Da ich mich selbst Sängerin schimpfe und in einer Metal Band singe, freue ich mich immer über wirklich gute Frauen-Vocals aus der Szene. Dass Frontfrau Sabrina diese hat, konnte man an der Gänsehaut an meinen Armen erkennen. Mit Stücken wie „Everything“, „Fear oder „Voice“ verzauberten die 22jährige und ihre Jungs das Publikum. Im späteren Interview sprach ich mit ihr über die musikalischen Einflüsse der Band: „Wir hören alle total unterschiedliche Sachen: von Death Metal bis Nightwish“. Meiner Meinung nach bewegen sich Stormgarde auf dem selben hohen Niveau wie Nightwish. Diese Ansicht kam nicht von ungefähr, hat Sabrina doch professionellen Gesangsunterricht genießen dürfen.

Zweite Band des Abends waren The Claymore. Auch diese fünfköpfige Band hatte den Weg aus dem Ruhrpot, Castrop-Rauxel um genau zu sein, in die lippische Bischofsmetropole gern auf sich genommen. Mit einer gut organisierten Bühnenshow waren The Claymore nicht nur was für die Ohren, sondern auch fürs Auge! Ein Bekannter fand den Vergleich zur westfälischen Power-Metal Truppe Rage. Die eigens komponierten Stücke ließen die Temperatur der Zuschauer hoch köcheln. Vorallem gefiel mir der Titel „Soulseeker“ besonders gut.

Die geniale Zugabe des Iron Maiden Klassikers „Fear of the Dark“ ließ dann keinen der 150 Besucher reglos stehen. Die weise Wahl dieses Titels, aber auch die perfekte Interpretation war eines der Highlights dieser „3. Paderborner Metal Night“.

Nach dieser extremen Aufheizung erschienen nun die Mitorganisatoren des Abends auf der Bühne: 7 Seals aus Paderborn. Die fünf Power-Metaller und ihre zahlreichen Hardcore-Fans zelebrierten die großen Hits der „ Mooncurse“-CD, aber auch die neueren Stücke wie „ Treasure of the Elder“ wurden mit zustimmender Begeisterung und viel Applaus angenommen. Trotz der kleinen technischen Probleme ließ Sänger Markus sich nicht in seiner guten Laune beirren, was der Band den Nimbus der Professionalität verlieh.

7 Seals haben Spaß an dem, was sie tun, und genau diese ehrliche Freude findet man bei ihren Fans wieder. Da die Songs teilweise für zwei Stimmen komponiert sind und man noch keine passende Sängerin gefunden hat, musste Markus ganze Arbeit leisten. Doch wie schon bei dem Gig anlässlich von „Herford in Flammen“ hat der unwissende Zuhörer nichts vermisst. Mit zwei Zugaben „Prophecies of Nostradamus“ und „Unforeseen Alliance“ besiegelten die „7 Siegel“ einen weiteren gelungenen Auftritt.

Fast für sich selbst sprechender Headliner waren die Jungs von Orden Ogan. Mit ihrer Mischung aus Irish Folk, mittelalterlichen Elementen und einer guten Portion Fantasy Metal entführten sie die Zuschauer in die Zeit, als Männer noch ganz Kerle waren. Zur allgemeinen Auflockerung forderten Orden Ogan zum T-Shirt Contest, jedoch mussten sie sich den versprochenen Hauptpreis selbst verleihen. Bei ihrer Auswahl an Metal-Shirt-Raritäten konnte das Publikum nicht mithalten.

Auch Orden Ogan hatten ein wenig mit der Technik zu kämpfen, doch der wirklich schöne, zweistimmige Gesang von Sänger Seeb und Keyborder Nils entschädigte für die kleinen Patzer. Neben ihren eigenen Stücken und den Covern von „Death of Glory“ von Running Wild und „Kings of Metal“ von Manowar zeigten sie ihr ganzes musikalischen Können. Das Publikum dankte mit großem Applaus.

Die „3.Paderborner Metal Night“ ging zu Ende – für den Veranstalter wohl zufrieden stellend. Wir können ruhigen Gewissens davon ausgehen, dass auch nächstes Jahr in der erzkatholischen Großstadt genial-laute Metal-Bands und ihre kreischenden oder gröhlenden Fans die Glocken des Doms zum erbeben bringen werden!

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