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Träumen von Aurora – Rekonvaleszens

„Rekonvaleszens“ ist, der Name lässt es erahnen, der Nachfolger des im letzten Juni erschienenen Albums „Sehnsuchts Wogen“ und knüpft sowohl thematisch, als auch musikalisch an jenes an. Dass Träumen von Aurora mit ihrem schönen Namen und Album eine düstere, melancholische Stimmung schaffen wollen bleibt beim Hören dieser Tracks keinesfalls verborgen.


Mit einer tosenden Black Metal-Wand aus brutalem Riffing und Blast-Attacken legt „Phönix und Asche“ los, ballert dem geneigten BM-Fan direkt die Verzweiflung und den Selbsthass des lyrischen Ichs in die Gehörgänge und zeigt, dass Träumen von Aurora hier klar die Brücke zum Debut spannen – die Trennung vom Partner des Ichs liegt in der Vergangenheit, aber die Narben sind noch frisch und schmerzen.

Wie konzeptionell fast zu erwarten gibt´s im zweiten Song „Im Morgengrauen“ leise Töne. Der Funke Hoffnung auf ein schmerzfreies Leben, eine Perspektive raus aus dem Loch… Mehr Post Rock als Black Metal, mehr Licht als Dunkelheit, aber dank der Schreie von Sänger Patrick immer noch der allgegenwärtige Schmerz. Ein Zwischenhoch, denn immer wieder, den Blastattacken sei Dank, der Rückfall in die Welt der Einsamkeit.

Der Sommerregen auf Asphalt“ hält dann auch, was man sich unter dem Titel verspricht. Melancholie, ausgelöst durch melodische, aber dennoch dissonant überlagernd wirkende Gitarrenläufe und sich stets wiederholende Riffings treffen auf balladesk anmutende Keyboard-/Synthiewände mit einem klaren Hang zum Dur. Es entsteht das Bild eines in sich zerrissenen Individuums vor dem inneren Auge; gehalten von der Dunkelheit, in sich aber der Wunsch nach Freiheit. Diese materialisiert sich dann in „Orion 2.1“. Deutlich klarere Linien, die Soundwände verschwinden und machen einer verspielten, fast schon poppig klingenden Saiten- und Keyboardfraktion Platz.

Was einst im Wind der Wälder lag“ bietet dann nochmal eine komplette Übersicht über das Machwerk der sechs Bielefelder. Hier finden sich alle Elemente, welche „Rekonvaleszenz“ auszeichnen, nebst der dazu passenden Stimmung natürlich. Nicht umsonst mit knapp 15 Minuten Spielzeit auch der längste Track des Albums.

Träumen von Aurora schaffen es, mit ihrem zweiten Konzeptalbum ein Werk abzuliefern, welches nicht nur als solches bezeichnet werden darf und sollte, sondern auch musikalisch (klammern wir hier mal die ab und an auftretenden poppigen Elemente aus) wie auch konzeptionell voll überzeugen kann. Sicher keine CD für jeden und sicher auch keine CD für den CD-Spieler im Auto oder auf Metal-Partys. Wer sich aber die Zeit und den Willen nimmt, sich auf die Stimmungen und Gedanken die das Album vermittelt, einzulassen, wird seine helle Freude haben. Absolute Kaufempfehlung für Fans von Wolves In The Throne Room, Cult Of Luna, Der Weg Einer Freiheit oder Agalloch.

Tracklist

  • 1. Phönix und Asche
  • 2. Im Morgengrauen
  • 3. Der Sommerregen auf Asphalt
  • 4. Orion 2.1
  • 5. Was einst im Wind der Wälder lag
Wertung: 8 von 10