MENU
Home » Konzertberichte OM » Winternoise Festival

Winternoise Festival

Wie auch letztes Jahr fand diesmal das 2. Winternoise Festival am 28. Januar statt. Das war dann aber auch das Einzige was zum 1. Winternoise Festival gleich geblieben ist.

Denn sowohl die Location (letztes Mal im N8, diesmal im Eventcenter B51), als auch die Ausrichtung der Musik (letztes Jahr mit Bands wie Megaherz, Holy Moses, Peter Pan Speedrock, Ramonez 77 und Sons of Seth) hat sich geändert. Meiner Meinung nach definitiv positive Veränderungen im Hause Winternoise..

Rechtzeitig zum Einlass angekommen musste man dann auch schnell feststellen, dass der Einlass sich ein wenig nach hinten verschiebt (wie man aus dem Gebäude hören konnte, weil Dissection noch beim Soundcheck waren). So ist ca. eine halbe Stunde zwar an sich kein Beinbruch, bei dem Wetter allerdings doch ein Grund ein wenig stinkig zu sein. Als dann endlich die Türen geöffnet wurden und man die Hoffnung hatte schnell ins Warme zu gelangen, wurde man wieder auf die Geduldsprobe gestellt, denn es ging im Schneckentempo weiter. Kein Wunder wenn sich die Dame an der Abendkasse ganz alleine um den Ticket-Verkauf, die Garderobe, den Verkauf von Getränke-Chips kümmern muss und die meisten Leute die sich ihre Karte im Vvk geholt haben somit eh in der Schlange warten mussten um ihre Jacken abzugeben und/oder Getränke-Chips zu kaufen, oder sie wussten erst gar nicht das sie einfach an der Schlange zu den Türstehern hin vorbeigehen konnten. In der Halle dann angekommen, fiel einem sofort der „Power It Up“-Stand positiv auf. Dieser bot einem nämlich feinsten Grind/Crust Merchandise, also nicht den üblichen Merchandise den man sonst eh auf jedem anderen Konzert findet.

Nicht allzu lange nach Einlass erklangen dann auch die ersten Töne von der Bühne: Abrogation begannen also ihr Set.

href

„konzertbilder/gallery/2006-01-28winternoise/index.html“

target

„_blank“>src

„konzertbilder/2006-01-28winternoise/001.jpg“>

Schade für die Band nur, dass die meisten Leute noch in der Schlange vor der Halle standen, oder sich erstmal die Merchandise-Stände angeschaut haben. Als wenn das nicht genug wäre, hatten Abrogation auch noch einen schlechten Sound. Nichtsdestotrotz gab die Band ihr Bestes und schaffte es zeitweise auch einige der wenigen Besucher die sich etwas näher zur Bühne hin getraut haben zum leichten Kopfnicken anzuregen. Leider kann man dennoch nicht von einem guten Konzert für die Band sprechen, denn so gingen Songs wie „Erlkönig“, „Das Blut der Toten“ oder „Walpurgisnacht“ (gabs als letzten Song zu hören) im Soundbrei unter. Da hatten die Mannen sicherlich schon bessere Auftritte und konnten woanders mit ihrem melodischen Death Metal mit traditionellen Solis und Mittelalterthematik (in deutscher Sprache) besser punkten, zumal ich die Band jetzt auch nicht das erste mal live gesehen habe.

Auf die Schweden Sayyadina waren sicherlich einige Leute gespannt, denn auch wenn man Schlagzeuger Adde Mitrouliu von Birdflesh, General Surgery, oder auch Jigsore Terror (eine wahre Drumhure also, hehe) und Gitarrist Jon Lindqvist als Bassist von Nasum (RIP) kennt, kannten die meisten Leute Sayyadina selbst nicht.

