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Saxon – Sacrifice

Mehr als fünfunddreißig Jahre Bandgeschichte, unzählige Live-Auftritte, Top-40 Platzierungen und mittlerweile neunzehn offizielle Studioalben sprechen eine Sprache für sich. Saxon sind aus dem metallischen Paralleluniversum nicht wegzudenken. Zwar liegen die größten Erfolge der Band schon ein paar Jahre zurück, aber nun wollen sie es mit Album Nummer zwanzig, das auf den plakativen Namen „Sacrifice“ hört, noch einmal wissen.


Die neue Scheibe bietet wieder die volle Breitseite. Rotzig, rockig und rebellisch rumpelnd kommt der Titeltrack „Sacrifice“ daher. Und damit macht der Silberling genau da weiter, wo es bei „Call to arms“ (2011) aufhörte. Wirkte der Vorgänger teilweise noch zaghaft und vorsichtig, haut die aktuelle Scheibe so richtig rein. Bandchef Biff Byfords Ansage an seine Bandkollegen, sich von alten Klassikern inspirieren zu lassen, ist hier voll und ganz aufgegangen. Das leicht folkloristisch angehauchte, aber enorm stampfende „Made in Belfast“ und das zügige „Warriors of the road“ beispielsweise lassen Alt-Fans in Erinnerungen an die glorreichen Achtziger schwelgen. Aber auch so manch junger Fan wird sich von der Energie dieser Stücke mitreißen lassen. Verglichen mit dem bombastisch anmutenden „Into the Labyrinth“ (2009) wirkt „Sacrifice“ sehr rockig und teilweise schon thrashig. Vorbei die Zeiten von ausladenden Background-Chören und epischen Hymnen. Es heißt bei Saxon wieder „Back to the roots“. Alles klingt sehr erdig und direkt und Parallelen zum Hardrock lassen sich nicht verneinen.

Allerdings muss man auch anmerken, dass dem Album ein wenig die Abwechslung fehlt. Ob man nun das schnörkellose, kraftvolle „Stand up and fight“ oder den stark Accept-lastigen Song „Wheels of Terror“ nimmt. Alle sind für sich genommen starke Songs, die ordentlich rocken und nach vorne gehen. Viel Wiedererkennungspotential bieten die Songs allerdings nicht. Natürlich bleiben dem Hörer aber die immer noch kraftvolle Stimme von Biff und die sehr eingängigen Gitarrensoli von Herrn Paul Quinn im Kopf, mehr aber auch nicht. Und dann wäre da noch die absolut überflüssige Bonus-CD auf der Saxon fünf ihrer Klassiker vergewaltigt haben. Als schlimmste Tat sei hier die Orchesterversion von „Crusader“ genannt, die aber so was von übertrieben kitschig klingt und mit schlechten Synthies vollgestopft ist.

Insgesamt ist „Sacrifice“ sicher eines der stärkeren Saxon-Alben. Die Jungs gehen auf Nummer sicher, versuchen gar nicht erst extrem progressiv zu klingen sondern spielen ihren Schuh runter und liefern ein solides, aber unspektakuläres Heavy Metal-Album ab.

Tracklist:

  • 01. Procession
  • 02. Sacrifice
  • 03. Made in Belfast
  • 04. Warriors of the road
  • 05. Guardians of the Tomb
  • 06. Stand up and fight
  • 07. Walking the steel
  • 08. Night of the wolf
  • 09. Wheels of Terror
  • 10. Standing in the queue

Bonus-CD:

  • 01. Crusader (orchestered version)
  • 02. Just let me rock (re-recorded version)
  • 03. Requiem (acoustic version)
  • 04. Frozen Rainbow (acoustic version)
  • 05. Forever Free (re-recorded version)
Wertung: 7 von 10