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Stahlzeit – Die Rammstein-Tribute-Show

„Atemnot im Rosenhof“ bedeutete es am vergangenen Freitag zumindest für einige der Besucher der Rammstein-Tribute-Show im Rosenhof Osnabrück.


Der Rosenhof platzte bei den Menschenmassen, die herbeiströmten, um Stahlzeit mit ihrer Rammstein-Tribute-Show zu sehen, förmlich auseinander. So wird schon zu Beginn des Konzertes beim ein oder enderen der Wunsch nach einem Fenster laut. Die Kleineren unter uns fragten sich wohl auch zum wiederholten Male, warum eigentlich die großen Menschen bei Konzerten immer vorneweg stehen. Denn stand man weiter hinten im Raum, war eine Sicht auf die Bühne nicht mehr gegeben, von einem Raum, um sich zur Musik zu bewegen, mal ganz zu schweigen. Schade, denn das hat doch die Stimmung derer, die dort stehen mussten, zunächst getrübt.

Getreu dem Original ertönt mit einer 15-minütigen Verspätung erstmal ein laaaanges Intro bis sich die Band auf der Bühne versammelt, um im Rammstein-typischen Styling „Reise Reise“ zu performen. Bei einer Rammstein-Tribute-Show darf natürlich auch die pyrotechnische Inszenierung nicht fehlen, und so wird dann auch gleich der erste Song mit einem beeindruckenden Pyroregen untermauert. Weiter geht es mit „Links 234“. An dieser Stelle möchte ich die Leute von der Lichttechnik loben, die die Lichteffekte in perfekter Harmonie auf die Songs abgestimmt haben.

Es folgen „Sehnsucht“ und „Asche zu Asche“, natürlich beides mit ordentlich Pyrotechnik untermauert. Da sprudelt ein Feuerwerk auf der Bühne, Fackeln brennen ebenso lodernd wie die Mikrofonständer.

Bei „Laichzeit“ fällt dann Konfetti von der Decke. Es vergeht kein Lied ohne dem Besucher auch was fürs Auge zu bieten.

Je später der Abend desto voller (leider) der ein oder andere Konzertbesucher. Beim Versuch, im betrunkenen Zustand die Musik zu rocken, kommt es ein ums andere Mal zu einem Bierregen innerhalb der Publikumsmasse. Nun ja, es herrscht wohl die Meinung, dass das zu einem ordentlichen Rockkonzert dazu gehört.

Dafür kann aber die Band nix, die auf der Bühne mit Erfolg alles gibt. Super ist auch die weitere Songauswahl: „Mein Herz Brennt“, „Heirate Mich“, „Rammstein“ und „Der Meister“. Die Pyros sind dem Original perfekt nachempfunden: Flammenschüsse, Riesenwunderkerze und die typische brennende Jacke.

Bei „Morgenstern“ steht dann quasi die Bühne in Flammen. Dazu wird wohl irgendein Magnesiumzeug verwendet, welches das gesamte hinten stehende Publikum zum husten bringt. So gern ich den Rosenhof gerade als Konzertlocation mag, es wäre vielleicht doch eine Überlegung wert, zukünftig eine größere Location zu wählen.

Was folgt ist ein instrumentaler Break. Bassist Samir fordert das Publikum zum Klatschen auf und verschafft Sänger Heli damit die notwendige Pause, die nun folgende Bühneninszenierung vorzubereiten. Der große Kessel wird auf die Bühne gebracht, Heli erscheint in blutiger Schürze und Kochmütze und so weiß nun wohl jeder, dass „Mein Teil“ folgt. Abgelöst wird der Song von „Keine Lust“, und schon ist die Halbzeit des Konzertes erreicht.

Zeit für Sänger Heli, im großen Gegensatz zum Original, persönliche Worte und seinen Dank an das Publikum zu richten. Zum siebten Mal ist Stahlzeit an diesem Tag in Osnabrück und zum zweiten Mal in Folge ausverkauft. Ein Erfolg, den sich die Band auch für ihr Projekt Maerzfeld wünscht, wo sie ihr eigenes Ding macht.

Musikalisch geht es dann mit „Spieluhr“, „Benzin“ und „Ich Tu Dir Weh“ weiter.

Ob es am zunehmenden Alkoholpegel der Besucher oder an der weiteren Songauswahl liegt vermag ich nicht zu sagen, aber im weiteren Verlauf des Abend explodiert dann nicht mehr nur das ein oder andere Feuerwerk, sondern auch die Stimmung im Publikum.

Bei „Ohne Dich“ gibt es kein Halten mehr und es wird lautstark und textsicher mitgesungen. So geht es auch bei „Haifisch“ weiter. Der originalen Bühneninszenierung nachempfunden, schwebt Thomas (Keys) mit einem Schlauchboot übers Publikum und wirft Ballons und Geschenke von Bord.

Weiter geht es mit „Du Riechst So Gut“ und „Feuer Frei“. Ich könnte schwören, dass die dabei verwendeten Flammenwerfer einiges an der Decke des Rosenhofes weggeschmort haben. Bei „Waidmanns Heil“ und „Du Hast“ hat die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht. Das Publikum schreit das „NEIN“ der Bühne entgegen, unterstützt durch Flammen und Feuerwerk.

„Pussy“ soll dann der letzte Song des Abends sein. Doch dieses Konzert ist zu phantastisch und das Publikum in zu guter Stimmung als es ohne eine Zugabe enden lassen zu können. Und so folgen zur allgemeinen Begeisterung „Sonne“, der Zugabe-Klassiker „Ich Will“ und „Engel“, wobei Sänger Heli auf die bombastischen Flügel, die Rammsteinsänger Till Lindemann trägt, verzichtet.

Das Konzert endet mit einem Abschluss-Feuerwerk quer durch den Innenraum. Und trotz der ein oder anderen kleinen Widrigkeit sehe ich rund um mich herum nur glückliche, zufriedene Gesichter. Der perfekte Abschluss eines wirklich gelungenen Konzertabends.