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United Enemies – All The Sick Things We Do

Schweden; das Land der Elche ist berühmt für Möbelhäuser und düster melodischen Metal. Nicht hingegen für Stoner Rock. Dieser Musikstil hat seine Hochburgen in den Südstaaten der USA.


Dennoch haben sich nun die Schweden United Enemies ausgerechnet diese Musikrichtung auf die Fahne geschrieben.Ob diese Wahl allerdings so gelungen war lassen wir vorerst einmal dahin gestellt. Befassen wir uns also zuerst mal mit dem musikalischen Material. Die Songs rocken alle ziemlich. Mal mit angezogener Handbremse, mal mit Vollgas nach vorne. Das ist allerdings auch das einzig positive Merkmal, das sich beim Songwriting hervorheben lässt. Ansonsten regiert auf diesem Album die pure Langeweile. Innovation? Eigenständigkeit? Fehlanzeige! Was hier geboten wird hätte auch von jeder anderen Stoner Rock Combo stammen können.Man muss den vier Skandinaviern allerdings zu Gute halten, dass sie durchaus wissen, was sie da machen. Die Riffs sitzen zu jedem Zeitpunkt auf die Sekunde genau, die Rhythmussektion schafft es immer wieder einen treibenden Untergrund zu kreieren und ein besonderes Lob gilt Sänger Andy Pierce. Seine Stimme – die noch mit einem blechernen Effekt leicht verändert wurde – ist einfach wie gemacht für diese Musik. Rau, rotzig und angepisst röhrt er aus den Boxen.Lobende Worte gebühren aber nicht nur ihm, sondern auch Produzent Henrik Larsson, der schon für The Haunted an den Knöpfen gedreht hat. Er hat es verstanden der Band einen knackigen und zeitgemäßen Ton zu verpassen. Dabei hat er jedoch nie die eigentliche musikalische Grundausrichtung aus dem Blick verloren, so dass “All The Sick Things We Do“ noch reichlich Ecken und Kanten aufweist, die den räudig erdigen Grundton des Albums betonen.Insgesamt reicht das aber leider nun mal nicht zu einer guten Scheibe. Letztendlich bleibt Gott sei Dank immer eines entscheidend: Die Kreativität der Künstler. Auf diesem Sektor müssen United Enemies allerdings noch erheblich zulegen, wenn sie sich erfolgreich auf dem Markt etablieren wollen. Außerdem sollten die Herren auch einmal hin und wieder an ihre Fans denken. Eine Gesamtspielzeit von unter 40 Minuten ist für ein komplettes Album einfach eine Frechheit! Value for money geht anders. Hier ist in Zukunft eindeutig mehr Fanfreundlichkeit gefragt.

Wertung: 4 von 10