Wettbewerb Spielfilm: „1000 Arten Regen zu beschreiben“, „Draußen in meinem Kopf“
Wettbewerb Mittellanger Film: „Dieter not unhappy“
Wettbewerb Dokumentarfilm: „Global Family“, „Erich und Schmitte – Entscheidend is am Beckenrand“
Emma Bading, Nils Hohenhövel und Samuel Koch als Beste Nachwuchsschauspieler nominiert
Filmfestival Max Ophüls Preis vom 22. -28. Januar in Saarbrücken

„Die jungen Filmemacher aus NRW starten beim 39. Max Ophüls Preis (MOP) mit geballter Präsenz ins Jahr. Neun filmstiftungsgeförderte Filme und Webserien sind nach Saarbrücken eingeladen, vier davon als Uraufführung, und wir freuen uns sehr, dass damit in allen Wettbewerbsreihen NRW-Produktionen vertreten sind. Und die wunderbaren Schauspieler sind ebenfalls nominiert. Das wird ein spannendes Festival“, so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW.

Im Wettbewerb Spielfilm werden „1000 Arten Regen zu beschreiben“ von Isabel Prahl und „Draußen in meinem Kopf“ von Eibe Maleen Krebs gezeigt. Schauspielerin Emma Bading ist für ihre Darstellung in „1000 Arten Regen zu beschreiben“ als Beste Nachwuchsschauspielerin nominiert, Nils Hohenhövel und Samuel Koch gehen für ihre Darstellung in „Draußen in meinem Kopf“ ins Rennen. Mit der Tagikkomödie „Dieter not unhappy“ ist Regisseur Christian Schäfer in den Wettbewerb Mittellanger Film eingeladen. Zudem laufen im Wettbewerb Dokumentarfilm die filmstiftungsgeförderten Produktionen „Global Family“ von Andreas Köhler und Melanie Andernach und „Erich und Schmitte – Entscheidend is am Beckenrand“ von Stefan Eisenburger und Hannah Dörr.

Die filmstiftungsgeförderten Webserien „Discocalypse“ von Dirk Rosenlöcher sowie „Lampenfieber“ von Anna F. Kohlschütter laufen in der Reihe MOP-Visionen, in der die mediale Vielfalt deutschsprachiger Nachwuchsfilmer mit Webvideos, Virtual Reality und Vertikalfilm gezeigt wird. Die MOP-Watchlist beinhaltet eine Auswahl deutschsprachiger Nachwuchsfilme aus dem zurückliegenden Produktionsjahr, bevorzugt auch aktuelle Arbeiten ehemaliger MOP-Teilnehmer. Hier wird „Zwei im falschen Film“ von Laura Lackmann präsentiert, in der MOP-Shortlist Animation wird „Deine Fremde“ von Matthias Stoll gezeigt.

„Der Hauptmann“ von Robert Schwentke eröffnet das Filmfestival am 22. Januar 2018. Ehrengast ist Mario Adorf, den Ehrenpreis erhält Regisseurin Doris Dörrie.

Das 39. Filmfestival Max Ophüls Preis findet vom 22. -28. Januar 2018 in Saarbrücken statt und gehört zu den bedeutendsten Veranstaltungen für den filmischen Nachwuchs in Deutschland. Das Festival konzentriert sich in diesem Jahr besonders auf den Ausbau der Vernetzungsmöglichkeiten, und erstmals findet das Branchenprogramm unter dem Namen MOP-Industry statt.

39. Filmfestival Max Ophüls Preis 2018 – Die Filme im Einzelnen

Wettbewerb Spielfilm

„1000 Arten Regen zu beschreiben“
Das Drama von Isabel Prahl erzählt von einer Familie, die vor eine große Herausforderung gestellt wird, als der Sohn sich wochenlang in seinem Zimmer einschließt. Zurück bleiben Vater (Bjarne Mädel), Mutter (Bibiana Beglau) und Schwester (Emma Bading, nominiert für den Preis als beste Nachwuchsdarstellerin) – hilflos. Sie können nur vor der verschlossenen Tür stehen, auffordern, flehen, fragen, ausrasten, verzweifeln, beschuldigen, ignorieren und hoffen. Dabei wird die Tür mehr und mehr zum Spiegel ihres eigenen Lebens. Das Drama der Made in Germany Filmproduktion wurde hauptsächlich in NRW gedreht und entstand unter Senderbeteiligung von WDR und Arte. Die Filmstiftung förderte mit 500.000 Euro, weitere Förderer sind der DFFF und die Stiftung Kuratorium Junger Deutscher Film. „1000 Arten Regen zu beschreiben“ wurde 2017 beim Tallinn Black Nights Film Festival als bestes Debüt ausgezeichnet. Am 22. März wird er im Verleih von Film Kino Text im Kino anlaufen, den Weltvertrieb übernimmt Media Luna.

