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Slick Fitty – Where the Chrome shines bright

Haben Sie Stil? Fahren Sie gerne V-8 Amerikaner mit Chromfelgen, Würfeln am Rückspiegel und einer heißen Petty Sue als festes Accessoire auf dem Beifahrersitz? Ja? Wenn Sie zudem noch äußerst dicke Eier und eine ordentliche Portion Margarine in den Haaren haben, dürfen

Sie eintreten in den Club Slick Fitty, der da lockt mit dem Wahlspruch: „Not a dry pussy


in the house“. Verlockende Vorstellung, ne?

Die Betreiber des Clubs, Slick Fitty themselves, sind so ziemlich DIE authentische Rockabilly-Formation. New Yorker, enge Hosen, dicke Eier, Dog-tags um den Hals, Margarine und Gals, wie gesagt. Ein Muss für jeden Big Daddy, der schon immer auf amerikanischen Rock’n’Roll der 50er stand.

Statische Drums, krächzendes Saxophon und ziemlich voller, etwas untypische James-Hetfield-Vocals-Gesang geben dem Ganzen eine sehr eigene Note, ohne den Nostalgiefaktor zu schwächen. Denn alles an dieser Band, vom up-beatigen Opener „Gee Whiz“ bis zum zweifelsohne „Chuck Berry’s“ „Johnny B. Good“ gewidmeten „Johnny Meow“, dessen Bass- und Gitarrenspiel einen so versierten Sound aufweist, dass es einem vor lauter Authentizität die Haare aus der Nase fallen. Denn darum geht es doch bei Retrobands am allermeisten: Authentizität. Durch die ganze Platte zieht sich der Flair der 50er und lässt den Kenner träumen von Cadillacs, „Buddy Holly“ und Marilyn Monroe.

Wer nun an einen Haufen alte, ölige Halb-Musiker denkt, die sich nur zum Zeitvertreib der Nadelstreifenanzugnostalgie widmen, sollte ganz schnell noch mal von vorne beginnen und in diese heiße Scheibe reinhören. Denn Slick Fitty vereinen den klassischen Klang des alten Rock’n’Roll, zu dem schon mein Vater beim wöchentlichen Tanztee die Frauen bezirzte, mit großartigem, perfekt abgemischtem Sound. Jedes Picking (und es sind verdammt viele!!!) ist zu hören, nichts verschranzt, alles auf Perfektion getrimmt. Eine Versiertheit, wie sie früher nur begrenzt vorhanden war. Dazu kommen die großartigen Leistungen von Röhre Crazy Joe Domingo und Saxophonist J-Man, die dem ganzen den letzten Schliff verpasst.

Authentisch wie nix gutes (einmal mehr) triefen die Lyrics nur so vor Charme und Sex. Und Männlichkeit, natürlich. Lines wie „but they drink the whiskey like a fountain of youth (Where the Chrome shines bright), „Hair in a ponytail, a pink poodle skirt, baby blue eyes and a really tight skirt“(Wild Cherry) „Cause I’m a big dog, they know me across town“(Big Dog) belegen diese These zweifellos.

Eins ist sicher, diese Platte ist was Besonderes und bleibt bei mir im Schrank. Und um mit Mia Wallace’ (Pulp Fiction) Worten abzuschließen:

Ein Elvis-Mann sollte es lieben!

Anspieltipps:

– Eternally

– Fallin’

– Insecure

Wertung: 10 von 10