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Sonor Teutonicus – Erdenthron

Die Größen des Mittelaltergenres wie Subway To Sally, Saltatio Mortis und Feuerschwanz sind den meisten ein Begriff – danach kommt lange nichts. Doch dass sich auch kleinere Bands keineswegs hinter den Genregrößen verstecken müssen zeigen eindrucksvoll Sonor Teutonicus aus Osnabrück.


Im Jahre 2003 trafen Die Komödianskys und Bärentanz aufeinander und beschlossen bald darauf gemeinsam musizieren zu wollen. Heraus kam Sonor Teutonicus und nach „Durch manche Land“ (2006) und „Sturm und Stille“ (2008) folgte im Jahr 2011 das dritte Album Namens „Erdenthron“.

Der Hörer wird auf diesem Album von „Aufbruch“ bis „Ankunft“ auf eine besondere mittelalterliche Reise geschickt. Abwechslungsreich und kreativ wird seit Jahrhunderten Altbekanntes neu eingekleidet und mal balladesk, mal rockig neu interpretiert. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den zahlreichen Instrumenten, wobei neben durchaus bekannten viele unkonventionelle zum Einsatz kommen. So spielen die Musiker von Sonor Teutonicus neben Akkordeon, Violine, Mandoline, Blockflöte und Cello auch Gitarrencister, Drehleiher, Perkussion, Handgeklapper, Davul, Mittelalter-Sackpfeife, Rauschpfeifen, schwedische Säckpipa, Schläferpfeife und Prätophon.

Doch auch an anderer Stelle weicht man ab von der Norm. So finden sich im Booklet nicht wie gewöhnlich die Songtexte, sondern lyrisch gehaltene, sinnbegleitende Zeilen und Hintergründe zu den jeweiligen Liedern. Inhaltlich wird sich dabei an den jeweiligen Stücken orientiert und Thematiken wie Tod, Schicksal, Trink- und Liebeslust abgehandelt – im Grunde alles, was mit den Epochen Mittelalter und Renaissance im Zusammenhang steht – kreativ, neuvertont und phantasievoll umgesetzt.

Für Fans des Genres im Allgemein kann eine uneingeschränkte Kaufempfehlung gegeben werden, vor allem für diejenigen, die sich an den populären Bands lange totghört haben. Letztendlich kommt man musikalisch nicht vollkommen aus seinem Gewandt heraus, sticht aber innerhalb der eigenen Richtung deutlich aus dem großen Kreis anderer Spielleute heraus. Man hört dieser CD an, dass sie mit viel Charme, Humor, großem Können und Hingabe eingespielt worden ist.

Die Gradwanderung zwischen der Vergangenheit und den Begebenheiten der heutigen Zeit scheint für die Spielleut ebenfalls kein Problem darzustellen. So hat man sich sogar daran getraut den Klassiker „Fear of the Dark“ von Iron Maiden neu zu interpretieren und in „Fürchtet euch nicht“ umzudichten. Leider befindet sich dieser noch nicht auf diesem Album, wird aber bei Liveauftritten stets zum Besten gegeben. Die nächsten Möglichkeiten das mitzuerleben gibt es an diesen Terminen.

Tracklist:

  • 01. Aufbruch
  • 02. Die Macht des Schicksals
  • 03. Ballade vom tumben Brüderlein
  • 04. Ich han in ainen Garten gesehen
  • 05. Bacche bene venies
  • 06. Jakobslied
  • 07. Tod und Mediziner
  • 08. Schnitter Tod
  • 09. Mayenzeit
  • 10. Ja nuns hons pris
  • 11. Ankunft
Wertung: 7 von 10