href

„konzertbilder/gallery/2006-01-28winternoise/index.html“

target

„_blank“>src

„konzertbilder/2006-01-28winternoise/002.jpg“>

Dies stellte sich aber schon nach den ersten Minuten als Versäumnis heraus. Ich selber kannte die Band ja auch nur von ein paar Hörproben und war demzufolge begeistert. Besonders begeistert war aber wohl ein Gewisser Besucher in weiss/grün der wild umhersprang, durch die Gegend rannte und alle Anwesenden die vor der Bühne standen gerne mit seinem Kopf anstubste (bevorzugt in die Bauchgegend). Tut keinem weh, nervt aber gewaltig. So haben sich zwar schon einige direkt vor die Bühne getraut, aber es wären sicherlich mehr gewesen wäre da nicht genannte Nervbacke gewesen. Trotzdem hatten alle ihren Spaß, also Besucher, sowie die Band selber, die sehr lebendig auf der Bühne wirkte. Ein herumhüpfender Sänger (der sich übrigens den Gesang mit der Saitenfraktion, also dem Bassisten und Gittaristen, teilte) und ein Gitarrist der es liebte sich anzuspucken beziehungsweise in die Luft zu spucken und die Spucke mit seinem Bart aufzufangen (einigen vielleicht bekannt von Nasum-Shows mit ihm), wenn das mal nicht eine Showeinlage ist! Sayyadina konnten an diesem Abend sicherlich einige neue Fans gewinnen und jedem der auf Schwedengrind steht, sei diese Band auch ans Herz gelegt.

Was daraufhin folgte war zumindest für mich gähnende Leere. Aber sowas sind Totenmond sicher gewöhnt, denn entweder man mag die Band, oder halt nicht, ich glaube irgendwas dazwischen gibt es nicht.

href

„konzertbilder/gallery/2006-01-28winternoise/index.html“

target

„_blank“>src

„konzertbilder/2006-01-28winternoise/003.jpg“>

So fand ich zwar einige Parts (vor allem die punkigen) zwar ganz in Ordnung, aber alles in allem hat mir die Mischung aus Thrash, Punk, Hardcore, Death Metal und wenigen Black Metal Anleihen einfach nicht zugesagt. Totenmond konnten sich zumindest nicht über Zuspruch seitens der Zuschauer beschweren, denn so wurde es zum ersten mal an dem Tag etwas voller vor der Bühne und es fanden sich auch Poger (wie nicht zu erwarten inkl. Herr Anstubser) und Headbanger darunter. Hier konnten sich die Besucher zum ersten mal über guten Sound freuen und die Fans der Band hatten auch sichtlich Spaß an dem Ganzen, doch für jeden anderen war es schon fast eine Qual, denn die Band spielte auch immerhin eine ganze Stunde, vielleicht ein wenig zuviel des Guten…

Als The Visions Bleak ihr Set begannen wunderte es mich kaum das diesmal noch mehr Leute vor der Bühne waren als bei Totenmond (und das nicht nur deswegen weil es eh je später es wurde, immer voller wurde), denn in der letzten Zeit ist die Band ja fast in aller Munde und auch ich habe bis zu dem Tage nur Gutes über die Band gehört.

href

„konzertbilder/gallery/2006-01-28winternoise/index.html“

target

„_blank“>src

„konzertbilder/2006-01-28winternoise/005.jpg“>

Und nicht das ich mit großen Erwartungen dem Auftritt der Band entgegenfieberte, aber ich habe zumindest eine gute Show erwartet, die mich nicht zu Tode langweilt. Eine gute Show gabs auch, die zeichnete sich aber mehr durch Bühnenaccessoire, Lichtshow und Outfit aus. Präsentiert wurde einem an sich guter Gothic Metal mit Horrorfeeling und teils ziemlich rockigen und groovenden Gitarrenriffs, was bei mir aber gar nicht zünden wollte. Grund dafür war wahrscheinlich der penetrante Gesang, der mir teilweise wirklich schon in den Ohren weh tat. Hinzu kam ja zeitweise auch noch Frauengesang, der aber wie das Keyboard auch, vom Band kam. Kann natürlich auch sein das ich absolut blind war oder sich irgendwo (vielleicht ja Backstage?) ein Keyboarder und eine Sängerin versteckt hielten. Is klar, dass das auch zu der Atmosphäre der Musik gehört, aber dann bitte auch live und nicht von Band! Für mich definitiv der Tiefpunkt des Abends. Selbstverständlich hat auch diese Band ihre Fans (genug sogar), doch auch dort hat es zumindest nicht allen so gefallen, wie sie es gern gehabt hätten.

