Und in den drei Jahren, die seit ihrer letzten Demo-CD “Rockitallover” vergangen sind, hat sich einiges getan im Hause ACCB.

Das Trio, bestehend aus den Geschwistern Jan (Drums) und Malte Starke (Vocals, Guitar) und Niki Höning (Vocals, Bass), hat seinen Stil in gewisser Weise neu definiert bzw. den Schwerpunkt verlegt. Die 12 Songs (wenn wir mal den Live – Hidden Track außen vor lassen) ergeben ein hörenswertes Ganzes und überzeugen auch im Einzelnen. Die Alternative Rock und vor allem Grunge-Elemente, die auf „Rockitallover“ eher in der zweiten Reihe standen, sind absolut in den Vordergrund gerückt. (Nu) Metal und Stoner sucht man auf „Pull It Up“, abgesehen von vereinzelten Riffs und Parts mit Double-Bass-Einschüben, vergeblich. Aber das tut dem Sound der Hannoveraner durchaus gut, denn wo der Vorgänger noch ein wenig zusammengewürfelt und durcheinander wirkte, ist das neue Album stringenter und „aus einem Guss“.

Ob die Musiklandschaft eine Neubelebung des Anfang der 1990er aufgekommenen Seattle Grunge-Sounds braucht, ist eine andere Frage. Böse Zungen könnten „Pull It Up“ als altbacken bezeichnen, müssen aber die Fähigkeiten der drei Jungs würdigen. Denn sie spielen auf hohem technischem Niveau und haben ihr Songwriter-Talent erhalten und verfeinert. Auch am Gesang wurde gearbeitet und die melodischen (oft zweistimmig gesungenen) Parts sind in den Vordergrund gerückt. Auf Psycho- und Schreigesang wird verzichtet, was den Songs zugute kommt, die zum größten Teil im Midtempo-Bereich angesiedelt sind (bis auf den hitzigen Opener „Pull It Up“ und „Ambigious In Amber“). Man denkt des Öfteren an Bands wie „Alice In Chains“, „Mudhoney“ oder „Soundgarden“. Besonders wegen des bereits erwähnten Grunge-Sounds und der großen, eingängigen Melodien und Riffs für die ACCB ein ausgeprägtes Gespür beweisen. Und nicht zuletzt die hörbare Spielfreude und der allgegenwärtige Zug zum Groove von ACCB machen diese Scheibe zu einem Hörgenuss, natürlich vorausgesetzt man hat ein Faible für diesen Musikstil.

Der Sound geht über Demo-Charakter hinaus und ist für eine Eigenproduktion schön druckvoll und dick ausgefallen, somit ist daran auch nichts auszusetzen und es bleibt zu hoffen, dass diese „Arbeiter-Band“ mit ihrer sechsten Full-Length-Veröffentlichung entsprechend gewürdigt und nun vielleicht auch bei der einen oder anderen Plattenfirma Gehör finden wird. Ich drück auf jeden Fall die Daumen!

Anspieltipps:

– Pull It Up

– Centrifuge

– Ambigious In Amber

– Leere