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Unique Club & Mental State

Konzerte im Unikeller haben immer ihren ganz eigenen Charakter, sowohl für Bands wie auch Publikum.

Eng, drückend, stickig – und doch immer einfach geil.

Heute auf der Bühne: 2 osnabrücker Bands, wie sie fast gegensätzlicher nicht sein können..

In der einen Ecke stehen da als Opener die Emosynthrocker Unique Club, in der anderen die rein gar nicht in eine Schublade zu steckenden Mental State – sagt bloß nicht Nu Metal! Nun denn! Wir sind gespannt!

Die obligatorische Verspätung von knapp 1 ½ Stunden wurde auch diesmal wieder präzise eingehalten, ehe dann um 22.20 doch die ersten Klänge der 3 osnabrücker Unique Club aus der brandneuen Anlage des Unikellers dudeln. Man glaubt sich in die Karibik versetzt, denn es ist tatsächlich eine Mischung aus Funk und Reggae, die einem da entgegengeworfen wird. Dann wird aber doch aufgedreht und groovende Synthie-Happen gepaart mit eingängigen Riffs und den typischen Emo-Vocals drücken gegen die ca. 50 Zuschauer.

Man merkt Frank Stone am Mikro an, dass er eben dieses nicht das erste Mal benutzt; jeder Ton ein Treffer und die Emo-Wellen drücken fast schon auf die Tränendrüse, wenn er seinen Mikroständer umklammert und mit geschlossenen Augen von Liebe, Seelenfrieden und ganz ganz anderen Dingen singt….! Einzig die Bühnenshow der 3 wirkt ein wenig statisch, bei vielleicht 12 Quadratmeter Bühnen-Aktionsfläche wird Pogen allerdings auch schwer!

Zahlreiche Tempo-Wechsel und eine Musik die ich einfach jetzt mal als Ska-Reggae-Funk-US-Punk-Grunge bezeichnen will, dazu musikalische Leckerlis wie das „Red Hot Chilli Peppers“-Cover „Otherside“ ziehen das Publikum schnell auf die Seite von (oder des?) Unique Club!

2 Zugaben gibt´s dann nach knapp 45 Minuten auch noch, als besonderes Schmankerl eine Solo-Akustik Performance von Frank, der für seine Neffin (heisst das nicht Nichte? Oder sagte er Neffe und ich habe es nicht richtig verstanden?) „Reason“ zum Besten gibt.

Die nun folgende, viel zu lange Umbauphase von knapp einer Stunde ließ viele Gäste, deren Stimmung von Unique Club hochgepusht wurde, entweder in ein Stimmungsloch fallen, an den Kicker oder einfach ganz gehen. Schade eigentlich denn zumindest Letztere verpassten den Auftritt einer Band, dessen musikalische Bandbreite so weit reicht, dass ich mich nach 20 Minuten Hören dazu entschied, es mal einfach „Nicht-Nu-Metal“ zu nennen…!

Keine Begrüßung, sofort erklingt ein eingängiges Synthie-Intro und auf die verbliebenen Zuschauer rast eine Soundwand aus so vielen Musik-Fragmenten zu, dass man das dringende Bedürfnis verspürt, sich mit irgendwas schützen zu müssen!

Auf ihrer Homepage verraten Mental State, dass es nicht ihr Ziel ist, die Charts zu stürmen ,das wird mit so einer Musik auch nicht gehen (Anmerkung: da Diese einfach zu kompliziert gestrickt ist für die ganzen Hip Hop-Kiddys…nun ja), sondern einfach ihren Spaß an der Musik auszuleben und diesen mit anderen zu teilen! Und das tun sie!

Vocalist John verriet uns im Interview, dass Mental State an sich „nur“ ein Musikprojekt ist und aus Feierband-Musikern besteht – unglaublich wenn man die Jungs erstmal live gesehen hat! Alle spielen auf einem sehr hohen Niveau und auch die Bühnenpräsenz kommt sehr professionell daher – erwähnte ich schon, dass Drummer Uli mit seinen Riesen-Kopfhörern original wie Lars Ulrich im Video zu „nothing else matters“ aussieht? (Namedropping? Vielleicht!) Geilo!

Die Musik von Mental State zu beschreiben wäre wie das Liebesleben der Ameisen zu beschreiben; noch nie so was gesehen und doch sehr facettenreich!

Von Emo über Alternative, Indie, Progressive, US-Punk bis hin zu, ja wirklich, Hip Hop! Jedes Bandmitglied hat seine eignen Roots dabeigepackt und heraus kommt eine zu Beginn sehr heisse, aber doch leckere Suppe! Mal ruhig und clean, mal aggressiv shoutend – die Mischung macht’s!

So rockten sich Band und Publikum (besonders erwähnen möchte ich 5 Damen, die neben der Bühne so was wie eine Halb-Polonäse zu einem knapp 5 minütigen, progressiven Gitarrensolo hinlegten)

durch 9 Stücke, ehe dann gegen 1.00 die Combos gepackt wurden und die armen Thekenkräfte des Unikellers damit beginnen mussten, unsere Flut von Flyern von den Tischen zu kratzen!

Fazit: Danke an die Bands für einen Rock-Abend der etwas anderen Art, sorry an den Unikeller wegen den Flyern!

Setlist Unique Club:

01 Deep in my Soul

02 How do you feel

03 Why?

04 Ska

05 Daydream

06 Only when it rains

07 Otherside (R.H.C.P. Cover)

08 U2

09 You´ll never get it

Extra: Creep (Radiohead Cover)

Extra: Reason

Setlist Mental State:

01 Fast Way

02 Headfucker

03 Memory

04 Nobody Home/Egoshooter

05 Skywatch

06 The Choice

07 Lead

08 Like the way

Don´t stop