Am 3. April 1973 tätigte der Ingenieur Martin Cooper den ersten Mobiltelefonanruf der Welt. Bis dahin war es ein langer Weg der Entwicklung und von da an verbreitete sich das Mobiltelefon erst langsam, aber dann immer schneller über die ganze Welt.

Heutige Mobiltelefone sind handlich, vielseitig, jederzeit einsatzbereit und überall dabei. Der Umgang mit Handys und Smartphone ist schon unseren Kindern vertraut. Kaum einer kann sich mehr vorstellen, dass vor noch nicht allzu langer Zeit Mobiltelefone weder mobil, geschweige denn handlich waren. In der Anfangszeit waren Mobiltelefone ein extrem teurer Luxus.



Von der Entwicklung der mobilen Telefonie …

Das, was wir heute als Mobiltelefon oder auch Smartphone bezeichnen, hat in seiner Geschichte einige Vorläufer gehabt. Die Geschichte der mobilen Telefonie begann 1918 mit der Entwicklung des Mobilfunks. Auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin richtet die Deutsche Reichsbahn 1926 in Zusammenarbeit mit der Reichspost in ihren Zügen den ersten mobilen Telefondienst der Welt ein. Er blieb allerdings nur den Passagieren der 1. Klasse vorbehalten.

1952 wurde in der Stadt Bremen das erste dokumentierte Autotelefon in ein Taxi eingebaut. Das Gerät wog 16 Kilogramm und kostete damals rund 15.000 D-Mark. Damit war das erste Autotelefon dreimal so teuer, wie ein VW Käfer zur selben Zeit kostete. 1956 stellte das schwedische Unternehmen Ericsson in Stockholm ein weiteres Autotelefon vor. Es hatte die Ausmaße eines Reisekoffers, wog 40 Kilogramm und war in etwa genauso teuer wie das Auto in dem es lag.

1958 wurde das erste flächendeckende Mobilfunknetz – das sogenannte A-Netz – in Deutschland eingeführt. Damit war mobiles telefonieren in Deutschland grundsätzlich möglich geworden. Die horrenden Kosten allerdings beschränkte die Zahl der Verwender vor allem auf Großunternehmer und Politiker. Auch das erste Standardmodell B72 von TeKaDe war mit einem Preis von 15.000 D-Mark ein absolutes Luxusgerät. Darüber hinaus war der Einbau eines solchen Autotelefons relativ kostspielig, da die ersten Geräte noch sehr groß, schwer und überaus kompliziert waren.

Erst 1972 gelang es dem schwedischen Unternehmen Ericsson ein serienreifes Autotelefon von unter 10 Kilogramm auf den Markt zu bringen. Dadurch sanken auch die Kosten für den Einbau deutlich. Trotzdem war das Mobiltelefon nach wie vor fest mit dem Auto verbunden.

… zum Mobiltelefon

1973 gelang es der Firma Motorola den ersten Prototypen eines Handys herzustellen. Am 4. April 1973 tätigte der Ingenieur Martin Cooper den ersten Mobiltelefonanruf. Er rief damals bei einem Kollegen eines anderen Telekommunikationsunternehmens an, um ihm von seinem bahnbrechenden Erfolg zu berichten. Den ersten kommerziellen Markterfolg feierte das Mobiltelefon aber erst zehn Jahre später.

Für mehr kommunikative Mobilität sorgte zunächst ab 1982 das Mobira Senator, ein B-Netz-Telefon des finnischen Herstellers Nokia. Das Autotelefon besaß einen Tragegriff, mit dem es sich aus dem Auto herausnehmen ließ. Mit 9,8 Kilogramm und den Ausmaßen eines Benzinkanisters hielt sich die Mobilität jedoch nach wie vor stark in Grenzen. Nach wenigen Stunden musste das herausnehmbare Autotelefon bereits wieder an die Ladestation, da die Akkus noch vergleichsweise schwach waren.

Allerdings stellt das Nokia Mobira Senator ein Meilenstein im Bereich der mobilen Telefonie dar, denn immer mehr Hersteller packten Empfangseinheit, Akku und Telefon in einem Gerät zusammen, die mehr oder weniger handlich waren, und versahen es mit einem Tragegriff. In den kommenden Jahren sank das Gewicht der Geräte rapide herab, während in der gleichen Zeit die Leistung der Akkus immer mehr zunahm. Der Preis war nach wie vor ein wesentliches Manko der mobilen Telefonie. Ende der 80er Jahre musste man für ein Autotelefon mindestens 6.000 D-Mark zahlen.

