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Various Artists – Hitpack New Rock Vol.2

Äußerlich eine tolle Sache: Die besten Newcomer Deutschlands eines bestimmten Zeitraums werden von EMG auf einer Scheibe präsentiert und promotet! Und das geschieht mit Hilfe eines Internet Votings, bei dem man in die Tracks einiger Gruppen reinhört und dann seine Stimme für die Beste vergibt.


Und auch dieses mal sind 18 Songs zusammengestellt worden. Der Erste Eindruck ist sofort ein Guter. Man merkt, dass die Bands nicht umsonst auf der CD sind, und das sich die deutsche Rockszene vor der Zukunft nicht zu fürchten braucht. Um keine Gruppe zu benachteiligen will ich im Folgenden kurz auf die einzelnen Songs eingehen: „Take your face“ von Karma Connect ist gekennzeichnet von einem soliden Zusammenspiel der Instrumente. Ohne Zweifel ein toller Rock der mit Sicherheit weitere Perspektiven öffnen würde, wenn der Gesang weiterhin so treffend bleibt. Die zweite Nummer kommt von Betontod und heißt schlicht „Wind“. Der deutschsprachige Text dringt vor allem im Reffrain sofort ins Gehirn und lässt den Hörer nach mehr lechzen. Erweckt in mir leichte Erinnerungen an die Toten Hosen, wobei ich diese sicher nicht vorziehen würde. „Rollercoaster“, die Nummer drei! Diesem Lied von Jakepom mangelt es zu keiner Zeit daran rasant zu sein. Tolle Riffs, schneller Rhythmus. Auch hier bekommt man Lust auf die Gruppe. Mit dem nächsten Track wird man nun sehr stark auf Juli oder Silbermond gebracht. Trotzdem zeigen Corona mit „Weiter“, dass man auch gut klingen kann, wenn man die etwas langsamere emotionalere Vortragsweise wählt. Eine sehr moderne Auffassung von Metal vertreten Sektor7 in ihrem Song „Misunderstood“. In diesem kommen sehr merkwürdig verzogene Gesangspassagen vor. Insgesamt alles ein wenig in Richtung Nu-Metal gepolt, aber dennoch zweifellos ganz gut. Nicht schwer verwunderlich, dass es Mindead mit „Still empty“ hierher geschafft haben. Ein toller, harter und dunkler Metal, mit dem die Jungs hier aufspielen, bei dem der Gesang im Vordergrund steht. Hört sich an, wie ein Gemisch aus Techno, Industrial und Metal. Eine eigentlich absurde Idee, die hier aber durchaus Anklang finden dürfte, vor allem, da die Gruppe Golem 101 mit „ Dunkelkammer“ zeitweise einem Rammstein in nichts nachsteht. Auch nicht schlecht, wenn auch ziemlich langsam ist „Never“ von der Band Tryant vorgetragen. Besonders auffällig hier: Die weiblichen Gesangsstimmen der Sängerin und des Backgrounds. Als neunte Nummer folgt dann wieder was deutschsprachiges von Karizma und zwar „Nein heißt nein“. Ich muss hier allerdings zugeben, dass mir die unglaublich hohe Stimme nicht gefällt. Tolle Musik gibt’s dann aber wieder von der Punk bis Punk-Pop Band At No Charge auf die Ohren, die mit ihrem Song „Social blindness“ einen powervollen und rundum positiven Eindruck hinterlassen, zumal die Musik zu jeder Zeit sehr fröhlich wirkt, obwohl der Titel was anderes vermuten ließe. „I‘m going away“ ist dann ein Song, der viel Zeit für Riffs aufbringt. Der Refrain, den die Gruppe Pirate Radio Station vorträgt, ist allerdings nicht so einfallsreich, da er zum größten Teil nur den Titel der Nummer Wiederholt. Super klingt „Rack one‘s brain“. Extrem rockig und doch klar in Richtung Emocore. Die Gruppe Black Tequilla hat also einiges auf dem Kasten. Vor allem springt auch die gute Vertonung ins Ohr, die die energiegeladene Stimme des Sängers zu jederzeit unterstützt. So was, wie das, was Dizzy Bee mit ihrem Lied „White trash MF“ vorzeigen habe ich vorher um ehrlich zu sein noch nie gehört. Ein ziemlich extrem auf Funk gestellter Funk-Rock. Dazu sei gesagt, das es sich gar nicht mal schlecht anhört, sogar Spaß macht sich den verdreht erscheinenden Song mal länger rein zu ziehen. NevAmind behaupten von sich selbst „Crossover-Metal-Punk-Pop-Alternativ“ zu spielen. Und das hört man auch bei „Salvia“ raus. Schwankende Stimme, meist ein bisschen Staccato, und besonders intensiv gespielte Drums. Größtenteils lustig wirkt da auch der „Mojo song“ von Evil Trick. Rhythmik und Melodie stehen in der Liste, was am wichtigsten für den Stil der Band ist, mit ganz oben, aber am eigensinnigsten ist der Gesang, in dem „Mojo“ ein extrem häufig verwendetes Wort ist. Und schon geht’s weiter mit Track 16, oder genauer mit „Go“ von Bionic Brit. Sehr emotional, und meist relativ langsam gespielt. Die Riffs ordnen sich dieser Gesetzmäßigkeit unter. Hardrock vom Feinsten wird im vorletzten Track geboten. Under Pressure mit „Living on stage“ erzählen in ihrem Song vom Leben auf der Bühne. Das machen sie mit typischem Hardrock der alten Schulen und spielen sich also ziemlich schnell ins Ohr des Zuhörers. Die letzte Nummer bringen dann Null dB mit ihrem deutschsprachigen Song „Flieger“. Das Ganze ist im Überblick durch eher unauffällige Vertonung gekennzeichnet. Den Interpreten war es offensichtlich am wichtigsten einen entsprechenden Gesang einzubauen, der künstlich überarbeitet wurde. Zum Schluss dürfte es kein Wunder sein, dass die Scheibe volle Punktzahl erhält. Immerhin sind die meisten Tracks wirklich von hoher Qualität und dürften den Interpreten eine gute Zukunft ebnen.

Wertung: 10 von 10