Bereits im Alter von zwölf Jahren begann der gebürtige Steirer Musik zu machen und eigene Songs zu komponieren. Das Gitarrenspiel sowie den Gesang lernte sich Keimel selbst, wobei er gänzlich darauf verzichtete fremdes Liedgut nachzuspielen, sondern sein Hauptaugenmerk darauf legte, sich verschiedene Spieltechniken und Harmonielehre beizubringen, die er in Eigenkompositionen nach und nach inkludierte und anwandte. 2015 erfolgte die Veröffentlichung des Buches „Wörter haben Seele“. Nachdem eine Erstversion des Lyrik-Bandes bereits 2011 als E-Book erschien, wurde es dann im Juni 2015 überarbeitet, erweitert und neu in physischer Buchform als auch als E-Book neuveröffentlicht. Inhaltlich bewegte sich das Buch im Genre Lyrik, Poesie und Philosphie und thematisierte vordergründig die Schattenseiten und Abgründe des Menschen und des Seins.

Interview mit Markus Keimel

Österreichs Vorzeigemelancholiker Markus Keimel

Österreichs Vorzeigemelancholiker Markus Keimel

1. Welche Themen spielen in deinen Büchern eine wichtige Rolle und warum?
Markus Keimel: In meinen Büchern geht es um den Menschen als geistiges und physisches Individuum, in all seinen emotionalen, rationalen und irrationalen Ausprägungen und Facetten. Ich beschäftige mich darin mit der Existenz, der Wertigkeit des Seins und versuche in vielen verschiedenen Perspektiven Details auszuleuchten, die uns als Menschen definieren oder es besser nicht sollten. Es geht darin um Liebe, um Sexualität, um das Zusammenspiel von Leben und Tod, um Bewusstsein im Allgemeinen und um all die komplexen Verhaltensmuster, die wir Menschen so an den Tag legen. Um Schönheit, Natur und Sensibilität.

Am Ende geht es mir dann aber darum, den Fokus auf das Wesentliche, das tatsächliche Wertvolle zu lenken, zumindest das, wovon ich glaube, dass es am Ende auch wirklich wertvoll ist. Einen gesunden Sinn für Wertschätzung und Wertigkeit zu vermitteln. Für mich zum Beispiel ist jeder einzelne Baum auf dieser Erde von größerem Wert, als das ein noch so technisch hochentwickeltes Smartphone jemals sein könnte.

2. Wenn du eine berühmte Persönlichkeit, egal ob tot oder lebendig, treffen dürftest: Wer wäre das und warum?
Markus Keimel: Da gäbe es schon eine ganze Menge muss ich sagen. Um mit den nicht mehr unter uns weilenden Menschen zu beginnen, fällt mir auf Anhieb mal Peter Steele ein. Da ich ein bekennender und sehr großer Type O Negative – Fan bin, ist das vermutlich nicht sonderlich überraschend. Ich halte ihn nach wie vor für einen der meistunterschätzten Songwriter in der gesamten Rockgeschichte, darüber hinaus für eine sehr interessante Persönlichkeit mit der ich viele Gemeinsamkeiten aufweise. Mit Peter ein paar Flaschen Rotwein zu leeren, könnte ich mir daher sehr gut vorstellen. Aber besonders mit doch historisch sehr einflussreichen und unvergleichlich genialen Geistern wie Da Vinci, Sokrates, Hieronymus Bosch, Siegmund Freud oder so einigen klassischen Komponisten wäre ein langes Tischgespräch mit reichlich Wein mit Sicherheit nicht uninteressant.

Von den ,mit einem hoffentlich noch langem Leben gesegneten, Menschen fallen mir Thomas Müller (Kriminalpsychologe) und Richard David Precht ein. Beides sehr außergwöhnliche Persönlichkeiten, die auf ihrem jeweiligem Gebiet ohne jeden Zweifel auch außergewöhnliche Koryphäen sind.

