11 Fragen von Metaller.de an Ron Merz (all songs & lyrics, guitars/bass/vocals) von BLOODRED

2009 beginnt Ron Merz erstmals Songs unter dem Namen BLOODRED zu schreiben und von Anfang an ist die Musik klar in den extremeren Spielarten des Metal verwurzelt: Black und Death Metal mit Einflüssen von Thrash und britischem Doom.

Bandbio von BLOODRED

2013 nimmt Ron erstmals Kontakt zu Alexander Krull auf, der in der Vergangenheit schon mit Bands wie LEAVES´ EYES, ATROCITY, BELPHEGOR oder OBSCURA gearbeitet hat. Dessen Mastersound Studio wird dann auch in der Folge Schauplatz der ersten professionellen Aufnahmen für BLOODRED. Am Schlagzeug sitzt dabei Joris Nijenhuis (LEAVES´ EYES, ATROCITY), der mit seinem dynamischen und präzisen Spiel der Musik eine weitere Dimension hinzufügt. Unter den erfahrenen Händen von Alex Krull entsteht so die erste EP „THE LOST ONES“, die im Juni 2014 digital und im August physisch weltweit veröffentlicht wird.

Nach den sehr positiven Reaktion auf die EP geht BLOODRED im Juli/August 2015 erneut in das Mastersound Studio, um mit Alexander Krull weitere Songs aufzunehmen. Das Schlagzeug wird erneut von Joris Nijenhuis eingespielt und wieder gibt er den Songs eine ganz eigene Note. NEMESIS erscheint mit einem Artwork von Stefan Heilemann im April 2016 und wird erneut international von den Kritikern gefeiert.

Interview mit Ron Merz von BLOODRED
Interview mit Ron Merz von BLOODRED

Interview mit Ron Merz von BLOODRED

Nach nun vier Jahren ist mit „THE RAVEN’S SHADOW“ das zweite full-length Album am Start. Erneut vertraut Ron Merz auf die eingespielte Teamarbeit mit Alex Krull für die Produktion, Joris Nijenhuis an den Drums und Stefan Heilemann für das Artwork. Das Album zeigt BLOODRED gereifter in der Mischung Black und Death Metal, was durch die druckvolle und klare (aber nicht zu glatte) Produktion wundervoll transportiert wird. So sind neben eindringlich packenden Rhythmusgewittern vor allem auch die Melodien nochmal um einiges eingänglicher ausgefeilt worden. „THE RAVEN’S SHADOW“ erscheint als exklusives Limited Edition Digi-Pack, dass das beeindruckende Artwork perfekt in Szene setzt. Darüber hinaus wird das Album natürlich auf allen bekannten Download- und Streaming-Plattformen verfügbar sein.

1. Welche Themen spielen in euren Songs eine wichtige Rolle und warum?

Ron: In der Hauptsache geht es in den Texten um die verschiedensten Abgründen des menschlichen Lebens. Wenn man es sich einfach machen wollte, könnte man sagen, dass der Tod das übergeordnete Thema ist. Tatsächlich steckt da aber doch noch mehr dahinter. Auf dem aktuellen Album beschäftige ich mich zum Beispiel mit dem Themenfeld „Terrorismus“: Was motiviert die Täter? Welche Auswirkungen haben terroristische Anschläge aber auch auf die Gesellschaft und auf jeden Einzelnen? Mich hat zum Beispiel damals der Anschlag auf das Bataclan in Paris sehr getroffen, weil es zumindest in Ansätzen nachvollziehbar war, wie sich das mitten in einem Konzert, bei dem man einfach nur eine gute Zeit haben wollte (das kennen wir ja schließlich alle), anfühlen muss. Herausgekommen ist der Song „Immense Hall Of Agony“. Es geht aber auch um Depressionen und Suizid („Hör Den Tod“), Menschenopferungen („Blood On Thy Hands“) oder die Beschreibung von Bestattungsritualen im antiken Skandinavien („Raise The Mound“). Einen Kontrapunkt setzt da der Song „Under This Sun“, der eine Ode an die Wunder der Natur ist und uns daran erinnern soll, dass die Welt uns auch Schönes zu bieten hat.

2. Wie würdet ihr einem Außerirdischen den Metal bzw. euren Musikstil erklären?

Ron: Wenn ich bedenke, wie schwer es ist, schon Menschen in meiner Umgebung meine absolute Liebe zum Metal zu erklären, dann werde ich das wahrscheinlich bei Außerirdischen auch nicht schaffen … Und mit dem Stil von BLOODRED muss ich dann gar nicht weitermachen. Ich selbst empfinde meine Musik als eine Mischung von vielen Bands und Alben, die mich in der Vergangenheit beeinflusst haben oder heute relevant für mich sind. Ob das nun Death, Black, Thrash, Viking, Extreme oder Doom Metal ist, ist mir dabei relativ egal.