1985 wurde in Deutschland und Österreich das kleinzellige und leistungsstarke analoge C-Netz eingeführt und verhalf der Telekommunikationsbranche zu neuen Impulsen, da es eine wesentlich geringere Sendeleistung der Telefone erforderte als das bisherige A- und B-Netz. Die Akkuleistung nahm weiter zu und durch die Einführung von Magnetstreifen für die Adressierung der Telefonnummern wurden die Mobiltelefone mit der Zeit immer kleiner und ausdauernder. Der Magnetstreifen zur Telefonnummer-Adressierung ist der Vorläufer der heute immer noch im Gebrauch befindlichen SIM-Karten. Bald kamen sogenannte „Portables“ auf den Markt. Das waren meist kleine Kisten mit Tragegriff, einem angeschlossenen Telefonhörer und einer längeren Antennen. 1986 wog das Nokia Mobira Talkman 320F nur noch 4,7 Kilogramm und hatte eine Stand-By-Zeit von 10 Stunden (bei vollaufgeladenem Akku). Allerdings hatte das Mobiltelefon immer noch die Ausmaße eines Schuhkartons. Das Motorola DynaTAC 8000x war das erste Mobiltelefon, das den Namen wirklich verdiente. Es wog nur noch 1,13 Kilogramm und war im Vergleich zu heutigen Smartphones in etwa so handlich wie ein Ziegelstein. 1987 gelang Nokia eine Sensation mit dem Mobira Cityman. Es wog gerade mal 800 Gramm und hatte die Größe eines normalen Telefonhörers. Trotz seines stolzen Preises von 10.000 D-Mark wurde es zum Prestige-Objekt Ende der 80er Jahre. Die Deutsche Telekom brachte mit dem „Pocky“ für 8.600 D-Mark das erste richtige Handy auf den Markt, das allerdings nur im deutschen C-Netz funktionierte.

Aufstieg der Handys und Entwicklung zum Smartphone

Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre wurde in Deutschland, Österreich und der Schweiz das flächendeckende digital Mobilfunknetz (D-Netz) eingeführt. Die bisher benötigte Sendeleistung konnte erneut vermindert werden, was sich sowohl auf die Größe als auch die Preise der Mobiltelefone positiv auswirkte. 1992 stellte Motorola mit dem International 3200 das erste GSM-fähige Mobiltelefon (GSM = Global System for Mobile Communications) vor. Damit setzte nach und nach der Handy-Boom ein. Die Fortschritte im Bereich Mikroelektronik und der Einsatz von SIM-Karten waren die Voraussetzungen für die Herstellung kompakter und ausdauernder Mobilfunkgeräte. Der erste Verkaufsschlager war das Ericsson GH 172 und das Nachfolgemodell GH 197, das nur noch 353 Gramm wog und eine Rufbereitschaft von ca. zehn Stunden besaß. Durchschnittlich kosteten die Handys inklusive eines Laufzeitvertrages immer noch 2.000 D-Mark. Das Siemens S4 von 1993 hatte nur noch ein Gewicht von 235 Gramm und eine Stand-By-Zeit von 50 Stunden. Das Nokia PT11 von 1994 war das erste Handy, mit dem man SMS-Mitteilungen (SMS = Short Messaging Service) versenden konnte. Der Dienst wurde allerdings erst 1995 von den Anbietern, die zunächst nicht an einen kommerziellen Erfolg der SMS glaubten, unterstützt. Dies verhalf dem Handy dann endgültig zum Durchbruch.

Seither stehen im Vordergrund der Entwicklung die weitere Gewichtsreduzierung, die Verbesserung der Sendeleistung und der Ausbau der mobilen Internetfähigkeit. Viele Handys sind heute mit Digitalkameras ausgestattet, die teilweise bessere Bilder ermöglichen als herkömmliche Digitalkameras.

Die Handys haben sich immer zum Smartphone weiterentwickelt, mit denen schon längst nicht nur mehr nur telefoniert oder SMS geschrieben werden. Smartphones sind die ständigen Begleiter für alle Lebenssituation geworden, egal ob als digitales Fotoarchiv, digitaler Kalender, Uhr, MP3-Player, Spielkonsole, Navigationsgerät etc. Durch die Entwicklung von Applikationen („Apps“) ist das Entwicklungspotential von Smartphones noch lange nicht ausgeschöpft. Dank der immer weiter sinkenden Preise sind heute bereits mehr Handys und Smartphones weltweit im Einsatz als es Menschen auf der Erde gibt.