3. Wenn du eine Sache auf der Welt verändern könntest: welche wäre das?
Markus Keimel: Dem Menschen seinen schier unbrechbaren Drang zur Zerstörung und sein unersättliches Streben nach Macht zu nehmen wäre eine revolutionäre Änderung des gesamten menschlichen Weltengefüges. Was aber wohl die wichtigste Botschaft ist, ist jene, dass das im Kollektiv auch wirklich möglich ist. Was ich über meine Bücher vermitteln möchte ist genau dieses Bewusstsein, diese Botschaft, dass die Hölle und der Himmel menschlich geborene und teilweise kostruierte Zustände sind, die in realem Zustand beide auf der Erde passieren. Jetzt, in diesem Moment.

Wenn ich also wirklich eine Sache auf der Welt verändern könnte und möchte, dann ist es, diese Erkenntnis ausnahmslos jedem Menschen auf dieser Erde einzupflanzen. Mit dem Resultat, dass er sich für den Himmel entscheidet.

4. Für welche drei Dinge in deinem Leben bist du am dankbarsten?
Markus Keimel: Ich denke, dass Demut und Dankbarkeit menschliche Eigenschaften sind, deren Wertigkeit flächendeckend noch nicht so ganz verstanden wurden. Wenn ich mich für drei Dinge entscheiden müsste, was ja schon mal eine sehr großartige Ausgangssituation darstellt, dann würde ich mich spontan für Gesundheit, Wohlstand und meine kreativen Fähigkeiten entscheiden.

5. Wie kamst du zum Metal/Rock?
Markus Keimel: Durch meine älteren Brüder war diese Art von Musik und teilweise auch der damit verbundene Lebensstil eigentlich von Kindheit an für mich präsent und existent.

Es hatte gerade für einen kleinen Jungen dann natürlich auch eine große Anziehungskraft, auch die optische Aufmachung. Die ganzen Maiden-Poster im Zimmer meines Bruders waren einfach ein Blickfang. Ich hab dann begonnen mich durch die CD-Sammlung meines Bruders zu arbeiten und einige Perlen entdeckt, die mich damals wie heute begeistert haben, mich aber auch musikalisch auf Lebenszeit geprägt haben. Ich kann mich auch noch gut an einen sehr prägenden Moment erinnern, als ich mit etwa elf, zwölf Jahren und mit einer Kassette bewaffnet zu meinem ältesten Bruder Mike latschte, um ihn zu bitten sie mit wirklich coolem Zeug zu bespielen. Als ich dann mit meinem Skateboard durch die Gegend cruiste und Godkiller und Pungent Stench am Ohr hatte, ging das Skateboard gefühlt hundert km/h schnell.

6. Was ist die wichtigste Musikequipment-Erfindung und warum?
Markus Keimel: Das kann für mich nur der Gitarrenverstärker sein. Drehe so ein Gerät mal auf ernstzunehmende Lautstärke und zocke ein derbes Riff, dann hat sich das Warum definitiv erübrigt. Das hat schon etwas spaßbereitendes an sich. Aber ganz ernst, halte ich so ziemlich jede Musikequipment-Erfindung für gewinnbringend und wichtig.


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7. Welche Themen spielen in deinen Songs eine wichtige Rolle und warum?
Markus Keimel: In meinen Songs ging und geht es eigentlich nie so wirklich groß um Geschichten oder Botschaften. Thematisch und stilistisch ging es mir da eher immer um ein sehr lyrisches und wortgewaltiges Konservieren und Übermitteln von Emotionen und emotionalen Zuständen die mit der grundlegenden Emotion des jeweiligen Liedes auch wirklich stimmig sind. Das war mitunter eigentlich ein Grund warum ich damals mit dem Schreiben von Texten und Gedichten begann, da es einerseits viele Themen gab, die ich in der Musik nicht unterbrachte und zum anderen weil die Fülle an Textmelodien der Musik nicht mehr zudienlich gewesen wären.

