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Festival No. I

Unaussprechliche Culthe
Festival No. I

Die im Münsteraner „Sputnik Café“ monatlich stattfindende Partyreihe „Unaussprechliche Kulte“ hat sich als Nischen-Event für Anhänger der düsteren Klänge auch über die Grenzen von Münster hinaus einen Namen gemacht und ist inzwischen fest etabliert. Das DJ-Team Von Junzt, Lastaurus und Sagaart legt eine bewährte Mischung aus Black Metal, Post Black Metal, Doom/Drone, Dark Metal/Ambient und Ritual auf.


Anlässlich der 15. Auflage gab es nicht nur etwas zu feiern, sondern auch einen neuen Namen. Mit dem „Unaussprechliche Culthe Festival No. 1“ und dem Auftritt von vier Livebands aus dem Bereich Black/Death/Doom Metal wurde der Status dieser Partyreihe eindrucksvoll untermauert.

Das Festival wurde eröffnet von der aus dem Ruhrgebiet kommenden Band Hallig. In ihrem Black Metal, der vom Kreischgesang dominiert wird, waren einige Lieder mit markanten Melodien eingewoben, die einen schönen Gegenpart zu der düsteren Musik boten. Wie uns die Band später sagte, versuchen sie immer, in jedem Lied eine Perle einzubauen. Das konnte man live auch spüren, und so ging dieser Auftritt mit abwechslungsreichen Liedern viel zu schnell vorbei. Bei guter Musik läuft der Zeiger auf der Weltuhr einfach viel zu schnell.

Das Soloprojekt Total Negation befasst sich mit der Endgültigkeit des Todes und der Sinnfrage, was nach dem Lebensende kommt. Eigens für den Auftritt hatte der Sänger und Solokünstler Sessionmusiker verpflichtet, die ganz in schwarz gekleidet, ohne störende Aufdrucke und mit Masken versehen den Tod symbolisierten. Eingeleitet wurde jedes Lied durch Sprachsamples, wie „Ich hab‘ Angst vor dem Abschied; dass es dann so endgültig ist“. Bemerkenswert an diesem Ritual waren die mächtigen Gitarren, die harmonisch im Gleichklang die Atmosphäre untermalten, ebenso wie die Xylofonklänge und die einfache, aber effektvolle Beleuchtung, mit der die Masken noch mehr hervorstachen. Beim vorletzten Lied verteilte der Sänger Briefumschläge mit einer Hochglanzkarte mit dem Aufdruck „Du wirst sterben“, was zu Resonanz und Geflüster bei den Konzertbesuchern führte. Andächtig verfolgten diese die weitere Zeremonie. Dieser Auftritt war thematisch wirkungsvoll und hat uns nachhaltig sehr beeindruckt.

Die Band Fyrnask, deren zweites Album sich mit kultischen und rituellen Themen der nordischen Länder auseinandersetzt, hüllte sich komplett in Unkenntlichkeit. In Mönchskutten gekleidet und bis über die Nasenspitze vermummt, konnte man im dichten Nebeldunst nur Schemen und Schatten erkennen. An der Bühnenfront waren allerlei Kerzen stimmungsvoll aufgestellt, die mit dem dominanten Schlagzeug im Takt pulsierten. Eine eigenartig trübe Stimmung; düsterer und schmerzerfüllter Black Metal durchdrang die Nebelwand.

Die vorangegangenen Bands hatten eine gute Atmosphäre inszeniert, sodass es für den Headliner Ophis aus Hamburg ein leichtes Spiel war, die Stimmung aufzunehmen. Die Beleuchtung auf der Bühne war sehr spärlich. Der treibende Death Doom wurde durch die mächtige Bassgitarre unterstützt. In den überlangen Liedern konnte man sich gut und gerne verlieren, auch aufgrund vieler schöner Gitarrensoli.

Fazit: Insgesamt hatten die Bands ein sehr hohes Niveau, womit man bei dem günstigen Eintrittspreis nicht durchweg rechnen konnte. Black- und Doom Metal-Fans sind an diesem Abend voll auf ihre Kosten gekommen. Die durchdachten Bühnenkonzepte und die musikalischen Darbietungen erzeugten eine außerordentliche Atmosphäre, für die wir gerne wieder nach Münster kommen. Eine Fortsetzung dieser Festivalreihe wäre somit ganz und gar in unserem Sinne.

Setlist Hallig

  • 01. If I Am The Storm
  • 02. Nichts Als Stille
  • 03. Reinvigoration
  • 04. Neues Lied (noch unbenannt)
  • 05. 13 Keys

Setlist Total Negation

  • 01. Zeitenwende
  • 02. Geist
  • 03. Zeit
  • 04. Einzug

Setlist Fyrnask

  • 01. Intro
  • 02. Vigil
  • 03. Jarðeldr
  • 04. Suonnas Sedir
  • 05. Saltrian
  • 07. Síaiða
  • 08. Sút

Setlist Ophis

  • 01. The Halls Of Sorrow
  • 03. Somnolent Despondency
  • 04. Kennel Of Estrangement
  • 05. The Mirthless
  • 06. Pazuzu