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With Passion – What We See When We Shut Our Eyes

Technical Melodic Death Metal, oder anders ausgedrückt: “Dream Theatre“ meets “At The Gates“ auf sinneserweiternden Drogen, nachdem sich die einzelnen Bandmitglieder gegenseitig ordentlich in die Eier getreten haben.


Das so etwas dann zwangsläufig nicht mehr ganz so sauber und druckvoll klingt ist halt der Preis für derart extreme Musik. With Passion haben es mit ihrem aktuellen Album “What We See When We Shut Our Eyes” auf jeden Fall mal wieder über den Großen Teich und raus aus den USA geschafft, was allerdings wohl ehr an dem Engagement der Band und deren seltenem Musik-Stil, als an dem zweistimmigen 50 Minuten Dauersolo der beiden Gitarreros liegt. Musikalisch betrachtet sind die 10 Werke der Jungs zwar relativ solide für derartige Musik, aber die Tempowechsel und das wirre, scheinbar zufällig entstandene Gitarrenspiel klingen manchmal etwas holperig und unsauber. Zur Tiefton-Fraktion (Bass) kann man an dieser Stelle auch nicht wirklich viel schreiben, da entweder die zwei Gitarren-Matadore alles mit ihrem Gefrickel (das zugegebenermaßen auch mal von “normalen“ Riffs unterbrochen wird) niedermähen, oder aber der Schlagzeuger mit einer technisch recht guten Knüppelorgie daher walzt. Man sollte auch erwähnen, dass der Gesamt-Mix der CD etwas wenig Bässe aufweist, was der ganzen Sache tierisch den Wind aus den Segeln nimmt. Auf tiefes Grunzen muss daher auch verzichtet werden und so gibt Sänger Fidel fast ausschließlich Hardcore-Vocals und Gekreische zum Besten. Das alles zusammen mit der allgegenwärtigen Geschwindigkeit ist auch für Metaller, die viel gewohnt sind fast zu viel des Guten.With Passion haben mit “What We See When We Shut Our Eyes” auf der einen Seite auf Jeden Fall ein recht erstaunliches Album auf den Markt geworfen, auf der anderen Seite ist dieses Album aber wirklich der Beweis, dass man noch lange kein spannendes und eingängiges Album hervor bringt, wenn man versucht mit seinen musiktechnischen Fähigkeiten dermaßen auf die Kacke zu hauen. Die Jungs können wirklich Gitarre spielen, da darf man wirklich nicht meckern, aber dass einem dieses Gefrickel bereits nach dem ersten Song an den Nerven kratzt ist sicherlich nicht der richtige Weg. Etwas weniger Gitarrenorgien und etwas mehr vom Rest würde beim nächsten Album der Band garantiert musikalische Wunder wirken. Eingefleischte Melodic Death Metal Fans sollten sich dieses Werk allerdings schon mal genauer ansehen bzw. anhören, wenn sie die Möglichkeit haben.

Wertung: 4 von 10