3. Wie kamt ihr zum Metal?

Ron: Das „Monsters Of Rock“ 1987 hat den Grundstein gelegt, im elterlichen Plattenregal entdeckte Scheiben von AC/DC, Twisted Sister (Burn In Hell!!) oder Iron Maiden haben dann weiter gepusht und als ich dann „Master Of Puppets“ gehört habe, war alles vorbei. Seit dem ist durch all die Jahre und Veränderungen der Metal eine fundamentale Lebenseinstellung.

4. Was wäre eure Wunschtour/Festivalauftritt und mit welchen Bands würdet ihr dort gerne auftreten?

Ron: Wenn ich mir es frei aussuchen könnte, würde ich gerne mit Emperor und Bloodbath auf eine kleine aber feine Welt-Tournee gehen, bei der nicht unbedingt in großen Hallen gespielt wird, sondern die Konzerte noch überschaubar bleiben und man eine gute Verbindung zum Publikum aufbauen kann. Da BLOODRED dann als erste auf die Bühen dürfen, können wir dann auch jeden Abend diesen beiden fantastischen Bands zuschauen.

Und als Abschluss würde ich dann gerne als Support von Skalmöld im Opernhaus in Reykjavík auftreten, wenn die nochmal eine Show mit Sinfonie-Orchester spielen. Und ich könnte mir vorstellen, dass da bestimmt auch noch eine vierte Gitarre Platz bei denen hätte …

5. Wenn du eine berühmte Persönlichkeit, egal ob tot oder lebendig, treffen dürftest: Wer wäre das und warum?

Ron: Die Frage ist einfach zu beantworten, weil ich das Glück hatte diese Person schon zwei Mal zu treffen: James Hetfield. Ende der 1980er bin ich Metallica-Fan geworden und James Hetfield hat mich schnell dazu inspiriert, selbst auch Musik machen zu wollen. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ich das erste Mal zur Gitarre gegriffen haben. Ihm verdanke ich also, dass die Musik über viele Jahre bis heute ein wichtiger Lebensinhalt von mir ist, der mir nicht nur die Möglichkeit bietet, mich kreativ auszudrücken sondern mir in verschiedenen Lebenssituationen auch viel gegeben hat. Neben der musikalischen Inspiration ist aber auch der Kampf Hetfields um sein persönliches Wohlergehen und gegen Süchte etc. wichtig geworden. Das mag damit zusammenhängen, dass man mit zunehmendem Alter auch eine andere Sicht auf manche Dinge bekommt, aber einem (zwischenzeitlich) cleanen James Hetfield gegenüberzustehen und das Gefühl zu haben, dass er dir mit seinen klaren Augen bis ins Innerste schauen kann, ist schlicht und einfach wahnsinnig beeindruckend.

6. Was ist die wichtigste Musikequipment-Erfindung und warum?

Ron: Für mich ist das die Möglichkeit, selbst mit relativ einfachen Mitteln digital meine Musik aufnehmen zu können. Das hat zunächst mal riesige Vorteile beim Schreiben von Musik. Nicht mehr mit einem Kassettenrekorder oder einer 4-Spur-Maschine die Ideen und Demos aufnehmen zu müssen, ist schon ein Luxus. Viele profesionelle Studios und Produzenten werden sagen, dass dies nicht nur Segen sondern auch Fluch ist. Und so ganz unrecht haben sie damit nicht, denn zu einer guten Produktion gehört schon mehr als nur was in den Computer zu spielen. Deswegen war für mich übrigens auch von Anfang an klar, dass ich für das neue Album auch wieder zu Alex Krull ins Studio gehen würde. Und der fette Sound gibt mir da meiner Meinung nach auch recht.

7. Auf welche eurer Aufnahmen seid ihr am meisten stolz?

Ron: Das wird nicht überraschen, aber tatsächlich ist es das aktuelle Album „The Raven‘s Shadow“ und das hat mehrere Gründe. Zunächst bin ich stolz auf die musikalische Entwicklung, die BLOODRED seit dem letzten Album „Nemesis“ genommen hat. Die Songs sind ausgefeilter und insgesamt stimmiger, die verschiedenen Aspekte wie Dynamiken oder Strukturen noch mehr ausgearbeitet. Dann ist es so, dass ich dieses Mal viel von dem anwenden konnte, was ich bei den Aufnahmen zum ersten full-length-Album von Alex Krull gelernt habe. Ganz konkret habe ich z.B. die Gitarren und den Bass im eigenen Studio aufgenommen. Aber auch die Vocals sind auf dem neuen Album deutlich markanter und tragen die Songs mehr. Und zuletzt waren die letzten Jahre aus verschiedenen Gründen nicht immer einfach und dennoch ist dieses neue Werk entstanden. Auch das macht mich stolz.