Ab jetzt sollte es für mich dann richtig rundgehen, so freute ich mich endlich The Duskfall live zu sehen. Die 5 Schweden um Mikael Sandorf (einige werden ihn sicherlich noch von Gates of Ishtar kennen – wie auch Drummer Oskar Karlsson) sind extra mit dem Van zu der Show angereist und hatten dennoch mächtig viel Spaß inne Backen.

href

„konzertbilder/gallery/2006-01-28winternoise/index.html“

target

„_blank“>src

„konzertbilder/2006-01-28winternoise/006.jpg“>

Logischerweise spiegelte sich das auch auf das Publikum wieder und die Jungs wurden gut abgefeiert. Als Dank gab es zwischenzeitlich auch immer wieder mal T-Shirts und Promo-CDs vom Sänger ins Publikum geworfen. Gespielt wurden Songs Querbeet vom ersten Album „Frailty“, über den Nachfolger „Source“ bis zum aktuellen Album „Lifetime Supply Of Guilt“, welches ich im Gegensatz zu den ersten beiden Alben (Kaufempfehlung an alle melodic Death Metal Fans!!!) noch nicht so gut kannte. Nach der Show weiss ich aber das es auch dieses Album zu kaufen lohnt. Leider waren die Gitarren gerade bei den ersten Songs sehr leise und das Schlagzeug übertönte diese dann teilweise. Das wurde aber zum Glück im Laufe des Auftritts behoben und man hatte nur mit paar anderen kleinen Problemchen zu kämpfen, wie zum Beispiel das der Bassist seinen Bass auf der Bühne ein wenig nachstimmen musste. Und in genau diesem Zeitraum überbrückte Sänger Kai Jaakkola (der übrigens auch zusammen mit Mika von Rotten Sound bei Deathbound spielt / Rotten Sound und Nasum Fans sollten die Band unbedingt antesten) die Zeit mit einer wichtigen Frage, die er zu erst ein wenig nuschelig rüberbrachte: „Are we wasting your time?“ Daraufhin ein Teil des Publikums: „Yeah…“. Na gut, kann passieren, vielleicht ham es die Leute einfach nicht richtig verstanden, also noch einmal ganz deutlich: „Are we wasting your time?“. Tja und wie nicht anders zu erwarten, kam diesmal ein wenig lautstarker schon wieder ein „Yeah…“ zurück, abgesehen von einer Person, die hat „No“ (wie es sich gehört) gerufen.

href

„konzertbilder/gallery/2006-01-28winternoise/index.html“

target

„_blank“>src

„konzertbilder/2006-01-28winternoise/009.jpg“>

Tja, manchmal sollte man vielleicht doch hinhören was der Sänger da eigentlich von sich gibt, haha. Das war aber noch längst nicht alles, denn Sänger Kai war auch mal so nett bei einer Ansage einem Fan aus dem Publikum das Mikro hinzuhalten (der eh die ganze Zeit am rumgröhlen war). Diesem fiel auch gleich ganz spontan was ein: „Fuck You“. Na super, jeglichen weiteren Kommentar diesbezüglich erspare ich mir lieber. Ich hoffe zumindest sehr die Band bald mal wieder in Deutschland live zu sehen, denn so oft sieht man sie hier ja nicht. Super Auftritt!

