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Suidakra – Eternal Defiance

Nur wenige deutsche Bands vereinen in ihrer Musik so viele verschiedene Stilrichtungen wie Suidakra. Aber gerade das macht auch ihren Charme aus. Mal düster, mal bombastisch, und das Ganze gepaart mit einem ordentlichen Folk-Einschlag. So kann man den Vierer um Sänger Arkadius durchaus charakterisieren. Und mit ihrem neuen Album „Eternal Defiance“ beweisen Suidakra einmal mehr, dass es sehr wohl möglich ist, sich einerseits weiter zu entwickeln, aber dennoch seinen Wurzeln treu zu bleiben.


Musikalisch steht das neue Album auf einem soliden und bewährten Gerüst. Die nahezu perfekte Symbiose aus klassischen Heavy Metal-Einflüssen, melodiösem Death Metal und keltischen Folk-Elementen verpasst „Eternal Defiance“ den urtypischen Suidakra-Sound. Die Gitarren bauen sich fett wie eine Wand vor dem Hörer auf, das Schlagzeug kommt treibend und auf den Punkt genau gespielt daher und der überwiegend krächzende Gesang ist das I-Tüpfelchen. Auch der weibliche Gesang, der wieder einmal von Tina Stabel übernommen wurde, fügt sich sehr gut ins Gesamtgefüge ein. Mit „The Mindsong“ hat es sogar ein komplett von ihr eingesungener Song auf das Album geschafft.

Neu ist allerdings die Einbeziehung orchestraler Arrangements wie man sie sonst nur aus Filmmusiken kennt. Deutlich zu erkennen ist das direkt im Intro „Storming the walls“ und dem darauf folgenden „Inner Sanctum“. Man hat sofort das Gefühl, Zeuge einer epischen Schlacht zu werden, und möchte gleich selbst zum Schwert greifen und mitkämpfen. Und auch im weiteren Verlauf des Albums wird man immer wieder hin und her gerissen zwischen brutal heruntergespielten, ultraschnellen Gitarrenriffs und bombastischen und fett angelegten Chören. Als Beispiele hierfür seien „Beneath the Red Eagle“ und „Rage for Revenge“ genannt. Suidakra haben ihrem Sound wieder eine neue Facette hinzugefügt ohne dabei das Grundgerüst zu ändern oder an Härte zu verliefen. Ganz im Gegenteil, denn es fällt auf, dass die traditionellen Instrumente wie Dudelsack oder Pfeifen nicht mehr so dominant sind wie noch auf frühen Werken wie „The Arcanum“ (2000) oder „Auld Lang Syne“ (1998). Man hat in Sachen Härte also durchaus zugelegt, was den Stücken im Ganzen sehr gut tut. Das gesamte Album ist musikalisch auf einem sehr hohen Niveau und es gibt so gut wie keine Ausschläge nach unten.

Beim lyrischen Konzept lassen Suidakra ebenfalls nichts anbrennen. Die Story basiert auf der Geschichte und der Mythologie der walisischen Erzählung „The Dream of Macsen Wledig“, in der es um Flavius Magnus Maximus geht, welcher Mitte des vierten Jahrhunderts nach Christus römischer Kaiser war. Das ist insofern passend zum Band-Image, als dass eben jener Kaiser lange Zeit als Feldherr im damaligen Britannien stationiert war und daher Teil der keltischen Sagen ist. Bei der Umsetzung des Konzeptes zeigt die Truppe um Sänger Arkadius, dass sich die jahrelange Erfahrung im Songwriting eben doch auszahlt. Insgesamt wirken die Songs kompakt, durchdacht, in sich geschlossen und können sowohl im Gesamtgefüge des Albums wie auch einzeln stehen.

Damit reiht sich „Eternal Defiance“ als Album Nummer elf in die Veröffentlichungsliste ein und überzeugt auf ganzer Linie. Der Sound wurde logisch weiterentwickelt und das ganze Album strotzt nur so vor Energie. Fans der Band können beruhigt zugreifen. Und wer den Vorgänger „The Book of Dowth“ (2011) mochte, der kann auch mit „Eternal Defiance“ nichts verkehrt machen.

Tracklist:

  • 01 .Storming the walls
  • 02. Inner Sanctum
  • 03. Beneath the read eagle
  • 04. March of conquest
  • 05. Pair Dadeni
  • 06. The Mindsong
  • 07. Rage for Revenge
  • 08. Dragon’s Head
  • 09. Defiant Dreams
  • 10. Damnatio Memoriae
  • 11. Mrs. McGrath (Bonus Track)
Wertung: 9 von 10