftiger Publikumsbezug das Verhalten der Zuhörer. Nichts desto trotz, war eine gewisse Bühneshow vorhanden: Frontmann „Hütte“ und Bassist „Trasher“ schienen in ihrem Element zu sein und brachten das auch deutlich zum Ausdruck – allerdings jeder eher für sich.

Insgesamt erfreuten New World Depression dennoch durch eine stimmlich sowie musikalisch hochwertige Darbietung.

Nach kurzer Umbaupause war die Zeit reif für den zweiten Gig des Abends. Das Quartett Odeon betrat die Bühne und liefert von Anfang an dem immer größer werdenden Publikum (inzwischen bestand es schon aus 60 zahlenden Gästen) ein ebenfalls 45- minütiges Musikerlebnis. Allein durch ihren Stil, der sich am ehesten als Dark Metal klassifizieren lässt, waren sie die Ausnahmeband des Abends und hoben sich von dem als eher direkt einzuordnenden Death Metal – Programm ab.

Sie sorgten innerhalb kürzester Zeit dafür, dass die ersten Gäste aus ihrer oben genannten Anfangsmüdigkeit wachgeschüttelt wurden und dementsprechend auch ihre Haare im Takt zu schütteln begannen. Dieses Phänomen übertrug sich auf die gesamten ersten Reihen und ein reges und vor allem haariges, vertrautes Treiben machte sich allmählich bemerkbar. Vielleicht lag die langsam aufkommende Stimmung an Odeons engagierter Interaktion mit dem Publikum, die weit deutlicher zu erkennen war als die von New World Depression. Vielleicht lag sie aber auch einfach am präzisen Zusammenspiel innerhalb der Band, welches eine hervorragende Harmonie ausstrahlte. Parallelen zu Bands wie Opeth zu ihren Anfangszeiten wurden hier gezogen, allerdings mit dem kleinen aber feinen Unterschied, das Odeon sich der deutschen Sprache bedienen.

Mittlerweile war die Zeit für Sardonic gekommen. Bekannt ist der heimliche Headliner des Abends unter anderem aus dem Metalcamp in Slowenien, wo sie dieses Jahr die Bühne vor ca. 500 Leuten rockten und auch 2007 wieder erwartet werden.

Ich stand also zwischen mittlerweile 80 Gästen und sperrte Augen und Ohren auf. Die fünf fast durchweg langhaarigen und uniformierten Musiker („Sardonic-Betreiber“ tragen nämlich unten grün und oben schwarz) stürmten die Bühne. Nach einer natürlich dem Death Metal – konformen gegrunzten Begrüßung von Sänger Johannes nahm die Vorstellung ihren Lauf. Programm war in der Hauptsache die Präsentation der neuen CD „Symptomaniac“ – wie sollte es auf einer CD – Release – Party auch anders sein?

Von Anfang an bot diese Kapelle dem Zuschauer eine gut aufeinander abgestimmte Bühnenshow, abgerundet durch ein brillantes Zusammenspiel beider Gitarristen. Man hatte als Zuschauer schnell den Eindruck, als würden die Jungs schon ewig miteinander Musik machen und immer genau darüber im Bilde sein, wer von ihnen als nächstes mit wem dem Platz wechselte. Die Besucheranzahl wuchs währenddessen stetig. Irgendwann bevölkerten neben mir 120 zahlende Gäste Ort des Geschehens, angeregt und animiert vom guten Publikumsbezug. Auch der zuvor noch bestehende, sinnfreie Zwischenraum zwischen Bühne und Publikum war mit Wesen der Gattung „Mensch“ bedeckt. Highlight des Gigs war ein gecovertes Medley namens: „Broken Sardonics walk from hell like cowboys“ bestehend aus drei Songs (wie könnte es auch anders sein: Cowboys from hell; I’m broken; walk), welche im Original von keiner geringeren Band als Pantera veröffentlicht worden waren.

Letztendlich wurde mir jedenfalls klar, dass die gesamte symbiotische Vorstellung von Sardonic nicht nur etwas für die Ohren, sondern ebenfalls für die Augen war und sie somit einen gewissen Kultstatus verdienen.

Gegen Mitternacht rückte auch der vierte und letzte Act immer näher und Sardonic überließen die Bühne dem Headliner des Abends, Sudden Death.

Bereits bei der Begrüßung beeindruckte mich Frontsänger Markus zum einen mit seiner Körpergröße und zum anderen mit seiner angenehmen, tiefen Stimme. Diese setzte er auch zu musikalischen Zwecken hervorragend um. Sein Grunzen wurde mit der dazu passenden Mimik unterstrichen und die stetigen Positionswechsel verliehen dem ganzen Auftritt nicht nur eine harmonische Dynamik, sondern riefen bei dem einen oder anderen nicht so ganz überzeugten Zuhörer zumindest ein interessiertes Zusehen hervor.

Nichts desto trotz räumten einige Gäste noch während des Auftrittes das Feld und die Menge wurde zunehmend überschaubarer. Nur einzelne Banger bewegten ihren Kopf weiter und ließen sich von den frei werdenden Plätzen in der Menge nicht beirren. Sie feierten weiterhin eine fröhliche Party und flogen durch den Saal wie haarige Flummis.

Innerhalb der Band war zwar jeder in seinem Element, allerdings ähnlich wie bei New World Depression – eher für sich.

Fakt ist auf jeden Fall, dass der Gitarrist Theo („der böseste Mensch der Welt“, Zitat Johannes) wegen keiner geringeren Band als Sudden Death seinerzeit überhaupt mit der Musik begann. Das war wohl nicht erfolglos, was man alles in allem auch als Zuschauer nach diesem Auftritt eindrucksvoll bestätigt sieht. In diesem Sinne war der Aufenthalt auf der „Sardonic Release Party“ ein voller Erfolg, dachte und so verließen ich und Marco gegen eins mit zugegebenermaßen flatternden Ohren den Bastard Club.

Setlist New Word Depression: 01 nations of martyr

02 shadows of the dawn

03 unsaid

04 demented and forsaken

05 journey into the sun

06 operation 1984

07 visionary carnival

08 the storm is coming

09 coffin nail

10 m.s.i.t.e.

Setlist Odeon:

01 Traumruinen

02 Im Teich Der Toten Gesichter

03 Lethargie

04 Das Wüten einer ganzen Welt

05 Urgestein

06 Requiem

07 The Perishing God

Sardonic:

01 Fall Of A Man

02 Alive at the Gallow

03 Multilated God

04 Terrorhead

05 Stalking The Dead

06 Bloodrooted

07 Broken Sardonics walk from hell like cowboys

08 To The Bone

09 Surviving The Abortion

10 Abulia

Setlist Sudden Death:

01 Terror

02 Words

03 Observer

04 The Sun

05 Bloodhound

06 Until The Hell Froze

07 Black Pieces

08 Spirale Fortress

09 To Bleed

10 Insert Coin

11 Germ Under God

12 Ballistic