„Draußen in meinem Kopf“
Der Kinofilm von Eibe Maleen Krebs feiert in Saarbrücken seine Weltpremiere. „Draußen in meinem Kopf“ erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei jungen Männern, in der Christoph als FSJtler eine moralische Grenze überschreitet um dem todkranken, an Muskeldystrophie leidenden Sven, seinen innigsten Wunsch zu erfüllen. Eibe Maleen Krebs inszenierte Samuel Koch, Nils Hohenhövel (beide nominiert für den Preis als Beste Nachwuchsdarsteller) und Eva Nürnberg komplett in NRW. Die Regisseurin erhielt für die Entwicklung ihres Projekts das Wim Wenders Stipendium 2014, die Filmstiftung förderte die Produktion mit 150.000 Euro. Junafilm produzierte in Koproduktion mit ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit Arte.

Wettbewerb Mittellanger Film

„Dieter not unhappy“
Die Tragikomödie „Dieter not unhappy“ ist in Saarbrücken in den Wettbewerb Mittellanger Film eingeladen und hat dort gleichzeitig Uraufführung. Christian Schäfer wurde für seinen Abschlussfilm (Macromedia Hochschule) mit 20.000 Euro von der Filmstiftung gefördert. Rabiatfilm produzierte den 45-Minüter mit Christoph M. Ohrt in der Hauptrolle. „Dieter not unhappy“ erzählt von Designern, Künstlern, Ausstellungen, Partys – und dem international geschätzten Drucker und Verleger Dieter, der durch die Kunstwelt jettet. Doch das alles zählt bei der energischen Fotografin Marge nicht. Einsamkeit, unerwiderte Liebe, ein halbleeres Doppelbett, darauf richtet Marge ihr alles enthüllendes Objekt. Wie kann Dieter da noch gewinnen?

Wettbewerb Dokumentarfilm

„Global Family“
Melanie Andernach und Andreas Köhler führten bei „Global Family“ Regie und waren gleichzeitig Ko-Autoren des Dokumentarfilms. Melanie Andernach (Made in Germany) produzierte außerdem in Koproduktion mit ZDF und Arte. „Global Family“ handelt von einer Familie, die aufgrund des brutalen Bürgerkrieges in Somalia auf der ganzen Welt verteilt lebt. Die Älteste der Familie, Imra (88), muss ihr Exil in Äthiopien verlassen. Die Familie muss schnell eine Lösung finden. Doch wo soll bzw. darf sie hin? Dorthin, wo die anderen Familienmitglieder längst ihren eigenen Träumen von Heimat und Zukunft nachgehen? Basierend auf dieser einfachen Frage „Wohin mit Imra?“ entspinnt sich ein transnationales Familiendrama, in dem die Familie alles versucht und letztlich doch scheitert, eine neue Heimat für Imra zu finden. Am Ende ist ihr einziger Ausweg die Rückkehr in das vom Krieg zerrüttete Somalia. Die Filmstiftung förderte „Global Family“ mit insgesamt 148.000 Euro, weitere Mittel kamen von der FFHSH.

„Erich und Schmitte – Entscheidend is am Beckenrand“
Stefan Eisenburger portraitiert in seinem Film „Erich und Schmitte – Entscheidend is am Beckenrand“ die beiden Seniorenschwimmer Erich Liesner (86) und Hans-Jürgen Schmidt (68). Ein „Heimatfilm“ aus dem Ruhrgebiet, der von einer Männerfreundschaft, von Beschwerden des Alters, von Gemeinschaft und auch ein wenig von sportlichem Erfolg erzählt. Als der Filmemacher bei einem Unfall tödlich verunglückt, verlieren beide Protagonisten einen Freund, und ihre humorvolle Art, das Leben zu betrachten, wird auf die Probe gestellt. Drei befreundete Filmemacherinnen übernehmen das Projekt und erzählen die Geschichte zu Ende. Ein lakonischer Film über Freundschaft, den Tod und das ganz normale Leben. „Erich und Schmitte“, eine Produktion von Corso Film in Koproduktion mit 3sat und dem ZDF, wird in Saarbrücken Uraufführung haben. Neben Stefan Eisenburger führten Hannah Dörr, Janina Jung und Carina Mergens Regie. Die Filmstiftung förderte den Dokumentarfilm mit 60.000 Euro, weitere Gelder kamen von der FFA.