Ganze 2 1/2 Jahre ist es her das ich Rotten Sound das letzte mal live gesehen habe. Damals noch auf dem Fuck The Commerce Festival, wo sie schon förmlich alles weggeblasen haben.

href

„konzertbilder/gallery/2006-01-28winternoise/index.html“

target

„_blank“>src

„konzertbilder/2006-01-28winternoise/007.jpg“>

Und nicht umsont sind Rotten Sound mit ihrem aktuellen Album „Exit“ in Finnland in den Charts gelandet (und das als Grindcore Band), denn das Album knallt von vorne bis hinten, genau wie die Liveshow der Finnen. Das ist Grindcore in Perfektion. Selbst jetzt beim Schreiben des Berichtes bin ich noch völlig begeistert von der Show. Unmenschliches Geknüppel (der Drummer ist eine Maschine!) gepaart mit fettem Groove und einem brünftigen Elch als Sänger, das Ganze auch noch äußerst symphatisch rübergebracht, was will man mehr? Wahrlich eine alles vernichtende Show, mehr Worte bedarf es hier wirklich nicht. Obwohl, doch: Viel zu kurzer Auftritt!

Während die Umbausepausen zwischen den einzelnen Bands bei 25-30 Minuten und damit schon an der Grenze des Toleranzbereiches lagen, hat Dissection definitiv den Bogen überspannt. Über eine Stunde musste man nämlich warten, bis die Band endlich angefangen hat zu spielen. Und so großartige Veränderungen an der Bühne konnte ich auch nicht feststellen. Na ja, vielleicht hatte ein Bandmitglied ja auch nur Durchfall, man weiss es nicht, jedenfalls keine tolle Aktion.

href

„konzertbilder/gallery/2006-01-28winternoise/index.html“

target

„_blank“>src

„konzertbilder/2006-01-28winternoise/008.jpg“>

Es war einem zumindest schnell klar, wegen welcher Band die meisten Besucher eigentlich gekommen sind. Aber auch kein Wunder, wenn dies die letzte Show der Band war die auf den alten Songs basiert und so kamen auch Besucher aus dem Ausland. Diese wurden auch nicht enttäuscht, denn denen wurde ausnahmslos jeder Wunsch erfüllt inkl. Top Sound. Meiner Meinung nach von Atmosphäre zwar keine Spur, aber die Musik stimmte, so gefallen mir auch die bisher bekannten zwei neuen Songs. Was man von den Musikern selbst hält, bleibt jedem selber überlassen, allerdings haben einige Besucher nicht ganz unbegründet die Show vor dem Dissection Auftritt verlassen (oder sind auf Grund der Band erst gar nicht zum Festival gefahren). Eine vielleicht etwas zu lange Show für nicht Die-Hard Fans der Band, so hielt es auch mich nicht bis zum bitteren Ende der Show in der Halle. Immerhin war es ja auch schon spät…

Wenn sich jetzt wer fragt wo der Bericht zum Battlelore Auftritt bleibt: Die Band hat die komplette Europa-Tour abgesagt und hat demzufolge auch nicht auf dem Winternoise Festival gespielt. Gut so! Nicht weil ich die Band vielleicht nicht mag, sondern weil jede weitere Band der absolute Overkill wäre. Selbst so war mir das Ganze schon fast zu anstrengend, denn soviele Sitzmöglichkeiten gabs ja nun auch nicht und irgendwann tut einem selbst in der Blüte der Jahre vom ständigen rumstehen der Rücken weh. Bleibt also nur noch zu sagen das man bei dem nächsten Winternoise Festival die Regelungen mit den Getränke-Chips überdenken sollte, denn aus der Tatsache das 1 Getränke-Chip

1 Getränk ist resultiert ein Preis von 2,50 € für eine Cola! 2,50 € für ein Bier ist ja völlig in Ordnung, aber der Preis für eine Cola geht mal gar nicht!!! Am Einlass sollte es auch ruhig zügiger vorangehen. Hört sich alles negativ an, ist aber nur als konstruktive Kritik gedacht, denn die Überlegung das nächste Winternoise Festival bei gutem Billing wieder zu besuchen ist vorhanden…