Schon seit vielen Jahrhunderten werden Cannabinoide, welche aus dem Medizinalhanf (Cannabis) gewonnen werden, in Medizin und Pharmakologie angewandt. Die ersten Hinweise auf die Verwendung von Cannabis stammen von den alten Ägyptern aus dem 16. Jahrhundert. Auch der chinesische Urkaiser Shennong erwähnte den Medizinalhanf in seinem Heilpflanzenbuch. Das Harz der Cannabisblüte wurde damals unter anderem für Gicht, Rheuma, diverse Frauenleiden, Verdauuungsprobleme und sogar Geistesabwesenheit eingesetzt.

Cannabis in der modernen Medizin

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Arabische Ärzte entwickelten die Medizin aus der Antike weiter, sie verwendeten allerdings überwiegend Hanfsamen und deren Öl statt die Blätter der Pflanze. Die schmerzstillenden Eigenschaften von Cannabis waren damals bereits bekannt, ebenso wie die Wirksamkeit bei Hautkrankheiten oder bei Wurmbefall.

Als nächstes hielt die Cannabispflanze Eingang in die Klostermedizin, auch die bekannte Äbtissin Hildegard von Bingen heilte und behandelte damit Übelkeit und Magenschmerzen.

Dass Cannabis eine Bedeutung in der modernen Medizin bekam, verdanken wir dem irischen Arzt William Brooke O'Shaugnessy und seiner Stationierung in Kalkutta. Der lernte dort nämlich die schmerzstillende und muskelrelaxierende Wirkung des indischen Hanfs kennen und schätzen.

Im 20. Jahrhundert war die Wirkung cannabishaltiger Medikamente jedoch vielen Ärzten und auch der Pharmaindustrie suspekt. Man argumentierte, dass die Wirkung schwanke, die Medikamente schwierig zu dosieren seien und das Risiko von psychotropen Nebenwirkungen bestehe. 1925 wurde Cannabis durch einen Beschluss der Opiumkonferenz in Genf sogar weltweit verboten.

1961 wurde der Konsum im Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel wieder neu definiert. Da heute die Rechtslage rund um den Konsum von Cannabis, bzw. der Verschreibung cannabishältiger Medikamente in der EU sehr unterschiedlich definiert ist, widmen wir diesem Punkt im weiteren Verlauf ein eigenes Kapitel.

Heutiger Wissensstand

Es wurden 113 verschiedene Transformationsprodukte aus der Hanfpflanze identifiziert, die sogenannten Cannabinoide. Zu den bekanntesten gehören das Tetrahydracannabinol (THC), sowie das Cannabidiol (CBD). Um Cannabis medizinisch wirksam einsetzen zu können, ist es von Bedeutung, dass sich die beiden Stoffe THC und CBD gegenseitig ergänzen. Ärztlich verordnet werden können die Wirkstoffe einzeln oder gemeinsam. Schmerzlindernd wirken beide Cannabinoide, dem THC werden außerdem appetitanregende, muskelrelaxierende Wirkungen zugeschrieben. CBD hingegen wirkt angstlösend, krampflösend und schützt Nervenzellen und –fasern (neuroprotektiv).

Beispiele für Erkrankungen, bei denen Cannabinoide eingesetzt werden:
• chronische Schmerzzustände,
• schwere Depressionen und Burnout,
• Angststörungen,
• Multiple Sklerose,
• gegen Übelkeit bei Chemotherapien,
• Epilepsie,
• Arthritis.


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Die Klischees über Hanf und dessen Konsum kennen wir praktisch alle, ebenso wie das Hanfblatt auf Postern, T-Shirts und allen möglichen Gebrauchsgegenständen. Auch mit dem Kultivieren von Hanfpflanzen wird experimentiert – aber was wissen wir sonst über die Heil- und Nutzpflanze? Im CBD-Buch von Metaller.de soll es auch darum gehen, euch die Kulturgeschichte des Hanfs ein wenig näher zu bringen. Deshalb nehmen wir euch jetzt mit auf eine kleine historische Reise ...

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Warum ist der Einsatz von Cannabismedizin so umstritten?

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Was wir bisher über die medizinische Wirkung von CBD und THC gehört haben, klingt durchwegs positiv. Jetzt stellt sich die Frage, wenn dem so ist, warum wird es so zögerlich verschrieben und unterliegt strengsten Reglements? Und wenn es schon so kompliziert ist, dass man die Medikation verschrieben bekommt, warum rauchen wir nicht einfach Cannabis, auch Gras oder Marihuana genannt?

Hinterfragen wir einmal das Gras rauchen. Eigentlich beantwortet sich die Frage bereits von selbst, denn wie wir wissen, ist Rauchen äußerst ungesund. Um an die Wirkstoffe der Pflanze zu gelangen, muss ein Verbrennungsprozess entstehen, und dessen Rückstände sind für unsere Atemwege schädlich. Unabhängig davon fällt der Konsum von Cannabis unter das Suchtmittelgesetz und ist somit illegal.

Beim Gras rauchen steht auch meistens die psychotrope Wirkung, das „Highgefühl“, im Vordergrund. Bei Cannabismedikamenten tritt dieser Effekt gar nicht oder nur sehr schwach auf. Außerdem machen sie auch nach jahrelanger Anwendung nicht abhängig oder haben eine toxische Wirkung auf den Organismus.

Ein weiterer Punkt ist die Erbringung von wissenschaftlichen Beweisen über die Wirksamkeit von Cannabinoiden. Unbestritten haben Cannabinoide einen schmerzlindernden Effekt, dies wurde auch in Studien mit Tumorpatienten belegt. Allerdings handelte es sich bei dem in den Studien verabreichten Cannabis um pharmazeutisch hergestellte Medikation. Somit gibt es keinen wissenschaftlich belegten Nachweis der besagt, dass natürliches Cannabis, bzw. Marihuana den synthetisch hergestellten Wirstoffen überlegen ist.

Wie werden Canabismedikamente verabreicht?

Für das Einnehmen von Cannabismedikation stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:
1. als Tropfen einzunehmen
2. als Spray in die Mundhöhle
3. in Kapselform
4. verdampft und inhaliert

Sind Cannabismedikamente unbedenklich?

Im Vergleich zu vielen anderen Medikamenten schädigen Cannabismedikamente unsere inneren Organe auch bei Langzeiteinnahme nicht, so der derzeitige Stand der Wissenschaft. Richtig dosiert kann Cannabismedikation vom Kleinkind bis zum betagten Menschen verabreicht werden.

Cannabinoide wirken nicht bei jedem Menschen gleich, am Anfang der Behandlung muss erst die individuelle Dosis ermittelt werden. Währenddessen können unbedenkliche Nebenwirkungen auftreten wie Mundtrockenheit, niederer Blutdruck, Heißhunger, Schwindelgefühle und Müdigkeit. In den ersten Wochen der Anwendung sollte man auch vom Autolenken Abstand nehmen.

Dennoch gibt es einige Personengruppen, bei denen Cannabismedikation nicht oder nur nach genauer Absprache angewandt werden sollte (siehe auch Kapitel „Nebenwirkungen und Kontraindikationen), dazu gehören:
schwangere und stillende Frauen,
• Patienten mit Herzerkrankungen,
• Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen (Psychosen, Schizophrenie).

Quellenangaben, Inhaltsangabe und Haftungsausschluss zu medizinischen Themen

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Autorin: Doris


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