8. Was würdet ihr ändern wenn ihr im Musikbusiness das Sagen hättet?

Ron: Tatsächlich fehlt mir der Einblick in das Musikbusiness selbst, da ich ja vieles selbst mache. Ich würde mir aber wünschen, dass Musik wieder mehr Wertschätzung von allen Seiten erfährt und nicht nur noch eine mehr oder weniger beliebige Nebensache ist. Das fängt damit an, dass man sich wieder wirklich Zeit nimmt, Musik zu hören und zu erleben. Nicht nur als Hintergrundgeräusch irgendwas dudeln lässt, und das am besten dann noch mit schlechtem Sound aus dem Handy. Nein: Kopfhörer auf und für die Dauer eines Albums wirklich in die Musik eintauchen.

Mit dieser Wertschätzung einher geht auch der finanzielle Aspekt. Seit dem Siegeszug des Streaming ist Musik nichts mehr wert. Pro Stream eines Songs verdienen die meisten Künstler nur einen Bruchteil eines Euro-Cents, leben kann man davon schon lange nicht mehr. Statt Alben, EPS und Singles werden heute Konzertkarten und Merch verkauft, kleine Bands können aber auch damit nicht mehr überleben. Die aktuelle Corona-Krise mit allen ihren Folgen wird da sehr viele Künstler umso härter treffen. Wem Musik von Künstlern etwas bedeutet und damit auch etwas wert ist, sollte mit einem kleinen Beitrag auch dafür sorgen, dass diese Künstler weiter arbeiten können.

9. Wenn ihr/du eine Sache auf der Welt verändern könntet/könntest: welche wäre das?

Ron: Puh, das ist eine mehr als schwierige Frage, auf die es viele relativ offensichtliche Antworten gibt. „Frieden auf der Welt“, „Hunger beseitigen“ oder „Armut bekämpfen“ kommen da zuerst in den Sinn.

Ich würde mich aber dafür entscheiden, der Menschheit das Vertrauen auf Fakten und wissenschaftliches Vorgehen „einimpfen“ zu wollen. Aktuell muss man leider global gesehen dass Gefühl haben, dass die Errungenschaften der Aufklärung wieder den Bach runtergehen und sich viel zu viele Menschen wieder auf frei erfundene Informationen verlassen oder einfach das glauben, was ihnen gerade in den Kram passt (weil es vielleicht auch am einfachsten ist). Damit ist natürlich Demagogen und Populisten Tür und Tor geöffnet, die Auswirkungen sehen wir jeden Tag in den Nachrichten. Menschen, werdet wieder vernünftig!

10. Wenn du ein Lebensmittel wärst: Welches wäre das?

Ron: Ein frisches, kühles Weißbier, genossen im Schatten eines alten Baumes an einem schönen Tag.

11. Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?

Ron: Ich bin dankbar dafür, viele tolle Menschen zu kennen, ganz zuvorderst natürlich meine Familie! Dann bin ich dankbar dafür, mich in meiner Musik ausdrücken zu können und die Chance zu haben, diese auch mit anderen Menschen teilen zu können. Und zuletzt bin ich dankbar dafür, dass mir die Musik immer wieder Halt gibt.


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Auch interessant:
Interview mit der Erlanger Fun-Rock-Gruppe J.B.O. vom 18.08.2009

Welches war dein erstes (Metal-) Album?

Ron: Das erste Album, dass ich selbst besessen habe war „Seventh Son Of A Seventh Son“ von Iron Maiden, danach kam „Master Of Puppets“.

Welches war dein erstes (Metal-) Konzert?

Ron: Das das „Monsters Of Rock“ 1987 in Pforzheim. Headliner waren Deep Purple, davor Dio und außerdem Metallica (!), Helloween und Cinderella (wenn ich mich richtig erinnere …). Das war beeindruckend, weil es für mich überhaupt die erste Konzert-Erfahrung war und die Konzerte damals ja auch noch wesentlich anders als heute waren.

Aktuelle TOP 5 Alben:

Keine bestimmte Reihenfolge

Saor / Forgotten Paths
Grima / Will Of The Primordial
Marrasmieli / Between Land And Sky
My Dying Bride / The Ghost Of Orion
Kroda / Cry to me, River …

Alltime TOP 5 Alben:

Keine bestimmte Reihenfolge, fünf Nennungen reichen da aber natürlich eigentlich nicht aus 😉

Metallica / … And Justice For All
Morbid Angel / Altars Of Madness
Amorphis / Tales From The Thousand Lakes
Emperor / Anthems To The Welkin At Dusk
Moonsorrow / Tulimyrsky EP

Line-Up:

Ron Merz (Guitars/Bass/Vocals)
Joris Nijenhuis (Drums (Studio))

Discography:

The Lost Ones (EP, 20
Nemesis (2016)
The Raven‘s Shadow (2020)

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Autor / Promobilder: Bloodred via METALMESSAGE

Die in den Antworten zum Ausdruck gebrachten Wörter, Ansichten und Meinungen sind die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die offizielle Position, Haltung oder Position von METALMESSAGE wider.


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