8. Welches war dein erstes (Metal-) Album?
Ich bin mir nicht mehr hundertprozentig sicher ob es tatsächlich das Erste war, aber es war defintiv das erste Metal-Album mit dem ich eine wirklich prägende Erfahrung in Verbindung bringe. Auch eine Erinnerung die sehr präsent und lebendig ist. Megadeth – Countdown To Extinction. Ich kann mich erinnern als ich das Booklet stundenlang studierte und diese gefühlte Unmenge an genialen Gitarrensoli und Melodien über mich donnerte und mich in einem positiven Sinne total überfordete. Bis heute ist das eines meiner absoluten Lieblingsalben. Das wirklich erste Musikalbum, das ich mir selbst kaufte, war Rolling Stones – Englands Newest Hitmakers.

9. Welches war dein erstes (Metal-) Konzert?
Das allererste Konzert auf dem ich jemals war, was eines von Ars Moriendi. Der damaligen Band meines Bruders. Das erste große Konzert war dann mit vierzehn Jahren Iron Maiden in der Wiener Stadthalle. Zusammen mit meinen Brüdern und einigen Freunden. Ich kann mich erinnern, dass die Euphorie unfassbar groß war und mir bei einigen Songs die Tränen in den Augen standen. Ein großer Moment an den ich mich gerne zurückentsinne.

10. Aktuelle TOP 5 Alben:
Uh, das ist wirklich schwer so zu benennen, da ich aktuell wirklich sehr viele verschiedene Dinge höre, mich teils auch nur einzelne Songs begeistern oder ich bloß bestimmte Auszüge aus klassischen Werken höre. Hinzukommend beschäftige ich im Moment auch sehr viel mit Komposition. Ich höre daher im Moment auch viele Soundtracks von mir geliebten Filmen also sehr sehr gerne und erlaube es mir einfach die Top5 Soundtracks aufzuzählen die ich so in letzter Zeit gerne verschlinge beziehungsweise jene ich für zeitlos geniale Kompositionen halte.

Danny Elfman – Batmans Rückkehr
John Williams – Der weiße Hai
Howard Shore – Der Herr der Ringe
Ennio Morricone – Spiel mir das Lied vom Tod
Jerry Goldsmith – Alien

11. Alltime TOP 5 Alben:
Type O Negative – October Rust
Coldplay – X & Y
Megadeth – Countdown To Extinction
Beatles – Revolver
The Mars Volta – Octahedron


Unter dem Titel “Sonne, Blut und Wellengang“ veröffentlicht der österreichische Musiker, Sänger und Autor am 31.05.19 sein mittlerweile drittes Buch. Über 190 Texte in Form von Aphorismen und Lebensweisheiten, oftmals lyrischen, zahlreich philosophischen Niederschriften treffen auf symbolhaltige, abstrakte Illustrationen und machen das 70 Seiten umfassende Werk zu seiner bis dato vermutlich kraft-, ausdrucks- und stilvollsten literarischen Erscheinung.

Markus Keimel “Sonne, Blut und Wellengang“

Markus Keimel _ Sonne, Blut und wellengang

Markus Keimel: Sonne, Blut und Wellengang

Autor: Markus Keimel
Titel: Sonne, Blut und Wellengang
Buchpreis: 14€ (inklusive Versandkosten)
Softcover, 70 Seiten
Genre: Philosophie/Lyrik/Belletristik
Web: http://markuskeimel.jimdo.com

Thematisch setzt sich Keimel darin keine Grenzen, leuchtet einerseits die tiefsten menschlichen Abgründe aus, befasst sich aber auch mit den lebensbejahenden und positiven Aspekten des Seins. Der oftmals als Österreichs Vorzeigemelancholiker betiltete Autor arbeitet aktuell auch an der Produktion eines neuen Musikprojekts im Genre Art-Pop sowie an seinem ersten Roman.

Wem etwas an bewegenden und durchdachten Worten liegt, der kann das Buch von Markus Keimel inklusive persönlicher Widmung über die offizielle Webseite http://markuskeimel.jimdo.com bestellen beziehungsweise bereits vorbestellen. Sonne, Blut und Wellengang erscheint mit VÖ-Termin auch als E-Book.

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Autor: Michael Färber / Markus Keimel
(Promo)fotos: bereitgestellt von Markus Keimel


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