MOP Visionen

„Discocalypse“ von Dirk Rosenlöcher
„Discocalypse“ ist ein bunter Genremix aus Coming-of-Age-Komödie und Fantasy-Horror. Die Web-Serie handelt vom 19-jährigen Zecke, der verkatert auf einer Discotoilette im Ruhrgebiet erwacht. Durch die neue Droge Lumis sind die meisten Discobesucher zu zombieartigen Bestien mutiert. Nun muss Zecke seinen Schwarm Marie und seinen besten Freund Hasan aus der bonbonbunten Welt retten. Die Filmstiftung unterstützte die erste Staffel à sieben Folgen als Abschlussfilm an der FH Dortmund mit 17.000 Euro und fördert auch die Entwicklung von Staffel 2 mit 30.000 Euro. Die Webserie wurde u.a. als Best International Webseries beim Raindance Film Festival ausgezeichnet.

„Lampenfieber“ von Anna F. Kohlschüttler
Die queere Coming of Age-Dramedy „Lampenfieber“ spielt in der Welt des Theaters: Der 21-jährige Philipp hat gerade sein Studium geschmissen und sich nach einem One-Night-Stand auch noch Hals über Kopf in den Ex-Verbotene Liebe-Star Gunnar verliebt. Deshalb bewirbt sich Philipp um ein Praktikum an genau dem Kölner Off-Theater, wo Gunnar gerade sein Comeback als seriöser Schauspieler plant. Dort freundet Philipp sich mit der jungen Schauspielerin Isabell an, die selber das Gefühl hat, nicht richtig dazu zu gehören – und ziemlich schnell sind die beiden ein unzertrennliches Team bei ihrer Mission, die Welt des Theaters zu erobern. Die von der Filmstiftung mit 50.000 Euro geförderte Webserie „Lampenfieber“ von Hübner/Wallenfels feierte am 19. Oktober im Rahmen des Film Festivals homochrom ihre Weltpremiere in Köln. Anna F. Kohlschütter und Levin Hübner führten Regie bei der sechsteiligen Serie.

MOP-Watchlist

„Zwei im falschen Film“ von Laura Lackmann
Die mit 355.000 Euro von der Filmstiftung geförderte Komödie von Laura Lackmann wurde von Studio.TV.Film unter Senderbeteiligung von WDR und SWR produziert. Weitere Förderer sind MFG, DFFF und BKM. Erzählt wird die Geschichte von Hans, der seine Freundin „Heinz“ nennt – das sagt eigentlich schon alles über ihre Beziehung. Sie sind ein ganz normales Paar, doch ihrer Beziehung ist das gewisse Etwas abhandengekommen. Das fällt ihnen allerdings erst auf, als sie an ihrem Jahrestag ins Kino gehen, ein Liebesfilm steht auf dem Programm. Nur die romantische Stimmung von der Leinwand will nicht so recht auf die beiden überspringen. Doch pragmatisch wie die beiden sind, erstellen sie eine Liste mit all den „Sachen“, die zu einer filmreifen Liebe gehören: Romantik, Sehnsucht, Leidenschaft, Eifersucht und Drama – die großen Gefühle eben. Farbfilm wird den Film mit Laura Tonke und Marc Hosemann in den Hauptrollen ins Kino bringen, seine Weltpremiere feierte er im Rahmen des Filmfest München.

MOP-Shortlist: Animation

„Deine Fremde“ von Matthias Stoll
Der animierte Kurzfilm von Matthias Stoll läuft in der MOP-Shortlist. In „Deine Fremde“ geht es um eine Beziehung: Gerade eben noch war es eine glückliche Beziehung, da hat die Liebe überhandgenommen. Jetzt ist es nur noch ein unkontrollierbares Hin- und Her aus Trennung und Zusammen. Die Filmstiftung förderte mit 20.000 Euro, seine Weltpremiere feierte der Film im Wettbewerb des 60. DOK Leipzig.

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Pressemitteilung: Film- und Medienstiftung NRW GmbH


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