Und eines sei bereits im Vorfeld bemerkt: Diese Aufmerksamkeit genießen die fünf Musiker völlig zu Recht.

Für ihren Erstling haben sie sich nicht gerade ein leichtes Thema ausgesucht: Ein Konzeptalbum mit gut einer Stunde Musik über die große deutsche Nibelungensage erstellt sich nicht gerade über Nacht und hat in der Vergangenheit selbst gestandene Größen der Metal-Szene vor mittelschwere Probleme gestellt. Dieser Band indes scheint die Komplexität des Themas zwar durchaus bewusst zu sein, doch hat sie damit absolut kein Problem sondern geht konzentriert und erfrischend ans Werk. Vor allem aber sind die Titel und ihr Inhalt passend ausgewählt, so dass die spannende Geschichte zu jeder Zeit nachvollzogen werden kann.

Musikalisch gibt es hier feinen Melodic Metal geboten, der hin und wieder einen Hang zum Power oder auch Gothic Metal auslebt. Die Songs sind bestimmt von treibenden Rythmen, elegischen und fesselnden Keyboard-Einlagen und der dunkel-charismatischen Stimme von Sänger Markus Wagner, die viel zum packenden Gesamteindruck beiträgt. Allerdings beschränken sich die 7 Seals nicht nur auf diese Elemente, sondern bauen auch mal mit Breakbeats oder Doublebass versehene variable Drummings oder sogar eine Sängerin ein, die Markus kontrapunktisch unterstützt. Die Gitarrenarbeit verkommt bei diesen Qualitätsmerkmalen fast zur Nebensache. Jedoch lohnt es sich auch hier mal etwas genauer hinzusehen. Die Riffs kommen unglaublich treffsicher und auch die Melodiearbeit die von Götz von Selle und Dominic Fiekens abgeliefert wird ist nicht von schlechten Eltern und unterstützt vor allem die epische Wirkung des Projektes. So setzt sich der professionelle Eindruck des Songwritings also auch bei der Ausführung fort.

Die Produktion hingegen hätte noch optimiert werden können. Sie kommt ein wenig matschig daher. Gerade die Rythmussektion hätte ein wenig mehr Druck vertragen können und auch die fantastische Melodiearbeit droht hin und wieder unterzugehen. Allerdings sind dies die Maßstäbe einer professionellen Produktion. Wenn man bedenkt, dass es sich bei “Moribund“ um eine Eigenproduktion der Band handelt kann man diese Kleinigkeiten wohl verzeihen. Andere Bands dieser Größenordnung verkaufen wesentlich schlechtere Ergebnisse als gelungene Produktion.

So haben wir es an dieser Stelle mit einem fantastischen epischen Album zu tun, dass vor allem von seiner gesamten Wirkung und der Professionalität der Musiker lebt. Der Ohrwurmcharakter geht den Songs allerdings hin und wieder noch ab, so dass selbst bei dieser tollen Veröffentlichung noch Luft nach oben ist. Ob die 7 Seals diese allerdings jetzt – da Sänger Markus die Band nach Veröffentlichung des Albums verlassen hat – nutzen können bleibt abzuwarten. Zu wünschen ist es dieser Band allemal.

Score: 4,0 von 5

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